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Mitterlehner macht sich für Schiefergas stark

13.11.2012 - 12:01
Mitterlehner sieht Horropropagande gegeben© APAMitterlehner sieht Horropropagande gegeben

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) kritisiert, dass sich "Europa vorschnell auf eine restriktive Linie bei Schiefergas festgelegt" hat. Das sei problematisch, denn es würden zur Gewinnung bereits umweltverträgliche Fracking-Methoden entwickelt.

Er erwarte sich eine neue Auseinandersetzung, wenn die Sicherheit gegeben sei, sagt der Minister in einem Interview in einer Energie-Sonderbeilage des "WirtschaftsBlatt" von Dienstag. In den USA etwa habe man die anfänglichen Probleme beim Fracking jetzt im Griff. "Die Horrorpropaganda, die dazu bei uns noch gezeigt wird, hat mit den Zuständen dort nichts mehr zu tun", so der Minister. Da die Schiefergasförderung eine Frage der Preisentwicklung sei, werde sie weiter zunehmen. Laut dem jüngsten Welt-Energie-Ausblick der IEA von Montag könnten die USA bereits bis 2015 zu dem mit deutlichem Abstand weltgrößten Gasproduzenten aufsteigen.

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat sich erst im September von seinen Plänen verabschiedet, im nördlichen Weinviertel bei Poysdorf und Herrnbaumgarten nach Schiefergas zu bohren. Dort werden riesige Mengen vermutet, die den heimischen Bedarf für mehrere Jahrzehnte decken könnten.

Deutschland wirft der Minister in dem Interview vor, es habe "den Atomausstieg sehr rasch verkündet, ohne die notwendigen Investitionen beschlossen zu haben und die Konsequenzen durchzudenken". Davon seien nun alle umliegenden Staaten betroffen. In Österreich bezahle jeder Konsument dafür indirekt 55 Euro pro Jahr, verweist Mitterlehner auf Angaben seitens der E-Control.

Kritik an deutscher Energiewende

Die EU-Energiepolitik sei "auf halbem Wege stehen geblieben". Es sei "nicht durchdacht", dass zwar die Stromerzeugung nationale Angelegenheit sei, die Konsequenzen daraus aber alle betreffen würden. "Es müsste klar abgestimmt werden, wie der jeweilige Energiemix eines Landes auszusehen hat, bevor so wichtige nationale Entscheidungen" wie die deutsche Energiewende "getroffen werden." Dass Kohlekraftwerke eine Renaissance erleben, weil die CO2-Zertifikate so billig sind, sei "bedenklich".

Bei den Verhandlungen zum Energieeffizienzgesetz befinde man sich "in der Schlussphase", sagte der Wirtschaftsminister. Es gehe jetzt noch um Details wie Investitionsanreize und das Monitoring. Es könnte, so Mitterlehner, auch Aufschläge für bestimmte Energieträger geben, um die nötigen Effizienzmaßnahmen zu finanzieren: "Das ist eine gravierende Frage, die wir gerade mit den Sozialpartnern besprechen."

(APA)

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