Quelle: ZAMG

Salzburg baute Ligaführung mit 2:1 gegen Mattersburg aus

04.11.2018 - 19:01
Chancen wurden lange Zeit nicht genutzt© APAChancen wurden lange Zeit nicht genutzt

Red Bull Salzburg hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga weiter ausgebaut. Der Titelverteidiger setzte sich am Sonntag zu Hause gegen den SV Mattersburg in einem am Ende hochspannenden Duell mit 2:1 durch. Parallel dazu musste sich die Austria gegen den WAC nach 2:1-Führung noch 2:3 geschlagen geben. Im Abendspiel kam Rapid in Altach nur zu einem 2:2.

In einer sehr intensiven, schnellen Partie hatten die Salzburger vor 8.652 Zuschauern erwartungsgemäß deutlich mehr vom Spiel. Die "Bullen" zeigten auch immer wieder tolle Kombinationen, einziges Manko war aber die Qualität des Abschlusses. Schon in der 8. Minute fand Wolf die erste Topchance vor, setzte den Ball nach Lainer-Stanglpass aber knapp neben das Tor.

Sonst rückte Mattersburgs Tormann Markus Kuster in den Vordergrund. Der 24-Jährige hielt einen Ulmer-Schuss (20.), fischte einen Ramalho-Weitschuss aus dem Kreuzeck (24.) und war bei einem Abschluss von Munas Dabbur mit einer Fußabwehr zur Stelle (28.). Eine Minute später konnte Thorsten Mahrer in höchster Not in den Corner klären.

Bei weiteren Chancen von Xaver Schlager, dessen Direktabnahme vom Fünfer nach Dabbur-Schlenzer zu schwach ausfiel (31.), und Takumi Minamino bewahrte neuerlich Kuster sein Team vor einem Rückstand. Die Burgenländer kamen nur einmal aus einem Konter gefährlich vor das Tor, ein Linksschuss aus 20 Metern des erstmals in der Mattersburg-Startformation aufscheinenden Phillip Prosenik ging daneben (34.).

Spieltechnisch änderte sich nach Wiederbeginn wenig, Salzburg drückte weiter auf die Führung. Dabbur verfehlte knapp das Gehäuse (53.) und hatte Pech, dass ein Treffer von ihm wohl zu Unrecht wegen Abseits von Schiedsrichter Rene Eisner aberkannt wurde (65.). Auch davon ließen sich die Hausherren nicht beirren und wurden kurz darauf für ihre Offensivbemühungen endlich belohnt. Jerome Onguene sorgte mit einem Volley-Seitfallzieher nach Haidara-Eckball für das Highlight des Spiels. Lainer verabsäumte es per Kopf nachzulegen (79.).

Dadurch blieben die Gäste im Spiel. Sie versuchten noch einmal alles und kamen dank Salzburger Nachlässigkeiten auch zum Ausgleich durch eine Aktion zweier Wechselspieler. Kvasina konnte nach Höller-Flanke unbedrängt einköpfeln. Salzburg konnte aber noch zurückschlagen. Kuster wehrte eine Ulmer-Hereingabe zwar ab, war gegen den Nachschuss von Wolf aus elf Metern aber machtlos.

Parallel dazu war die Austria nur in der Anfangsphase die bessere Mannschaft, Uros Matic traf bereits in der ersten Minute zum 1:0. Den ersten WAC-Torschuss gab dann aber Marcel Ritzmaier ab (10.), eine Minute später vergab Bernd Gschweidl eine Großchance. Der Orgill-Ersatz schoss Austria-Torhüter Patrick Pentz nach Pass von Michael Liendl auf den Fuß (11.). Mario Leitgeb gelang schließlich in der 14. Minute der Ausgleich. Der Mittelfeldmann war bei einer zum Tor gedrehten Freistoßflanke von Wernitznig allerdings aus knapper Abseitsposition gestartet.

Keine drei Minuten später war die Austria wieder voran. Monschein, der zuletzt schon im Cup gegen den Zweitligisten FAC (3:1) zweimal getroffen hatte, versenkte einen Freistoß von Matic aus dem Halbfeld mit einem Kopfball-Heber sehenswert im rechten Eck.

Wolfsberg blieb gefährlich, hatte ab der 30. Minute die zwingenderen Szenen. Wernitznig setzte den Ball nach guter Kombination aber am langen Eck vorbei (39.). Die Wiener, die in den fünf Ligaspielen davor nur zwei Tore erzielt hatten, waren nach Seitenwechsel völlig harmlos. Der WAC hatte phasenweise deutlich mehr Ballbesitz, Marc Andre Schmerböck scheiterte nach einer Flanke von Michael Novak aber noch völlig alleine an Pentz (75.).

Die Belohnung für den couragierten Auftritt der Wolfsberger folgte erst im Finish. Leitgeb setzte sich nach einem Eckball (84.) und einer Freistoßflanke (92.) von Liendl jeweils gegen James Jeggo durch und traf per Kopf. Der 30-Jährige, von 2014 bis 2016 eineinhalb Jahre bei der Austria unter Vertrag, sorgte für den dritten Dreierpack eines Spielers in dieser Bundesliga-Saison. Die beiden weiteren erzielten mit Liendl und Schmerböck beim 6:0 im August in Mattersburg ebenfalls WAC-Spieler.

Die Kärntner setzten ihren Vormarsch mit sieben Punkten aus den jüngsten drei Ligaspielen fort. Die Wiener dagegen blieben zum dritten Mal in Serie in der Liga zu Hause sieglos - und wurden dafür vom Publikum mit Pfiffen verabschiedet. Die Bilanz von Thomas Letsch ist nach 25 Bundesliga-Spielen als Austria-Trainer dadurch negativ: Zehn Ligasiegen unter dem Deutschen stehen vier Unentschieden und nun elf Niederlagen gegenüber.

Im Abendspiel verpasste Rapid dann den dritten Pflichtspielsieg in Folge. Die Hütteldorfer begannen stark und hätten die Partie schon vor dem Seitenwechsel entscheiden können. In der 4. Minute flog ein Schuss von Andrija Pavlovic nur knapp über die Latte, in der 9. Minute scheiterte Veton Berisha aus guter Position an Altach-Schlussmann Martin Kobras. Den darauffolgenden Corner führte Christoph Knasmüllner aus und Sonnleitner köpfelte den Ball ins lange Eck. Der Innenverteidiger hatte schon vor einer Woche ebenfalls nach Eckbällen zwei Tore gegen die Admira erzielt.

In der 22. Minute jubelte Sonnleitner über seinen vermeintlich zweiten Treffer. Das Tor wurde allerdings wegen Abseits aberkannt - wohl zu Unrecht, wie die TV-Bilder zeigten. Abgesehen von dieser offensichtlichen Fehlentscheidung hätte Rapid genug Gelegenheiten gehabt, die Führung auszubauen. Die Kombinationen liefen in dieser Phase einigermaßen flüssig, allerdings misslang oft der letzte Pass.

Das sollte sich in der 24. Minute rächen. Stefan Schwab leistete sich einen Ballverlust, Joshua Gatt lief mühelos an Sonnleitner vorbei und legte auf für Fischer, der nur noch aus kurzer Distanz vollenden musste. Rapid antwortete zunächst mit einem Knasmüllner-Kopfball knapp neben das Tor (27.) und schließlich mit der neuerlichen Führung. Knasmüllner überlistete mit einem klugen Pass die Altach-Abwehr, Murg zog an Kobras vorbei und schob zum 2:1 ein (42.).

Wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff waren die Gäste der Vorentscheidung ganz nahe. Kobras hatte bei einem Weitschuss von Manuel Martic größte Mühe, beim Nachschuss von Knasmüllner rettete Felix Luckeneder. In der 48. Minute schlugen dann die Altacher erneut zu. Christian Gebauer hebelte Rapids Defensive mit einem Pass auf Fischer aus, der Richard Strebinger per Lupfer bezwang.

In der Folge entwickelte sich eine Partie, die an Rapids Auftritt beim 0:3 in Hartberg erinnerte. Die Hütteldorfer rannten ideenlos an und ließen dem Gegner Räume, nur dass sie die Altacher in diesem Fall nicht nützten - auch wenn sie zweimal nahe dran waren: Ein Schuss aus kurzer Distanz von Adrian Grbic ging an die Stange (70.), eine Topchance von Fischer wurde von Strebinger zunichtegemacht (74.). Rapid hatte in der Offensive nur noch einen Schwab-Schuss relativ knapp über das Tor (77.) und einen von Kobras parierten Alar-Versuch (94.) zu bieten.

(APA)

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