Quelle: ZAMG

Frankreich Team-Weltmeister vor Slowakei - ÖSV auf Platz 5

14.02.2017 - 15:32
Die besten drei Nationen beim Teambewerb© APADie besten drei Nationen beim Teambewerb

Frankreich hat vor der Slowakei und Schweden bei der Ski-WM in St. Moritz den Nations Team Event gewonnen. Der ohne die "Weltmeister" Michaela Kirchgasser und Philipp Schörghofer angetretene Titelverteidiger Österreich blieb nach einer 1:4-Niederlage in der zweiten Runde gegen Geheimfavorit Schweden erstmals ohne Medaille und wurde nur Fünfter.

Ein Jahr vor der Olympia-Premiere 2018 in Südkorea machte der bei Weltmeisterschaften seit 2005 im Programm befindliche und spannende "Mixed-Teambewerb" beste Werbung für sich selbst. Bei Postkartenwetter wurde aber auch klar, dass groß gewachsene und schwere Athleten bei diesem K.o.-Parallelslalom mit Riesentorlauf-Kipptoren mittlerweile eindeutige Vorteile haben.

Die zwei verlorenen Duelle beim Teambewerb und der enttäuschende fünfte Rang haben laut Selbsteinschätzung aber keinen Einfluss auf das Selbstvertrauen von Marcel Hirscher bei der Alpinski-WM in St. Moritz. "Nein, das darf keine Rolle spielen. Natürlich wenn morgen wieder ein Parallel-Event wäre, dann vielleicht ja. Aber das nächste Rennen sind ein Riesentorlauf und ein Slalom", sagte der Salzburger.

Nach dem um 1/100 Sekunden verpassten Kombi-Gold am Vortag hatte sich Hirscher erst am Abend für ein Antreten im Teambewerb am Dienstag entschieden, dort verlief sein Einsatz glücklos. Niederlage im Achtelfinale gegen den Belgier Dries van den Broecke, Nummer 311 der FIS-Punkteliste im Slalom, und im Viertelfinale gegen den Schweden Andre Myhrer.

"Bei genauer Recherche sieht man, dass Belgien einen sehr, sehr guten Slalomfahrer hat, der unter die 30 der Weltspitze saugt und sehr gut Slalomfahren kann. Das hat man dann auch im Rennen gesehen", sagte Hirscher. Auch Tom Verbeke, der Gegner von Manuel Feller, liegt als 359. weit zurück. Bester Belgier in der Punkteliste ist Armand Marchant als 134., er punktete in diesem Winter einmal als 18. in Val d'Isere.

"Dass Schweden sauzäh wird, das wussten wir. Natürlich nimmt man sich mehr vor, keine Frage, sonst braucht man nicht auf den Berg rauffahren. Aber der Teambewerb ist ein bisserl so eine Überraschungsbox. So überraschend wie es damals in Schladming sehr souverän funktioniert hat, in Vail vor zwei Jahren, mit dem haben wir nicht gerechnet, dass es wieder klappt. Jetzt ist es das erste Mal, dass es nicht funktioniert", meinte Hirscher.

Schwer enttäuscht war sein Kollege Feller, der Verbeke besiegte, sich aber Mattias Hargin beugen musste. "Wir waren einfach zu langsam, muss man ehrlich sagen. Die Enttäuschung ist riesengroß. Als Österreicher will man da natürlich eine Medaille mit nach Hause nehmen, wenn nicht sogar um den Sieg mitfahren", sagte der Tiroler.

Man sei zwar nicht als Topfavorit reingegangen, weil man ein ziemlich junges Team sei mit Marcel als Leitwolf. "Man muss ganz ehrlich sagen, die Mädels haben einen wirklich guten Job gemacht mit sauguten Leistungen. Das muss man echt einmal erwähnen. Der Marcel und ich haben es nicht wirklich auf den Punkt gebracht.

"Die erste Runde, logisch, die müssen wir gewinnen. Wobei es so klar gar nicht war, ich habe das am Start gar nicht mitbekommen. Aber ich habe vor dem Bewerb schon gesagt, man darf keine Nation und keinen Athleten unterschätzen, weil das kein Slalom oder Riesentorlauf ist, das ist ein eigener Bewerb. Es kommen immer wieder Leute, die man nicht kennt", meinte Feller.

Zufrieden durfte Stephanie Brunner sein, die zwei Punkte beisteuerte. "Natürlich sind wir alle enttäuscht, wenn man so knapp nicht weiterkommt. Wir können das hoffentlich gut verarbeiten für die nächsten Rennen."

Für sie sei der Start vor dem Riesentorlauf am Donnerstag sehr wichtig gewesen. "Dass ich dann wirklich ready bin." Das frühe Ausscheiden sei schade gewesen. "Schweden ist eine harte Nuss. Da müssen wir einfach über unsere 100 Prozent gehen, dass wir sie knacken können." Aber man habe das Beste gegeben und sich nichts vorzuwerfen.

Katharina Truppe bilanzierte mit Sieg und Niederlage, Frida Hansdotter musste sie sich nur um 0,01 Sekunden geschlagen geben. "Das Hundertstel war heute nicht auf unserer Seite. Vielleicht kommt es ja noch zurück, man weiß ja nie." Die Stimmung sei sensationell gewesen. "Mit dem Team zu kämpfen war richtig lässig."

Mit Frankreich setzte sich die als Nummer vier gesetzte Nation durch, während mit Österreich, Italien (beide 5.) und der Schweiz (4.) die drei höchsteingestuften Länder ohne Medaillen blieben. Deutschland, 2005 erster Gewinner überhaupt, wurde ebenso nur 9. wie die USA ohne Mikaela Shiffrin.

(APA)

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