Ein intelligentes System, mit dem ein Haushalt einer Studie zufolge 17 Prozent Energie einsparen kann, hat der Vorstand des Institutes für Pervasive Computing an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU), Alois Ferscha, erfunden und in Kooperation mit der Energie AG (EAG) getestet. Ferscha stellte den "PowerSaver" bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz vor.
Die Kaffeemaschine läuft rund um die Uhr auf Stand-by, das Licht im Bad brennt den ganzen Tag, weil man vergessen hat, es in der Früh auszuschalten - der "PowerSaver" verhindert dies, so Ferscha. Elektro-Geräte werden nur dann aktiviert, wenn sie gebraucht und benutzt werden, Stand-by-Verluste vermieden. Man soll in Zukunft "Energie sparen nicht mehr denken müssen".
Mittels "Token" in der Armbanduhr werden Lampen, Fernseher und Co. je nach Aktivität gesteuert. Durch ein Regelwerk kann der Verbraucher selbst festlegen, wie sparsam er mit Strom umgehen möchte und wann welche Dinge ein- bzw. auszuschalten sind, erklärte Ferscha. Ein zweiwöchiger Versuch in 15 Haushalten und einem Großraumbüro sei positiv verlaufen. Bei Beleuchtung und Consumer-Elektronik konnten oft mehr als 50 Prozent Energie eingespart werden. Dazu brauche man einen PC, Rezeptor-Sensorik und die "PowerSaver"-Plattform, die derzeit etwa 70 Euro koste, so der Informatiker.
Je mehr Daten das System erhält, desto besser kann es selbst lernen und sich auf die Benutzer einstellen. "Wir sind sehr erpicht, den Schutz persönlicher Rechte zu wahren", entgegnete Ferscha Datenschutz-Bedenken. Der Verbraucher müsse souverän darüber bleiben, was er von sich gebe und was nicht. "Datenschutz ist auch bei den 'Smart Metern' (intelligente Stromzähler, Anm.) entscheidend, weil man Konsumgewohnheiten ablesen kann", äußerte sich EAG-Generaldirektor Leo Windtner. Mit dem "PowerSaver" und Smart Metering in Kombination könne man die Anwendungseffizienz voll ausreizen, sagte Windtner, der auf Verknappungsszenarien hinwies, an die man heute noch gar nicht denke.
"Wichtig ist, dass wir mit Lösungen auf den Markt kommen", will JKU-Rektor Richard Hagelauer nicht bis 2020 warten, wenn EU-weit 20 Prozent des Strombedarfs eingespart werden sollen. Ferscha plant eine Weiterentwicklung des Systems. Zwar funktioniere es bereits und sei in 20 Minuten in einem Haushalt einsatzbereit, doch in einem zweijährigen Folgeprojekt sollen die Hardware optimiert und ein Bauplan entwickelt werden, um es für die Massenproduktion tauglich zu machen, so der Techniker.
(APA)

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