Quelle: ZAMG

ÖSV-Abfahrer im ersten Streif-Training stark

18.01.2017 - 17:11
Kriechmayr freute sich über "knackige" Verhältnisse© APA (EXPA/Groder)Kriechmayr freute sich über "knackige" Verhältnisse

Mit sehr eisigen Verhältnissen hat die Streif die Abfahrer am Mittwoch zum ersten Training begrüßt. Die Österreicher präsentierten sich mit drei in den Top Sieben stark, die Bestzeit ging aber an den US-Amerikaner Steven Nyman. Der viertplatzierte Vincent Kriechmayr hatte seine Freude mit den "knackigen" Verhältnissen. Problemlos zu fahren ging die Schrägfahrt vor dem Zielschuss.

0,37 Sekunden Vorsprung auf den Schweizer Beat Feuz und 0,95 auf den Franzosen Johan Clarey hatte Nyman am Ende stehen, Vincent Kriechmayr (0,96/4.), Matthias Mayer (1,01/5.) und Hannes Reichelt (1,08/7.) lagen dahinter eng zusammen. Eine beachtliche Leistung lieferte der Wengen-Kombi-Zweite Maxence Muzaton aus Frankreich, der mit Startnummer 59 und bei schon sehr schattigen Verhältnissen noch auf Rang sechs fuhr (1,06).

"Oben ist es um einiges knackiger als in den letzten Jahren. Da haut es dir die Ski um die Ohren. Aber das ist die Streif. Irrsinnig anspruchsvoll, das taugt mir sehr. Ich habe ja zur Zeit nicht das nötige Gefühl für die schnellen Kurven. Aber da runter brauchst eh kein Gefühl, sonder nur Schmalz und Entschlossenheit. Du darfst keinen Kompromiss eingehen", sagte Kriechmayr. "Schrägfahrt und Hausberg sind wesentlich schöner beinander als letztes Jahr, sehr ruhig. Angenehm, also unter Anführungszeichen", sprach er jene Passage an, in der im Vorjahr die folgenschweren Stürze passierten.

Seine Fahrt sei "im Großen und Ganzen sehr gut", gewesen. "Ich wollte unbedingt attackieren." Andere gingen das erste von zwei Trainings vielleicht etwas zurückhaltender an. So Mayer. "Das war eine Besichtigungsfahrt. Es wird dann sicher mehr ans Limit gegangen, wenn jeder weiß, wie die Piste ist und was möglich ist", meinte der Kärntner. "Es ist oben schon sehr unruhig und schwierig zu fahren. Ab der Hausbergkante runter ist es eine superschöne, harte, glatte Piste und lässig zum Fahren. Fehlerfrei blieb er nicht, so muss er sich die Linie fürs U-Hakerl noch genauer anschauen.

Die Sonnenscheinfahrt ließ Mayers Herz aufgehen - "So eine Wetterprognose hatten wir schon lange nicht mehr" -, das ändere aber nichts am Respekt vor der Herausforderung. "Es ist immer Respekt dabei, bei jedem Wort, das ich sage, jeden Schritt, den ich in Kitzbühel mache. Wenn du da keinen Respekt hättest, würdest den falschen Job machen."

Vorjahres-Sturzopfer Reichelt zeigte schon einmal stark auf, will aber natürlich noch zulegen. "Oben ist es unruhig und sehr eisig, das geht es schon zur Sache. Der untere Teil ist sehr gut präpariert. Ich bin ein paar Passagen mit Reserve gefahren. Ich lasse mir oft beim ersten Training Reserven, beim zweiten taste ich mich ran, damit ich auf das Rennen hin bei einhundert Prozent bin." Nicht gerechnet hat er bei diesen Verhältnissen mit einem so starken Nyman. "Er hat mich brutal überrascht, aber er hat in den letzten Jahren sehr viel dazugelernt. Eine gewaltige Zeit."

Trainings-15. war Gröden-Sieger Max Franz (+1,52), der auf der Suche war. "Das Ziel war, die Linie finden und einigermaßen runterfahren. Wenn ich die Sicherheit habe, dann kann ich beim Rennen mehr Gas geben." Es sei komplett anders als vergangene Woche in Wengen. "Das war eine Pulverschneepartie, aber hier herunter ist alles ganz anders. Bei der ersten Besichtigung denkst du dir, ah die Welle ist mehr, da ist mehr Wasser drinnen. Aber es geht schön zu fahren. Es ist brutal eisig, aber darauf kann man sich einstellen."

Glimpflich endete ein Trainingssturz von Otmar Striedinger. Er erlitt einen Nasenbeinbruch und eine Schnittwunde am rechten Oberschenkel, die mit sechs Stichen genäht wurde. Der Kärntner will das zweite Training am Donnerstag aber absolvieren. Striedinger war gestürzt, weil die Bindung von seinem Ski brach. "Es war Glück im Unglück. Die Verletzungen sind eigentlich nicht so schlimm. Ich habe mir die Nase gebrochen und habe ein Cut am Oberschenkel. Morgen möchte ich aber am Start stehen", sagte der 25-Jährige.

Vorjahressieger Peter Fill hatte wie die Mitfavoriten Dominik Paris und Kjetil Jansrud 1,55 Rückstand, brachte sich aber schon lange vor der Ziellinie in die aufrechte Position. Noch dazu war ihm ein Missgeschick passiert. Er verlor gleich am Start den Stock aus der Hand und hatte einige Mühe, ihn wieder richtig zu greifen.

"Da bin ich auf die Mausefalle hin ins Schwitzen gekommen und war nicht so konzentriert. Die Linie im Mittelteil und unten war dann sehr gut. Wenn ich das im Rennen so fahre, passt das auf jeden Fall." Zur Präparierung meinte er. "Die Piste ist super hergerichtet, oben schlagt es viel, ist aber fahrbar. Sehr am Limit wieder mal, aber so ist Kitzbühel."

Das zweite Training ist für Donnerstag angesetzt (11.30 Uhr), die Spezialabfahrt steigt am Samstag. Zuvor folgt am Freitag noch der Super-G.

(APA)

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