Quelle: ZAMG

Wirtschaftskolumne

Partner

PR Inside

Peak Oiler ziehen Zwischenbilanz in Wien

30.05.2012 - 14:58

Eine gemischte Bilanz über die ersten zwölf Jahre ihres Bestehens hat die Vereinigung für das Studium von Peak Oil (ASPO) am Mittwoch in Wien gezogen.

"Wir haben es geschafft, dass uns ein Teil der Politiker und Meinungsbildner zuhört, aber die Industrie redet noch immer nicht mit uns, und die Daten über die vorhandenen Ressourcen sind noch immer nicht transparenter als vor zehn Jahren", sagte Jeremy Gilbert, ein früherer BP-Manager, am Mittwoch bei der jährlichen ASPO-Konferenz.

Die Vereinigung, in der Techniker, Geologen und Energieexperten zusammengeschlossen sind, tagt heuer in Wien. Es ist das zehnte Mal seit 2001, dass die Konferenz stattfindet.

Der US-Ökonom Dennis Meadows, 1972 unter den Autoren der legendären Studie "Grenzen des Wachstums", sagte der ASPO voraus, sie werde in der künftigen Diskussion über die Verteilung begrenzter Ressourcen eine ähnlich geringe Rolle spielen wie der "Club of Rome" heute.

Die Diskussionen seien zu wenig praktisch und seit 10 Jahren die gleichen. "Dazu kommt, dass es keine öffentliche Bereitschaft gibt, die Botschaft zu akzeptieren", sagte Meadows mit Hinweis auf das geringe Politikerinteresse an den ASPO-Themen in den USA.

Meadows befürwortet mittlerweile "nicht marktmäßige Mechanismen" zur Verteilung knapper Ressourcen wie beispielsweise die Ausgabe von Bezugsscheinen. Er glaubt nicht, dass der reale Ölpreis das heutige Level übersteigen kann, weil dies die Wirtschaft in eine Depression stürze. Gilbert widersprach: Ein höherer Preis werde auch die die Ausbeutung bis dahin unrentabler Felder möglich bzw. effizienter machen.

Die verbliebenen unkonventionellen fossilen Reserven seien zwar theoretisch enorm hoch, ihre Nutzung sei durch ökonomische und umweltmäßige Restriktionen aber beschränkt, sagte Euan Mearns, ein Geologe der Universität Aberdeen. Der Netto-Energiegewinn durch die Nutzung von Ölschiefer sei so gering, dass schon der Versuch dazu fragwürdig sei. Mearns sprach von einem "Nettoenergie-Kliff", über das die Welt zu stürzen drohe.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech