Das staatlich kontrollierte polnische Gasunternehmen PGNiG hat beim Schiedsgericht in Stockholm eine Klage gegen den russischen Gaskonzern Gazprom eingereicht. PGNiG verlangt eine Absenkung des Preises für russisches Gas. Grundlage sei der noch bis zum Jahr 2022 gültige Liefervertrag, teilte das Unternehmen mit.
PGNiG versuchte in den vergangenen Monaten, Verhandlungen mit dem russischen Partner zu beginnen. Dieser lehnte ein Entgegenkommen mit Hinweis auf die bestehenden Verträge ab. "Es ist schwer, hier von einem Dialog zu sprechen, wenn wir einen 18-seitigen Brief nach Moskau schicken und die Antwort auf einer halben Seite bekommen", beschrieb der bis vergangenen Dezember amtierende Ex-Vorstandsvorsitzende von PGNiG Michal Szubski gegenüber Journalisten das Verhältnis zwischen den Vertragsparteien.
Der polnische Gaskonzern fühlt sich gegenüber anderen Kunden von Gazprom, vor allem in Deutschland und Frankreich, benachteiligt. Diese hätten heuer einen Rabatt von zehn Prozent bekommen, PGNiG jedoch nicht, heißt es. Dabei habe das polnische Unternehmen schon in den vergangenen Jahren mehr bezahlt als Gazprom-Abnehmer im Westen.
Der Gasvertrag zwischen Polen und Russland ist geheim, auch der aktuelle Preis für PGNiG ist der Öffentlichkeit unbekannt. Nach Angaben der Zeitung "Gazeta Wyborcza" bezahlt das Unternehmen derzeit über 500 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter Gas, während es im Durchschnitt für Firmen in westlicheren EU-Ländern heuer fast 100 US-Dollar weniger seien.
(APA)

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