Quelle: ZAMG

Jansrud gewann Kvitfjell-Abfahrt vor Fill - Kriechmayr 10.

25.02.2017 - 20:46
Heimsieg für Jansrud© APA (AFP)Heimsieg für Jansrud

Kjetil Jansrud reist mit 33 Punkten Vorsprung auf den Südtiroler Peter Fill zur letzten Saison-Abfahrt nach Aspen. Der Norweger gewann am Samstag in Kvitfjell 0,08 Sekunden vor dem Südtiroler Peter Fill und 0,14 vor dem Schweizer Weltmeister Beat Feuz. Bester Österreicher wurde Vincent Kriechmayr als Zehnter (0,74) vor Hannes Reichelt (0,82). Der Steirer Klaus Kröll beendete seine Karriere.

Für Jansrud war es der bereits sechste Erfolg bei seinem Heim-Weltcup, für Colorado gibt es nur ein Ziel. "Ich gehe auf einen Sieg los, ich bin in einer guten Form. Aber Peter hat gezeigt, dass er nicht kampflos aufgeben wird. Nach Kitzbühel und dem 36. Platz hätte man das nicht mehr gedacht, dass ich um die Kugel mitfahre", sagte Jansrud.

"Alle Siege sind schön, aber zu Hause ist es am allerschönsten", meinte der Norweger. Bereits am Sonntag will er im Super-G den Kugelgewinn perfekt machen, er hat 329 Zähler auf dem Konto, es folgen bei zwei noch ausstehenden Bewerben Dominik Paris (192), sein Landsmann und Titelverteidiger Aleksander Aamodt Kilde (189) und Matthias Mayer (167). Super-G-Vizeweltmeister Jansrud könnte wie 2015 zwei Disziplinwertungen und eine WM-Silbermedaille gewinnen.

"Spannung bis zum Schluss", sagte Fill zum Abfahrtskugelkampf und ärgerte sich über den knappen Rückstand im Rennen. "Aber es war eine gute Fahrt. Ich fahre momentan Rennen gegen Kjetil. Das einzige Ziel für Aspen ist es, ihn zu schlagen", kam die Kampfansage. Vortagessieger Bostjan Kline aus Slowenien landete in der dieses Mal über die gesamte Distanz gefahrenen Abfahrt an der siebenten Stelle, auch den Österreichern blieb das Podest verwehrt.

Kriechmayr versuchte im Vergleich zum Vortag, die Fehler zu minimieren, den Rückstand konnte er sich nicht ganz erklären. "Ich weiß nicht, vielleicht war es der Wind, oder die anderen sind eine bessere Hocke gefahren", sagte der Oberösterreicher.

Für Reichelt erledigte sich die kleine Chance, im Abfahrtsweltcup noch mitzureden. "Ich habe schon vorher gesagt, dass da wohl ein Wunder passieren müsste. Der Rückstand im Rennen ist nicht so groß, aber ich bin ein bisserl planlos. Bei dem trockenen Schnee habe ich Probleme mit der Abstimmung, da muss ich für das nächste Jahr was tun. Für den Super-G schaut es aber besser aus." Sein Tipp für das Abfahrts-Kugelduell: "Jansrud, wenn ich mir die Form anschaue, Fill, was die Konstanz betrifft über die ganze Saison. Das wird spannend, schauen wir es uns aus der zweiten Reihe an."

Das muss auch Mayer, der nach dem zweiten Platz am Freitag mit dem 16. vorliebnehmen musste. "Oben habe ich ganz gut angefangen, aber den Schwung ins Flache nicht ganz so mitgenommen. Unten habe ich es vergeigt. Aber ich bin guter Dinge, weil ich die Abstimmung wieder gefunden habe. Ich habe lange probiert, eine Kleinigkeit am Schuh verstellt, nun läuft es." Romed Baumann wurde 20., Christian Walder 25.

Als 35. ohne Punkte blieb Kröll, der mit der 156. Weltcup-Abfahrt seiner Karriere als nun alleiniger Rekordhalter eine mehr auf dem Konto hat als der Italiener Kristian Ghedina und seine Karriere beendete. Der Steirer hatte noch darauf gehofft, sich für das Finale in Aspen zu qualifizieren, verpasste den dafür notwendigen Platz unter den Top 25 in der Abfahrtswertung aber um zwei Plätze.

"Das war mein letzter Auftritt. Die Entscheidung war nicht so schwer, denn sie ist schon länger gefallen. Ich wollte noch beim Finale dabei sein, es ist schade, dass ich das nicht geschafft habe. Aber es ist einer meiner erfolgreichsten Berge, hier aufzuhören ist keine Schande", sagte Kröll, der sich nun auf die Trainerausbildung konzentrieren will.

Überschattet wurde das Rennen von zwei schweren Stürzen. Der US-Amerikaner Jared Goldberg krachte nach einem Sprung mit dem Kopf und Nackenbereich auf die Piste, fuhr nach der Befreiung aus dem Netz aber selbst ins Ziel. Der Norweger Alexander Sannes Thorsen stürzte an der gleichen Stelle.

Thorsen zog sich neben der schweren Gehirnerschütterung Gesichtsverletzungen und einen Bruch des ersten Lendenwirbels zugezogen. Er wird operiert, es besteht aber keine Lähmungsgefahr. Goldberg erlitt bei seinem Sturz "nur" Prellungen, er sollte am Sonntag im Super-G wieder am Start stehen.

(APA)

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