Quelle: ZAMG

Hartberg erhielt Lizenz für Bundesliga und steigt auf

29.05.2018 - 21:23
Hartbergs Präsidentin Brigitte Annerl darf für die Bundesliga planen© APA (OTS/TSV Hartberg/Stefan Kristoferitsch)Hartbergs Präsidentin Brigitte Annerl darf für die Bundesliga planen

Das Ständige Neutrale Schiedsgericht hat Dienstagabend dem von TSV Prolactal Hartberg eingebrachten Klagebegehren auf Erteilung der Lizenz für die höchste Fußball-Spielklasse in der Saison 2018/19 stattgegeben. Die Steirer steigen damit auf, zwischen dem Zehnten der Bundesliga (St. Pölten) und dem Dritten der zweiten Liga (Wiener Neustadt) kommt es am 31. Mai und 3. Juni zu einer Relegation.

Hartberg war zuvor in zwei Instanzen die Lizenz verweigert worden. Zuletzt war auch die für den vergangenen Montag festgesetzte Entscheidung nochmals um 24 Stunden vertagt worden. Am Dienstagabend wertete das Schiedsgericht unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Raimund Bollenberger sowie Dr. Clemens Völkl (als von der Österreichischen Fußball-Bundesliga genannter Beisitzer) und Dr. Alexander Schoeller (Beisitzer für Hartberg) nach einer mündlichen Verhandlung den Fristverzug der Hartberger hinsichtlich der Ausgliederung des Spielbetriebs bis 15. März 2018 - anders als der Senat 5 und das Protestkomitee - als verbesserungsfähiges Kriterium. Die rückwirkende Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft wurde als ausreichend erachtet.

Hinsichtlich der finanziellen Verweigerungsgründe kam das Schiedsgericht ebenfalls zu einer anderen Entscheidung als die bundesligainternen Instanzen. Dabei wurden insbesondere die budgetären Nachweise für die Infrastruktur-Maßnahmen auf Basis zusätzlicher Erklärungen durch Hartberg anders bewertet.

Niederösterreichs Sportlandesrätin Petra Bohuslav äußerte sich kritisch. Die Entscheidung stelle den gesamten Lizenzierungsprozess infrage. "Zuerst die Bedingungen nicht erfüllen und erst nach zwei negativen Entscheidungen seinen Verpflichtungen nachkommen - damit wird die Lizenzvergabe zu einer Farce", wurde Bohuslav in einer Aussendung ihres Büros zitiert.

Leidtragende seien engagierte Funktionäre, Spieler und Fans jener Vereine, die sich an die Lizenz-Vorgaben der Bundesliga zeitgerecht halten und im Vorfeld hart dafür arbeiten würden, so Bohuslav. Auch der Zeitpunkt der Entscheidung sei äußerst problematisch: "Erst wenige Stunden vor den wichtigen Relegationsspielen Klarheit zu schaffen, ist bedenklich." Aus sportlicher Sicht und aus Sicht der Fans könne man nur hoffen, dass die Bundesliga und die zuständigen Gremien aus der Geschichte lernen würden.

Hartberg hatte als Tabellenzweiter der Ersten Liga sportlich den Aufstieg in die neue, zwölf Vereine umfassende Bundesliga geschafft. In zwei Instanzen war den Steirern aber die Lizenz aus genannten Gründen verweigert worden, wogegen sie beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht Einspruch eingelegt hatten.

Nun erhielt Hartberg in dritter und letzter Instanz doch noch die Lizenz für die höchste Spielklasse und steigt wie Meister Wacker Innsbruck in die neue, ab der nächsten Saison zwölf Vereine umfassende Tipico Bundesliga auf. In der Relegation um den letzten noch verfügbaren Platz spielt der SC Wiener Neustadt am Donnerstag um 18:30 Uhr zuhause gegen den SKN St. Pölten. Das Rückspiel findet am kommenden Sonntag um 15:30 Uhr in St. Pölten statt. Beide Spiele werden live auf skysportaustria.at übertragen.

Bundesliga-Vorstand Reinhard Herovits zeigte sich über die Entscheidung verwundert. "Wir sind überrascht, dass das Ständige Neutrale Schiedsgericht entgegen bisheriger vergleichbarer Fälle auch durch die Berücksichtigung zusätzlicher Erklärungen durch den Club anders als die bundesligainternen Gremien entschieden hat. Wir warten die genauen Inhalte des schriftlichen Urteils ab und werden dann mit den Klubs notwendige Bestimmungsänderungen evaluieren", wurde Herovits in einer Aussendung zitiert.

Der Austragungsmodus der Relegation erfolgt analog zu K.O.-Duellen im Europacup. Haben beide Mannschaften nach Hin- und Rückspiel gleich viele Tore erzielt, zählen Auswärtstore doppelt. Gibt es diesbezüglich keinen Vorteil, wird eine Verlängerung von zwei Mal 15 Minuten und, sofern notwendig, auch ein Elfmeterschießen ausgetragen.

Gelbe Karten und Gelbsperren aus der Meisterschaft haben keine Bedeutung. Sperren nach Gelb/Roten und Roten Karten aus der Meisterschaft müssen in der Relegation verbüßt werden. In der Relegation verhängte Gelbe und Gelb/Rote Karten haben für die darauffolgende Meisterschaft keine Bedeutung.

(APA)

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