Quelle: ZAMG

Kriechmayr gewann bei Finale nach Abfahrt auch Super-G

15.03.2018 - 14:57
Ein strahlender Vincent Kriechmayr© APA (EXPA/Groder)Ein strahlender Vincent Kriechmayr

Vincent Kriechmayr verlässt den WM-Schauplatz von 2019 mit einem Doppelsieg. Der Oberösterreicher holte sich beim Weltcup-Finale in Aare nach der Abfahrt auch den Sieg im Super-G, das bedeutete Platz 2 in der Disziplinwertung hinter dem Norweger Kjetil Jansrud. Im Tagesrennen auf den Podestplätzen landeten Christof Innerhofer (ITA/+0,04) und gleichauf Aksel Lund Svindal und Thomas Dreßen (0,08).

Alle sechs Österreicher kamen in dem verkürzten Rennen mit einer Siegerzeit von nur 49,43 Sekunden in die Top 15 und damit in die Punkteränge. Hannes Reichelt war Fünfter (0,15), Christian Walder Neunter (0,42), Marcel Hirscher in seinem ersten Super-G seit einem Jahr Zehnter (0,43), Max Franz Zwölfter (0,45) und Matthias Mayer 13. (0,46). Der Kärntner hatte am Vortag ex aequo mit Kriechmayr in der Abfahrt triumphiert.

Der 26-jährige Kriechmayr schlug zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden und zum dritten Mal in seiner Karriere zu. "Gewöhnt bin ich das nicht, aber es ist kein schlechtes Gefühl." Er habe gewusst, dass es ein enges Rennen werde und er alles riskieren müsse. "Bei ein paar Schwüngen habe ich vielleicht ein bisserl zu viel Richtung gemacht, aber der Rest ist mir einfach wirklich leicht von der Hand gegangen. Ich war voll am Limit und freue mich, dass die Hundertstel auf meiner Seite waren."

Anders als am Vortag stand er alleine ganz oben auf dem Podest. "Das geht auch, aber ich bin auch recht gern mit dem Mothl auf dem Podest gestanden, das war wunderbar, etwas Spezielles", sagte Kriechmayr. Für die nächste Saison hat er sich - "Wie jeder, der hier am Start ist" - die Kugel zum Ziel gesetzt. Dafür müsse er aber noch mehr Konstanz reinbringen und die kleinen Fehler vermeiden.

Heuer fehlten nach sechs Rennen 80 Zähler auf Jansrud. Dieser sorgte dafür, dass Norwegen zum siebenten Mal in Folge diese Kugel gewann. "Ich bin froh, dass ich das schon in Kvitfjell erledigt habe", sagte der Tagessechste (0,19), dem nicht alles nach Wunsch aufgegangen war. "Es macht das Rennen schon sehr offen, wenn man es verkürzt. Ich bin ein bisschen enttäuscht über den Platz heute, aber mit dem Kugelgewinn und der Saison ist es trotzdem ein perfekter Tag."

Reichelt war als Disziplinzweiter in das Finale gegangen, landete hinter Jansrud, Kriechmayr und Svindal trotz eines fünften Platzes letztlich an vierter Stelle. "Die Leistung war ganz gut, der Platz heute nicht schlecht, aber der Blick auf den Super-G-Weltcup ist ein bisschen bitter", sagte der Salzburger. "Der Super-G hier ist definitiv spannend, die Variante ist cool. Aber man kann auch eine zweite Variante hier runtersetzen, die finde ich fast noch schöner."

Olympiasieger Mayer fuhr die letzten Tore ein wenig zu rund, das seien die paar Zehntel gewesen. "Mit Startnummer eins ist es im Super-G immer so, dass man nicht genau weiß wie, auch wenn man hundert Prozent in Form ist. Der Vincent, muss ich sagen, hat wieder einmal gezeigt, was er drauf hat."

Eine starke Vorstellung zeigte auch Hirscher, der den ersten Super-G seit dem Weltcup-Finale vor einem Jahr in Aspen (11.) bestritt und trotz nur wenig Speed-Training einen Rang besser war. "Ich habe mich gescheit reingehaut und versucht Gas zu geben, es ist sehr gut gegangen." Bei der Besichtigung habe es keinen Spaß gemacht, aber während des Fahrens schon.

In wiefern er in Zukunft noch mehr die langen Latten anschnallen wird, wird er im Sommer entscheiden: "Es wäre sehr reizvoll und würde mir schon liegen. Aber es ist schwer, alles unter einen Hut zu kriegen, wenn man Slalom und Riesentorlauf auf dem Niveau beibehalten will."

(APA)

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