Quelle: ZAMG

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EZB bringt Lebensversicherungen zum Aussterben

07.09.2015 - 10:51
Nach Zurich und Generali steigt nun auch die Ergo Versicherung wegen der Niedrigzinspolitik der EZB aus dem Geschäft mit Lebensversicherungen aus.
Lebensversicherungen ein Auslaufmodell?© APA/dpaLebensversicherungen ein Auslaufmodell?

Wie von relevant.at berichtet, haben immer mehr Versicherungskonzerne Probleme mit ihrem Lebensversicherungsgeschäft. Dort wo noch vor Jahren in Zeiten „normaler“ Zinsen viele Kunden mit einer garantierten Mindestverzinsung angelockt wurden, sitzen die Versicherer nun auf hohen Verlusten dieser Polizzen.

Mit Ergo verabschiedet sich nun ein weiterer großer Lebensversicherer aus dem deutschsprachigen Raum von Polizzen mit lebenslangen Garantien. „Wir werden die klassischen Produkte zum Jahresende für das Neugeschäft weitgehend schließen“, berichtete der für das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft zuständige Vorstand Clemens Muth der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Der Grund für diesen Schritt liegt schlicht und ergreifend darin, dass die Versicherungsprodukte unprofitabel geworden sind. Nur noch Lebensversicherungen, die sich stärker an der Entwicklung der Kapitalmärkte orientieren, sollen zukünftig weiter angeboten werden.

Ergo-Vorstand Muth geht mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dabei hart ins Gericht: „Es ist nicht die Kernaufgabe eines Lebensversicherers, die Zinsrisiken der Politik der EZB in seiner Bilanz aufzufangen“, kommentierte er launisch gegenüber der SZ.

Mit dem vollständigen Ausstieg folgt Ergo dem Beispiel von Konkurrenten wie Generali und Zurich. Grund für den Schritt ist dürfte allerdings auch eine schärfere Regulierung („Solvency II“) sein, nach der Versicherungen künftig für langfristige Garantien mehr Eigenkapital zurücklegen müssen.

(relevant Redaktion)

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