Quelle: ZAMG

Slowakin Vlhova gewann Semmering-RTL - Brunner Vierte

28.12.2018 - 17:04
Siegerin Petra Vlhova ließ sich feiern© APASiegerin Petra Vlhova ließ sich feiern

Petra Vlhova hat am Semmering mit ihrem ersten Riesentorlauf-Sieg überrascht. Während mit Mikaela Shiffrin (5.), Stephanie Brunner (4.) und Ragnhild Mowinckel (9.) die ersten Drei des ersten Durchgangs zurückfielen, carvte die slowakische Slalom-Spezialistin von Platz vier zum Sieg. Von zehn auf zwei katapultierte sich mit Laufbestzeit Viktoria Rebensburg (GER). Tessa Worley (FRA) wurde Dritte.

Der Umsturz im Klassement war auch deshalb möglich, weil wegen der relativ weichen Piste zur Halbzeit zwischen Shiffrin und der sechstplatzierten Italienerin Federica Brignone nur 18 Hundertstel lagen. Das hatte es im Damen-Riesentorlauf davor noch nicht gegeben. Mit dabei mit lediglich 0,02 Sek. Rückstand auf Shiffrin war Österreichs Sieganwärterin Brunner als Zweite sowie eine starke Anna Veith (+0,12) als Fünfte.

Rebensburg wiederum hatte nach klarer Zwischenbestzeit mit einem schweren Fehler eine mögliche Halbzeitführung vergeben. Dass die Semmeringer trotz des Warmwetters aber eine passable Piste hinbekommen hatten, bewies die Französin Romane Miradoli, die sich mit Startnummer 64 als 29. noch für das Finale qualifizierte.

In dieser 30er-Entscheidung konnte sich vor 6.800 Zuschauern, darunter die Ex-Rennläuferinnen Renate Götschl, Michaela Dorfmeister und Elisabeth Görgl (sang danach auch im VIP-Zelt), von den ÖSV-Damen aber nur Ricarda Haaser entscheidend verbessern. Während die Tirolerin von Platz zwölf auf Rang sieben vorfuhr, rutschte Brunner um vier Hundertstel sogar noch vom Stockerl.

Veith war letztlich auch mit Platz acht zufrieden. "Im zweiten Lauf habe ich mir mit dem Radius schwergetan", sagte die Salzburgerin. Mit drei Läuferinnen in den Top-8 und sechs in den ersten 20 verlief der Heimauftritt für Österreichs Damen insgesamt zufriedenstellend, auch wenn der letzte RTL-Sieg damit weiterhin vom März 2016 datiert.

Dass bei Brunner wie schon in Courchevel - dort war sie mit 0,08 Sek. Rückstand Halbzeit-Zweite gewesen - der Griff nach dem ersten Weltcupsieg erneut daneben ging, hatte nichts mit dem im vergangenen März erlittenen Kreuzbandriss zu tun. "Auf so einer Piste kriegst du vom Schnee halt gar nichts zurück. Bei solchen Bedingungen tu' ich mir einfach brutal schwer", betonte die Eis-Spezialistin aus dem Zillertal.

Als zweiten Grund nannte Brunner: "Ich will im zweiten Lauf immer noch mehr Gas geben und lege die Linie deshalb noch gerader an." Das sei bei den tiefen Spuren am Semmering aber nicht vom Vorteil gewesen. "Da muss ich dann den Schwung erst nach dem Tor fahren. Wenn du sowas merkst, kannst du nur noch versuchen, das Beste daraus machen", sagte die Tirolerin.

Sie sei deshalb trotzdem zufrieden, "das ist ja meine Comeback-Saison. Und die vier Hundertstel kommen sicher irgendwann zurück, ich hoffe am besten im Februar", verwies die Tuxerin auf die kommende WM in Aare.

Shiffrin hatte ähnliche Pisten-Probleme wie die Österreicherin. Deshalb war es ihr im ersten Semmering-Rennen nicht vergönnt, ihren 51. Weltcupsieg und den 15. im Kalenderjahr 2018 (das wäre Rekord) einzufahren.

Obwohl ihr US-Coach Mike Day den zweiten Lauf extra etwas drehender gesetzt hatte, gelang es auch Shiffrin nicht, als Halbzeit-Führende zu gewinnen. Das hat in den bisher vier RTL-Rennen des WM-Winters noch keine Läuferin geschafft. "Ich habe versucht zu pushen, aber gleich gespürt, dass es nicht vorwärtsgeht", erklärte die siegverwöhnte Amerikanerin im Ziel. "Dann habe ich noch mehr Druck gemacht, das war heute aber das falsche Rezept."

Am Samstag im Slalom ist Shiffrin wieder Favoritin, da kann sie Versäumtes nachholen. Aber Vlhova ist top-motiviert, nachdem ihr fünfter Weltcupsieg auch der überhaupt erste im Riesentorlauf für die Slowakei war. "Das ist ein besonderer Tag für mich und unser Land", jubelte sie.

(APA)

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