Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V) hält eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die von der OMV geplanten Probebohrungen nach Schiefergas für "unbedingt notwendig", wie er am Freitag im ORF-Radio NÖ sagte. Rechtlich sei eine UVP für solche technischen Vorhaben derzeit nicht verpflichtend - deshalb verlangt Pröll, "dass diese Gesetzeslücke gestopft wird".
Die OMV könnte das - derzeit noch nicht eingereichte - Projekt aber auch freiwillig einer UVP unterziehen, meinte der Landeshauptmann und warnte das Unternehmen gleichzeitig vor Probebohrungen noch vor einer Gesetzesänderung: "Ich würde es der OMV nicht raten, gegen die Interessen der Region und gegen Intentionen des Landes mit aller Gewalt vorzugehen."
Die UVP habe den großen Vorteil, dass auch die Menschen in der Region ins Verfahren eingebunden werden und damit entsprechendes Mitspracherecht haben. Vor einer etwaigen Probebohrung müssten die Risiken für die Bevölkerung und die Umwelt abgeklärt werden, betonte Pröll. Derzeit seien noch viele Fragen offen. Die OMV wollte laut dem Bericht dazu keinen Kommentar abgeben.
UVP-Novelle in Arbeit
Nach Angaben von Umweltminister Niki Berlakovich (V) ist bereits eine Gesetzesnovelle in Vorbereitung, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die von der OMV im Weinviertel geplanten Probebohrungen nach Schiefergas ermöglichen soll. Berlakovich begrüßte den Wunsch des NÖ-Landeshauptmanns, der eine UVP-Prüfung dieser Bohrungen für "unbedingt notwendig" erachtet. "Entsprechende Gesetzesvorbereitungen laufen bereits", sagte Berlakovich zur APA.
Die Auswirkungen des OMV-Vorhabens bei Poysdorf in NÖ auf die Umwelt und die Gesundheit müssten "genau unter die Lupe genommen" werden, verlangt der Umweltminister. Schließlich gehe es um die Lebensqualität und die Sicherheit der Bevölkerung. Dabei dürfe nichts aufs Spiel gesetzt werden, so der Minister.
Die OMV plant, ab Sommer 2013 zwei Probebohrungen bei Herrnbaumgarten und beim benachbarten Poysdorf bis in etwa 6.000 Meter Tiefe durchzuführen. Bis Anfang 2015 soll die technische Machbarkeit klar sein, dann will man bis 2018/19 die Wirtschaftlichkeit prüfen. 2019/20 könne man sagen, ob eine Förderung darstellbar sei, wobei über allem die Ökologie stehe, wie das Unternehmen betont.
(APA)

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