Quelle: ZAMG

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Japan droht baldiger Staatsbankrott

30.04.2014 - 11:15
Japans Finanzminister Taro Aso schlägt Alarm: schafft es Japan nicht, rasch ein ausgeglichenes Budgets zu erreichen, droht die finanzielle Apokalypse, mit katastrophalen Folgen für die Weltwirtschaft.
Japan vor Staatspleite© APA (EPA)Japan vor Staatspleite

Japan könnte bald Griechenland locker in den Schatten stellen, denn die finanzielle Situation des Staatshaushaltes ist verheerend. Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, könnte mit einer Staatspleite die Weltwirtschaft entsprechend seiner globalen Relevanz in eine Katastrophe führen. Denn die Staatsverschuldung hat astronomische Ausmaße erreicht, Ministerpräsident Shinzo Abe denkt aber gar nicht ans Sparen.

Für Überraschung hat aber gesorgt, dass mittlerweile sogar der eigene Finanzminister Taro Aso Alarm schlägt. Mit für japanische Verhältnisse dramatischen Formulierungen warnt er vor einer Staatspleite. Schafft es die Regierung rund um Ministerpräsident Shinzo Abe nicht sehr bald, endlich einen zumindest annähernd ausgeglichenen Staatshaushalt zu präsentieren, droht die Staatspleite.

Nach Berechnungen des Finanzministeriums würde der jetzt schon astronomische Schuldenberg Japans bis 2060 auf unvorstellbare 8,2 Billiarden Yen anschwellen, solle die gewärtige Politik fortgesetzt werden. Acht Billiarden Yen entsprechen nach aktuellem Wechselkurs rund 57 Billionen Euro. Das würde dem Vierfachen der jährlichen Wirtschaftsleistung entsprechen. Aktuell beträgt der Schuldenstand Japans bereits über eine Billiarde Yen. Das vergleichbare Deutschland hat aktuell etwa 2,15 Billionen Euro an Staatsschulden und Österreich 241 Milliarden Euro.

Wie das Finanzministerium betont, sei diese Kalkulation aber sogar noch sehr optimistisch, da sie von einem jährlichen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von drei Prozent ausgeht. Experten bezweifeln aber, dass angesichts der aktuellen wirtschaftliche Situation und einer stark alternden Bevölkerung, ein derartiges Wachstum möglich sein wird.

Sozialistische Wirtschaftspolitik fährt Japan gegen die Wand

Die Zweifel am Wirtschaftskurs von Ministerpräsident Shinzo Abe wachsen deshalb täglich. Anfangs hatte zumindest noch an den Börsen Optimismus vorgeherrscht, als Abe im Dezember 2012 sein Amt antrat und ein sozialistisch orientiertes Wirtschaftsprogramm vorlegte, das auch gleich seinen Namen „Abenomics" erhielt. Abenomics setzt nach klassich linker Wirtschaftstheorie auf verstärkte Staatsausgaben und eine expansive Geldpolitik inklusive bewusst in Kauf genommener Währungsabwertung. In alter sozialistischer Tradition wollte Abe Japan demnach aus der Krise führen. Da eine Wirtschaftspolitik, die mit noch mehr neuen Schulden alte Schulden bekämpfen will, noch nie funktioniert hat, steht Japan nun bereits nach wenigen Monaten vor den Trümmern seiner klassisch kenianischen Wirtschaftspolitik: die Wirtschaft wächst nach wie vor nicht, die Staatsschulden sind allerdings noch viel höher, als sie bereits davor waren.  

Strukturreformen hatte Abe zwar angekündigt, wurden aber bis heute nicht angegangen. Nur die Steuern hat Abe erhöht; beispielsweise die Mehrwertsteuererhöhung von fünf auf acht Prozent. Ergebnisse, die Europäern aus ähnlichen wirtschaftspolitischen Experimenten wohlbekannt sind.

Vom Export- zum Schuldenweltmeister

Dabei war Japan noch vor wenigen Jahrzehnten Export-Weltmeister und Vorbild für viele Volkswirtschaften. Doch längst kann sich die japanische Wirtschaft immer weniger am Weltmarkt behaupten. Abe musste eingestehen, dass  er im vergangenen Jahr für das größte Handelsbilanzdefizit der Geschichte Japans verantwortlich ist. Und das, obwohl der Yen dank seiner expansiven Geldpolitik um 25 Prozent abgewertet wurde.

Südkorea, China und andere Schwellenländer haben Japan längst den Rang abgelaufen. Nachdem der Nikkei-Index heuer bereits um 11 Prozent gefallen ist, zweifeln immer mehr an der der all zu schön klingenden Ökonomie „Abenomics“.

Angesichts eines Haushaltsdefizits von rund zehn Prozent, wird Abe seine Politik nicht mehr lange durchhalten. Bereits im kommenden  Jahr wird die Schuldenquote auf sagenhafte 250 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, wie die Ratingagentur Fitch berechnet hat. Im Verhältnis zu den jährlichen Staatseinnahmen, belaufen sich die Staatsschulden bereits jetzt auf das Siebenfache der Staatsschulden. Selbst in den ebenfalls hochverschuldeten und vergleichbaren USA liegen die Schulden „nur" beim Dreifachen der Staatseinnahmen und dem Krisenland Griechenland liegt dieser Wert ebenfalls unter dem Faktor vier.

 (relevant Redaktion)

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