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Drei Bewerber legten Angebote für Temelin-Ausbau vor

02.07.2012 - 14:31
Drei Bewerber gehen ins Auswahlverfahren© DPADrei Bewerber gehen ins Auswahlverfahren

Der geplante Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin ist Montag einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Drei Anbieter legten offizielle Angebote für die Lieferung der Technologie und den Bau der Reaktoren dem zu zwei Dritteln staatlichen Tschechischen Energiekonzern (CEZ) vor.

Wie der CEZ bekanntgab, bewerben sich drei Firmen um den Auftrag: der US-Konzern Westinghouse, das tschechisch-russische Konsortium aus Skoda JS, Atomstrojexport und Gidropress sowie der französische Konzern Areva. Der Auftrag wird auf 200 bis 300 Mrd. Kronen (7,8 bis 11,7 Mrd. Euro) geschätzt. Bis Ende 2013 soll der Sieger des Auswahlverfahrens ausgewählt und der entsprechende Vertrag unterzeichnet werden, hieß es.

"Die Vollendung des Atomkraftwerkes Temelin ist der Schlüssel-Pfeiler der CEZ-Strategie, deswegen sind wir froh, dass wir drei Angebote von den bedeutendsten Lieferanten der atomaren Technologien haben", erklärte der CEZ-Direktor, Daniel Benes. "Heute haben wir einen weiteren Schritt dazu gemacht, um für Dutzende Jahre zuverlässige Stromlieferungen für tschechische Kunden zu sichern. Ich kann allen vergewissern, dass wir die Angebote mit großer Verantwortung beurteilen werden", fügte Benes hinzu.

Alle Genehmigungen werden eingefordert

Der CEZ-Chef erklärte weiter, die Projekte aller Bewerber müssten alle gesetzlichen Forderungen Tschechiens und der EU erfüllen, genauso wie die Sicherheitsforderungen der Internationalen Agentur für Atomenergie (IAEO/IAEA) und der Assoziation der westeuropäischen atomaren Aufsichtsbehörden. Die Projekte müssten auch über eine Lizenz in dem Land des Bewerbes oder in einem EU-Land verfügen, so Benes.

Beim Ausbau des AKW Temelins handelt es sich um den Bau von zwei zusätzlichen Blöcken (zu den zwei bisherigen). Die Arbeiten daran sollten 2016 beginnen und spätestens 2025 abgeschlossen werden. Schon seit 2008 läuft die erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Projekt beim Prager Umweltministerium. Die tschechische Regierung will den Anteil des Atomstroms an der Stromproduktion von den jetzigen rund 30 auf 50 Prozent erhöhen.

Der geplante Ausbau stößt auf heftige Kritik bei Atomgegnern und Umweltschützern in Tschechien, Österreich und Bayern. Die Kritiker weisen u.a. darauf hin, dass die UVP läuft, obwohl der konkrete Typ des Reaktors noch nicht bekannt ist. Außerdem sei die Frage der Lagerung des Atommülls nicht gelöst. Zudem benötige Tschechien gar nicht so viel Strom, der bereits jetzt exportiert werde, so die Kritiker.

(APA)

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