Quelle: ZAMG

Hirscher triumphierte in Alta-Badia-RTL - 48. Weltcupsieg

17.12.2017 - 16:31
Hirscher fuhr zwei Mal Laufbestzeit© APA (AFP)Hirscher fuhr zwei Mal Laufbestzeit

1,70 Sekunden vor Henrik Kristoffersen - Marcel Hirscher ist am Sonntag in Alta Badia in einer eigenen Liga gefahren. Für Österreichs Ski-Star war es der fünfte Riesentorlauf-Sieg auf der Gran Risa in Folge, so überlegen setzte er sich hier aber noch nie durch. Zwei Laufbestzeiten verschafften Hirscher in Italien seinen 48. Weltcup-Sieg.

Damit rückt Hirscher dem hiesigen Ski-Nationalhelden wieder ein Stück näher. Albert Tomba ist mit 50 Siegen Dritter in der Bestenliste bei den Herren. Insgesamt gewann der Österreicher bereits zum sechsten Mal in dem Südtiroler Skigebiet, 2011 war er im Slalom erfolgreich. "Wenn der Svindal außerirdisch ist, dann weiß ich nicht, was der ist", meinte Manuel Feller, als zweitbester Österreicher Siebenter.

"Das war volle Hütte", kommentierte Hirscher seinen dritten Weltcup-Sieg seit seinem Comeback. Im August hatte der 28-Jährige sich bei einem Trainingssturz einen Bruch des Außenknöchels zugezogen. "Es war sehr aggressiv im Vergleich zu anderen Jahren, wo es eisiger war. Trotzdem waren es tolle Verhältnisse, so wie immer in Alta Badia", fügte er hinzu.

"Es gibt einfach so Ausnahmerennen, heute war eins. Ich würde es nicht überbewerten", betonte Hirscher. "Es ist sensationell gelaufen, der Ski war wirklich tipptopp. Die Jungs haben da gute Arbeit geleistet, nicht umsonst ist der auch schon in Beaver Creek so gut gegangen." Der Doppel-Weltmeister 2017 übernahm ex aequo mit Aksel Lund Svindal die Führung im Gesamtweltcup. "Ich fahre nicht auf den Gesamtweltcup", maß er dem aber keine Bedeutung bei.

Kristoffersen wusste nicht, wie er mit dem Ergebnis umgehen sollte. "Ich bin wirklich zufrieden mit dem zweiten Platz", sagte der Norweger. "Es ist einfach, dass Marcel so viel besser ist als ich." Dritter wurde Zan Kranjec (+1,8 Sek.). Für den Slowenen war es das erste Weltcup-Podium in seiner Laufbahn, bisher erreichte er zweimal den vierten Platz.

Nicht wirklich glücklich schien Feller. "Natürlich, ein siebenter Platz ist das nächste Top-Ten-Ergebnis, mit dem muss man schon zufrieden sein. Aber schlussendlich wäre schon einmal das Ziel, dass ich ganz vorne reinfahre", haderte der Tiroler. "Vor allem im ersten Durchgang hätte ich einen extremen Speed gehabt. Im zweiten Durchgang habe ich es ein bisschen taktisch angelegt, was vielleicht nicht die richtige Devise war."

Feller berichtete nach dem ersten Lauf, den er als Vierter beendete, von einem Stich im linken Knie. "Unter dem Rennen war es überhaupt kein Problem", klärte er auf. "Jetzt ist es aber nicht so super, auch in der Pause war es nicht so top. Jetzt muss ich schauen, wie es auf morgen reagiert. Aber es ist jetzt nicht so tragisch, dass irgendein Rennen infrage stehen würde."

Roland Leitinger beendete das Rennen unmittelbar vor seinem Teamkollegen Stefan Brennsteiner als 12. Johannes Strolz, der es als 28. erstmals ins Finale geschafft hatte, schied dort aus. Leitinger und Brennsteiner qualifizierten sich auch für den am Montagabend in Alta Badia stattfindenden Parallel-Riesentorlauf.

Beim Parallel-Rennen auf jeden Fall nur Zuschauer wird der Deutsche Stefan Luitz sein. Er zog sich im ersten Lauf in Alta Badia einen Kreuzbandriss zu - der nächste Rückschlag für das deutsche Alpinskiteam, das bereits Felix Neureuther mit Kreuzbandriss verloren hatte.

Nach Angaben des deutschen Alpin-Chefs Wolfgang Maier hatte Luitz das Gefühl, dass ihm das Knie "seitlich aufgeklappt" sei und er dann keinen Halt mehr verspürte. Er wurde im Zielgelände vom österreichischen Teamarzt Christian Hoser untersucht. Eine MRT-Untersuchung in Innsbruck brachte ein bitteres Ergebnis, das Kreuzband im linken Knie ist gerissen, der Traum von Olympia geplatzt. Ob er in Innsbruck oder München operiert wird, ist noch offen. 2013 hatte sich Luitz im anderen Knie das Kreuzband gerissen.

"Das frustet uns schon extrem, da fehlen dir mit der Zeit die Worte. Jedes Mal, wenn wir uns anstrengen, kriegen wir wieder einen drauf", sagte Maier. Felix sei schon eine harte Nummer gewesen und jetzt das.

Die Liste der aktuellen Kreuzbandopfer ist lang: bei den Herren hatte es aus dem Schweizer Team Carlo Janka und Reto Schmidiger erwischt, sowie bereits im Sommertraining Österreichs Nachwuchsläufer Clemens Nocker. Bei den Damen müssen nach Kreuzband-Rissen Ilka Stuhec (Slowenien), Sabrina Maier (Österreich), Elena Curtoni (Italien), Marie-Michele Gagnon (Kanada) und Maria-Therese Tviberg (Norwegen) pausieren.

(APA)

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