Quelle: ZAMG

Stuhec mit Comeback-Sieg in Gröden-Abfahrt - Siebenhofer 3.

18.12.2018 - 15:36
Ilka Stuhec schloss gleich an alte Leistungen an© APA (AFP)Ilka Stuhec schloss gleich an alte Leistungen an

Ilka Stuhec ist nach langer Verletzungspause in der Weltcup-Abfahrt von Gröden der Comeback-Sieg gelungen. Die Slowenin siegte am Dienstag im Ersatzrennen für Val d'Isere 0,14 Sek. vor Lokalmatadorin Nicol Delago (ITA) und 0,51 vor der Österreicherin Ramona Siebenhofer. Die Steirerin Nicole Schmidhofer, Gewinnerin der ersten zwei Saisonabfahrten, wurde Zehnte und führt weiter im Abfahrts-Weltcup.

Stuhec hatte sich im vergangenen Jahr bei einem Trainingssturz im Pitztal das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. Die Abfahrts-Weltmeisterin 2017 siegte mit dem Vorsprung von 14 Hundertstelsekunden vor der Wolkensteinerin Delago, Siebenhofer lag eine halbe Sekunde zurück.

Mit Mirjam Puchner als Sechster, Stephanie Venier unmittelbar dahinter und der Zehnten Nicole Schmidhofer fuhren insgesamt vier ÖSV-Damen in die Top Ten. Schmidhofer verteidigte ihre Führung im Abfahrts-Weltcup damit souverän. Nadine Fest (12.), Ricarda Haaser (13.), Tamara Tippler (16.) und Christina Ager (22.) punkteten ebenfalls. Anna Veith fiel nach einem schweren Fehler letztlich auf Rang 33 zurück. Nina Ortlieb blieb bei einem Sturz unverletzt.

"Ich habe abgeschwungen und war irrsinnig zufrieden, weil ich alles sehr gut erwischt habe meines Erachtens", erklärte Siebenhofer. "Es hat mich gefreut, dass es einmal funktioniert hat, dass im Rennen die beste Fahrt war. Die Ilka und die Nicol waren heute noch besser, aber ich freue mich auch über Platz drei." Ihr bisher einziger Podestplatz war der dritte Rang in der Abfahrt von Lake Louise am 4. Dezember 2015 gewesen.

Stuhec stand die Freude ebenfalls deutlich ins Gesicht geschrieben. "Es ist ein bisschen eine Überraschung, es waren doch Passagen, die ich nicht optimal gefahren bin. Aber insgesamt hatte ich das Gefühl, dass ich schneller war als im Training am Vormittag", sagte die 28-Jährige nach ihrem achten Weltcup-Sieg. Schmerzen habe sie keine mehr: "Dem Knie geht es ausgezeichnet."

Delago ist schon als Kind auf der Piste Saslong auf Skiern unterwegs gewesen. "Durch Tore bin ich zwar nie gefahren, aber frei schon. Es ist die Piste neben meinem Haus. Ich glaube, mit fünf Jahren bin ich zum ersten Mal hier gefahren", berichtete sie. Bei den Herren-Rennen in Gröden hatten die Lokalgrößen Peter Runggaldier und Werner Perathoner nie einen Spitzenplatz erreicht - Delago schaffte das schon beim ersten Rennen. "Ich denke, es geht nicht besser", freute sich die 22-Jährige.

Puchner war zuletzt 2016 in einer Lake-Louise-Abfahrt Sechste gewesen. Danach kamen ein Schien- und Wadenbeinbruch bei der WM 2017 und ein langer Weg zurück. "Eine brutale Erleichterung", meinte die Salzburgerin im Ziel. "Vorher sind mir fast schon ein bisschen die Tränen gekommen." Für Venier war ihr eher mäßiger Start ausschlaggebend. "Ich habe da oben schon vier Zehntel bekommen, das machst du beim Fahren nie wieder gut", analysierte die Tirolerin. "Die Starter-Queen und Gleiter-Queen war ich noch nie."

Schmidinger freute sich über das weiterhin ihr zustehende Rote Trikot, ärgerte sich aber über einen Fehler im unteren Teil, der "sechs Zehntel" gekostet habe. "Der Sprung war bei mir wirklich sehr wenig weit, da habe ich mir schon gedacht, jetzt habe ich das Tempo leider nicht mitgenommen", sagte die Steirerin, die die ersten beiden Abfahrten in diesem Winter in Lake Louise gewonnen hatte. Nachher klagte sie über Schmerzen in der linken Zehe als "Andenken".

Veith fand sich auf der verkürzten Saslong-Strecke von Anfang an nicht zurecht. "Ich habe mir vorgenommen, da, wo es zum Kurven fahren ist, das Letzte rauszuholen. Das war an der Stelle einfach das Alzerl zu viel. Aber wenn ich es nicht probiere, fahre ich wieder um den 28. Platz", meinte die zweifache Gesamtweltcup-Siegerin.

(APA)

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