Quelle: ZAMG

Dreßen-Sieg in Kvitfjell - ÖSV-Herren geschlagen

10.03.2018 - 13:59
Nach Kitz schlug Dreßen auch in Kvitfjell zu© APA (dpa)Nach Kitz schlug Dreßen auch in Kvitfjell zu

Wie schon bei Olympia ist für Österreichs Ski-Herren auch in der ersten Weltcup-Abfahrt nach dem Winterspielen nichts richtig zusammengelaufen. Vincent Kriechmayr wurde am Samstag in Kvitfjell als Bester Neunter. Den Sieg holte sich der Deutsche Thomas Dreßen, der sich 0,08 Sekunden vor dem Schweizer Beat Feuz und 0,17 vor dem Norweger Aksel Lund Svindal durchsetzte.

Der Olympiafünfte Dreßen eroberte den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere nach jenem auf der Kitzbühler Streif. Es war sein insgesamt dritter Podestplatz. "Ich freue mich brutal, dass es nach Kitzbühel wieder so schnell geklappt hat. Ich habe probiert umzusetzen, was die Trainer gesagt haben", meinte der 24-Jährige, der sich in der Disziplinwertung bereits auf Rang drei vorgearbeitet hat.

Feuz baute seinen Vorsprung im Abfahrtsweltcup auf Svindal auf 60 Zähler aus. "Es ist ein unglaubliches Duell, Aksel lässt in keinem Rennen eine Hundertstel liegen. Ich versuche dagegenzuhalten. Beruhigt bin ich aber nicht", sagte der Schweizer, der wie auch die Österreicher und Norweger vor Kvitfjell in Aare, dem Schauplatz des Weltcupfinales kommende Woche und der WM 2019, trainiert hat.

"Es ist eine schöne Strecke, der oberste Abschnitt war noch nicht meines, der Rest war okay. Svindal liegt diese Piste, er hat im Training aufgezeigt, wer der Boss ist", wusste Feuz im ORF-Interview über Aare zu berichten. Olympiasieger Svindal kennt die Strecke nur zu gut, er wurde 2007 dort Abfahrts-Weltmeister und gewann 2006 und 2009 die Weltcup-Abfahrten. Auf Top-Ebene ist er daher in Aare-Spezialabfahrten noch ungeschlagen.

Das österreichische Team muss auf das letzte Saisonrennen hoffen, um doch noch einen Abfahrtserfolg in diesem Winter einzufahren. Für den im Training so starken Hannes Reichelt lief es überhaupt nicht, er hatte als Zwölfter 0,88 Sekunden Rückstand. Der entscheidende Fehler passierte bei der Ausfahrt vom Steilhang ins Flachstück. "Da habe ich mich reingelegt und gemerkt, dass ich Speed verloren habe. Man darf sich hier keinen Fehler erlauben."

Kriechmayr hatte mit Nummer eins das Rennen eröffnet, nach der scharfen Kritik in den Trainings wegen der Präparierung war es um einiges besser. "Die Piste ist in einem sehr guten Zustand, mit höheren Nummern sind noch sehr gute Zeiten möglich", wusste der Oberösterreicher. Max Franz landete auf Rang 13, Johannes Kröll auf 15, Christoph Krenn auf 22 und Otmar Striedinger auf 24.

Matthias Mayer schied nach schneller und risikoreicher Fahrt aus. "Ein klassischer Innenski. Ich war etwas weg von der Linie, wollte draufsteigen, dann ist der Ski weggerutscht. Schade, ich habe gut riskiert und gutes Tempo gehabt." Für das Finale qualifiziert sind Kriechmayr, Reichelt, Mayer, Franz und Romed Baumann.

Im Super-G am Sonntag wollen die Österreicher zurückschlagen und vor allem auch um die Kugel noch mitreden. Der Norweger Kjetil Jansrud führt nach vier Rennen mit 260 Punkten vor Svindal (214) sowie dem ÖSV-Quartett Kriechmayr (200), Reichelt (186), Franz (172) und Mayer (160). Es ist der erste Super-G im Weltcup seit Kitzbühel Mitte Jänner. "Morgen zählt es richtig. Ich bin fit dafür, vielleicht klappt es ja mit ein bisserl Wut im Bauch wegen heute", hoffte Olympiasieger Mayer.

Svindal glaubt, dass sich Beat Feuz die Abfahrtskugel nicht mehr nehmen lassen wird. "Jetzt hilft nur noch ein Fehler von ihm im letzten Rennen. Aber er war so konstant, dass er sicher unter die Top Fünf kommt", sagte der Norweger. Beide liefern eine Top-Saison ab, waren sechsmal auf dem Podest sowie jeweils einmal Vierter und Achter. An Siegen steht es aber 3:2 für Feuz.

Olympiasieger Svindal erklärte, dass er einen Sieg von Feuz im Kugelkampf verschmerzen würde. "Das ginge mehr als in Ordnung. Ich habe schon so viele Kugeln. Ich hatte eine super Saison, mit dem Knie und den Schmerzen hätte ich vor der Saison nie gedacht, dass solche Erfolge wieder möglich sind."

Nach dem Finale in Aare wird Svindal mit den Ärzten besprechen und schauen, wie sich das Knie weiterentwickeln wird. Danach wird er entscheiden, ob er wie eigentlich geplant die Karriere fortsetzt.

Im Super-G glaubt Svindal, dass die Kugel zum siebenten Mal in Folge an Norwegen gehen wird. 2012 bis 2014 gewann Svindal, 2015 Kjetil Jansrud, 2016 Aleksander Aamodt Kilde und 2017 wieder Jansrud. Die Österreicher wollen aber alles versuchen, die Entscheidung bis zum Finale in Aare offen zu halten.

Unklar ist, ob es nach auch im kommenden Jahr Weltcuprennen in Kvitfjell geben wird. Alles deutet auf einen Abschied nach 25 Jahren hin, zum wiederholten Male haben die Veranstalter die Anforderungen der FIS nicht erfüllt. Ersatzorte in Norwegen wären Narvig und Hemsedal, wo Technikrennen stattfinden könnten.

(APA)

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