Quelle: ZAMG

Nach Bianchi-Crash: geschlossene Cockpits gefordert

09.10.2014 - 17:18
Nach dem Horror-Crash mit schwerwiegenden Folgen für Jules Bianchi, wird die Sicherheit in der Königsklasse des Motorsports hinterfragt. Muss das Cockpit eines Formel-1-Wagens unbedingt offen sein?
Geschlossene Cockpits in der F1?© iacoski.comGeschlossene Cockpits in der F1?

Spätestens seit Felipe Massa 2009 beim Ungarn-GP eine Stahlfeder am Kopf getroffen und ihn fast getötet hat, wird über die traditionell offenen Cockpits in Formel1-Wagen immer wieder diskutiert. Viel zu oft hatten schon Fahrer sehr viel Glück, als andere Autos oder Autoteile nur knapp an ihrem Rennhelm vorbei flogen.

Auch der Internationalen Automobilverbandes (FIA) diskutiert dieses Thema schon sehr lange: „Aus technischer Sicht wäre das sehr einfach zu implementieren", meint etwa Williams-Chefingenieur Rob Smedley. Gerüchten zu Folge wurden Sicherheitsbedenken aber zu Gunsten der Optik bis dato immer wieder zurückgestellt. „Es würde natürlich den Look der Formel 1-Autos ändern. Da gibt es natürlich die ästhetische Frage, ob das zu einer Serie mit freistehenden Rädern und offenen Cockpits passt", vermutet Smedly.

Die Meinung der Piloten im Fahrerlager von Sotschi, wo am kommenden Wochenende bereits das nächste Rennen stattfinden soll, ist nach dem Unfall von Jules Bianchi mittlerweile ziemlich eindeutig: ein geschlossenes Cockpit mit Überrollbügel muss her! „Warum sollte man nicht darüber nachdenken. Alle schlimmen Unfälle im Motorsport führten in der jüngsten Vergangenheit zu Kopfverletzungen", meint etwa Ferrari-Pilot Fernando Alonso.

Vorsichtiger möchte Alexander Wurz das Thema angehen, der vergangenes Wochenende zum Sprecher der neu gegründeten Fahrergewerkschaft GPDA gewählt wurde. „Nach so einem Unfall, den keiner von uns haben und sehen will, kommen natürlich viele Fragen auf", meint er. Dass im Rennsport ein Restrisiko niemals auszuschließen sein wird, ist vollkommen. Ob ein geschlossenes Cockpit Unfälle wie jene von Bianchi oder 2009 von Massa wirklich viel glimpflicher verlaufen hätte lassen, wäre deshalb noch zu prüfen. Das sieht auch Rob Smedley so: „Ich habe keine Ahnung, ob ein geschlossenes Cockpit etwas am Schicksal von Jules geändert hätte."

Das ein geschlossenes Cockpit nicht unbedingt den speziellen Charme der Formel-1 zerstören müsste, beweist eine Studie des 30-jährigen Automotive-Designers Jacek Kolodziejczyk. Er zeigt in seinem „FX-i1 Closed Cockpit Concept“ wie eine sicherere F1 zukünftig aussehen könnte.

(relevant Redaktion)

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