Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima (S) setzt sich für ein europaweites Städtenetzwerk gegen Atomkraft ein. "Wir wollen mit vielen Partnerstädten gemeinsam gegen die Atomlobby vorgehen und die Alternativen zur Nuklearindustrie auf EU-Ebene forcieren", so Sima nach dem "2. Wiener Atomgipfel", der am Montag in Wien stattfand.
Es gebe bereits enge Kontakte mit zahlreichen europäischen Städten: Antwerpen, Bergen, Frankfurt, Köln, Manchester, München oder Nikosia unterstützen laut Sima das Vorhaben. Weitere Städte wie Genua, Zürich oder Nantes seien an einer gemeinsamen Vorgangsweise interessiert.
Wie Sima in einer Aussendung am Montag erklärte, werde in einer gemeinsamen Resolution der Städte ein "sofortiges europaweites Moratorium für AKW-Neubauten gefordert, weiters die rasche Abschaltung aller Reaktoren, die keine Schutzhülle haben und im nächsten Schritt der europäische Atomausstieg". Auch die Umlenkung der Gelder auf EU-Ebene "weg von der Atomenergie hin zu Erneuerbaren Energieträgern und energieeffizienten Technologien" sei ein zentrales Ziel der Resolution.
Sima hatte für den heutigen Montag im Kampf gegen Atomkraft engagierte Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Aktivisten in das Wiener Rathaus zu einem "Gipfeltreffen" geladen. Die Forderung der NGOs nach einem Importstopp von Atomstrom nach Österreich werde von der Stadt Wien unterstützt, erklärte sie in ihrer Aussendung. Wiens Energieversorger Wien Energie sei bereits atomstromfrei und mit seinem Anti-Atom-Engagement unter den drei besten konventionellen Atomstromanbietern. Das sieht auch Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Grünen, so: "Wien geht mit gutem Beispiel voran, die Bundesregierung muss nun dafür sorgen, dass ein Atomstromimport-Verbot nach Österreich umgehend umgesetzt wird", so Maresch laut Aussendung auf dem Atomgipfel am Montag.
(APA)

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