Quelle: ZAMG

Gutes CL-Los für Salzburg, Sturm womöglich gegen Lüttich

23.07.2018 - 15:06
Neo-Kapitän Andreas Ulmer soll Team endlich in Champions League führen© APANeo-Kapitän Andreas Ulmer soll Team endlich in Champions League führen

Fußball-Meister Red Bull Salzburg hat für den ersten internationalen Auftritt der Saison eine lösbare Aufgabe bekommen. In der dritten Quali-Runde zur Champions League trifft Salzburg entweder auf KF Shkendija Tetovo oder Sheriff Tiraspol, den Meister von Mazedonien oder der Republik Moldau. Sturm Graz würde im Falle eines Überstehens der zweiten Runde in Runde drei auf Standard Lüttich treffen.

Das Hinspiel geht am 7. oder 8. August in Salzburg, das Rückspiel am 14. August auswärts über die Bühne. Dass es sich um eine lösbare Aufgabe handelt, sahen auch die Vereinsverantwortlichen in einer ersten Reaktion so. "Ob es ein gutes Los ist, weiß man immer erst hinterher. Aber von der Papierform her hätte es schwierigere Lose gegeben. Dennoch muss man jedes Spiel erst spielen, im Fußball kann immer viel passieren", sagte Sportdirektor Christoph Freund.

Trainer Marco Rose sagte: "Wir haben das Los so aufgenommen, wie wir jedes andere auch aufgenommen hätten. Wir fangen jetzt an, uns intensiver mit den Gegnern zu beschäftigen und werden beide Duelle natürlich genau analysieren." Besonders vor dem 16-fachen Meister aus Moldau, Sheriff Tiraspol, zeigten Trainer und Sportdirektor Respekt. Dieser sei "in Europa kein Unbekannter", meinte Rose.

In der vergangenen Saison stand Tiraspol in der Gruppenphase der Europa League und scheiterte in einer Gruppe mit Lokomotive Moskau und dem FC Kopenhagen nur knapp am Aufstieg. Das einzige Duell mit einem österreichischen Verein gab es 2002 mit dem GAK in der Champions-League-Qualifikation. Die Grazer behielten damals klar mit 4:1 auswärts und 2:0 zu Hause die Oberhand.

In der aktuellen Saison setzte sich Tiraspol in der ersten Runde gegen den georgischen Meister Torpedo Kutaisi mit 1:2 und 3:0 durch. "Wir wissen über die Gegner nicht so viel. Die Länder im Osten haben in den letzten Jahren aufgeholt. Tiraspol hat vergangene Saison Legia Warschau ausgeschaltet. Die können schon Fußball spielen und haben sicher eine gute Mannschaft", meinte Freund.

Tiraspol ist zwar Favorit im Zweitrunden-Duell mit Shkendija, unterschätzen wollen die Salzburger den mazedonischen Meister aber ebenfalls nicht. "Beide Teams sind Meister in ihren Ländern. Ich denke schon, dass dort Qualität da ist, und dass wir da gute Leistungen brauchen werden. Wir werden alles raushauen, was wir am Schläger haben", sagte Rose.

Shkendija feierte in der vergangenen Saison in Mazedonien das Double und den zweiten Meistertitel nach 2011. In der ersten Qualifikationsrunde setzte sich Tetovo gegen den walisischen Meister The New Saints nach einem 5:0-Heimsieg trotz einer 0:4-Auswärtsniederlage noch durch.

Rose wollte die Tatsache, dass es für den österreichischen Meister bereits der elfte Anlauf auf die Gruppenphase der Champions League ist, nicht überbewerten. "Wir gehen das Thema wieder an, wie immer, wie jedes Jahr. Wir wollen es, die anderen wollen es auch. Es ist eine neue Chance für uns", erklärte der Deutsche.

Sturm Graz würde im Fall eines Weiterkommens gegen Ajax Amsterdam in der dritten Qualifikationsrunde auf Standard Lüttich treffen. Das Hinspiel der zweiten Runde steigt am Mittwoch in Amsterdam. Scheidet die Vogel-Elf gegen Ajax aus, bekommt sie es in der 3. Europa-League-Quali-Runde mit Dundalk aus Irland oder AEK Larnaca aus Zypern zu tun.

Der Star bei Standard Lüttich ist der Trainer. Seit Juli diesen Jahres ist Michel Preud'homme, der Welttorhüter von 1994, wieder am Ruder. Bei der WM im selben Jahr war der Belgier zum besten Tormann gewählt worden. Bekanntestes aktuelles Spielergesicht ist ebenfalls ein Goalie: Guillermo Ochoa hütete bei der abgelaufenen WM in Russland erfolgreich das Tor der mexikanischen Nationalmannschaft.

Mit zehn Meistertiteln und zahlreichen europäischen Prestigeerfolgen - wie etwa eine Final-Teilnahme im Europacup der Cupsieger 1982 - gehört der "Royal Standard Club de Liege" zu den erfolgreichsten Vereinen des Landes. In der Vorsaison rutschten die Rot-Weißen als Sechste des Grunddurchgangs gerade noch ins Meister-Play-off, wurden dort schlussendlich drei Punkte hinter dem FC Brügge Zweiter.

Zudem wurde die Mannschaft rund um ihren portugiesischen Toptorschützen Orlando Sa (zehn Tore) wie Sturm auch Cupsieger. Für Standard war es der achte nationale Cuptitel, den vierten hatten sie 1981 mit Ernst Happel als Trainer geholt.

Das bisher letzte Duell mit einem österreichischen Club gab es 2013/14 in der Europa-League-Gruppenphase gegen Red Bull Salzburg. Die von Roger Schmidt betreuten "Bullen" behielten zweimal die Oberhand (2:1/h, 3:1/a), 2010 waren sie unter Huub Stevens noch im EL-Sechzehntelfinale an den Belgiern gescheitert.

Scheitert Sturm an Ajax, steigen die Steirer als gesetztes Team in die Europa-League-Quali um und treffen dort in der dritten Quali-Runde auf den Gewinner der Partie Dundalk gegen AEK Larnaca. Die Iren setzten sich in der ersten Runde gegen Levadia Tallinn (Estland) mit dem Gesamtscore von 3:1 durch.

Der härtere Gegner ist vermutlich aber Larnaca, das in den vergangenen beiden Jahren jeweils bis ins Europa-League-Play-off kam. Im Vorjahr scheiterten die Zyprer an Viktoria Pilsen (Gesamt 1:3), 2016/17 war nach einem 0:4 gegen Slovan Liberec Endstation. Im Kader der seit Juni vom früheren spanischen Teamspieler Andoni Iraola betreuten Mannschaft stehen an die 15 Legionäre - darunter gleich zehn Spanier.

(APA)

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