Quelle: ZAMG

Salzburg in EL nun gegen Lazio, Final-Neuauflage in CL

16.03.2018 - 15:42
Salzburg spielt zuerst in Rom© APA (AFP)Salzburg spielt zuerst in Rom

Österreichs Serienmeister Salzburg bekommt es bei seinem ersten Auftritt in einem Viertelfinale der Fußball-Europa-League mit Lazio Rom zu tun. Das ergab die Auslosung am Freitag in Nyon. Spieltermine sind der 5. und 12. April, wobei das Rückspiel in Salzburg stattfindet. Indes gibt es in der Champions League eine Neuauflage des Vorjahres-Endspiels bereits im Viertelfinale.

Lazio, zweifacher italienische Meister und Gewinner des Cups der Cupsieger 1999, eliminierte im Achtelfinale Dynamo Kiew. Die Salzburger nahmen das attraktive, aber sportlich machbare Los am Freitag mit Vorfreude zur Kenntnis. "Das wird eine große Herausforderung", meinte Salzburg-Trainer Marco Rose. "Unser Selbstvertrauen wird aber nicht kleiner im Moment, sondern eher größer. Wir sind jetzt im Viertelfinale und wollen mehr. Unsere Gier ist groß. Wir wollen uns auch dort zeigen und unsere Chancen suchen."

Die Römer verfügen mit Ciro Immobile über einen italienischen Teamstürmer. Rose erwähnte daneben aber vor allem den serbischen Spielmacher Sergej Milinkovic-Savic als "herausragenden" Akteur. "Savic ist ein Top-Zehner", sagte Rose über den 23-Jährigen. "Er ist sehr begehrt auch bei absoluten Weltklasse-Mannschaften." Rose will den italienischen Tabellenvierten, der in einem 3-5-2-System agiert, nach Möglichkeit vor Ort beobachten lassen. "Wir werden auf jeden Fall sehr gut vorbereitet sein."

Der Deutsche hatte sich wie viele seiner Spieler Arsenal als Viertelfinal-Gegner gewünscht. Der frühere französische Teamspieler Eric Abidal, Botschafter des Finales am 16. Mai in Lyon, zog die Salzburger am UEFA-Sitz in Nyon aber als allerletzte Mannschaft aus dem Lostopf. "Ich bin aber nicht enttäuscht", versicherte Rose mit einem Grinsen.

Auf Lazio waren die Bullen 2009 bereits in der Gruppenphase der Europa League getroffen. Damals hatten sie unter Huub Stevens beide Duelle mit 2:1 gewonnen - und waren als Gruppensieger mit sechs Siegen in sechs Spielen aufgestiegen. Linksverteidiger Andreas Ulmer war wie Christoph Leitgeb schon vor achteinhalb Jahren mit dabei. "Es war damals schon nicht einfach, gegen sie zu bestehen", erinnerte Ulmer. "Das ist ein bekannter und sehr guter Club. Das wird sicher wieder eine spannende Partie."

Mit Real Sociedad und Borussia Dortmund haben die Salzburger in der laufenden K.o.-Phase aber bereits Gegner aus Spanien und Deutschland ausgeschaltet. "Das ist wieder ein sehr großer Name aus einer großen Liga", sagte Sportdirektor Christoph Freund. "Das ist ein super Los, auf das wir uns sehr freuen. In den letzten acht sind aber nur noch sehr große Kaliber dabei in der Europa League."

Lazio eliminierte im Europa-League-Frühjahr bisher Steaua Bukarest und Dynamo Kiew. 1999 gewann der zweifache italienische Meister (1974 und 2000) den Europacup der Cupsieger. "Jede Aufgabe, die jetzt kommt, ist eine außergewöhnliche", meinte Rose. "Wir werden sicher nichts abschenken. Wir bleiben aber auch auf dem Teppich. Wir werden keine großen Sprüche klopfen."

Saisonziele bleiben der Meistertitel und der Cupsieg. "International wollen wir das Maximum herausholen", erklärte Rose. Das sei aber nicht an Ergebnissen festzumachen. Man wolle wieder Leistungen wie gegen Dortmund (2:1/a und 0:0/h) auf den Platz bringen. "Wo das hinführt, werden wir sehen. Wir sollten aber schon auf dem Boden bleiben."

Sollten die Bullen das Halbfinale (26. April und 3. Mai) erreichen und gleichzeitig ins ÖFB-Cupfinale einziehen, müsste letzteres verschoben werden. Der ÖFB hat bereits den 9. Mai als möglichen Ausweichtermin für das am 1. Mai angesetzte Endspiel in Klagenfurt genannt. "Es wäre sehr schön, wenn es so kommt, dass man das verschieben müsste", sagte Freund. Dazu müssten die Salzburger im Cup-Halbfinale am 18. April aber auch noch Mattersburg aus dem Weg räumen.

In der Champions League trifft Titelverteidiger Real Madrid im Viertelfinale auf Juventus Turin - das bedeutet eine Neuauflage des Finales 2017. Der FC Barcelona trifft auf AS Roma, Bayern München bekommt es mit dem FC Sevilla zu tun. In einem Premier-League-Duell treffen Manchester City und Liverpool aufeinander.

Juventus, Barcelona, Sevilla und Liverpool treten zunächst vor eigenem Publikum an. Die Hinspiele finden am 3./4. April, die Rückspiele am 10./11. April statt. Die Halbfinals sind am 24./25. April und 1./2. Mai. Das Finale ist für den 26. Mai in Kiew terminiert.

Juventus und Real standen sich schon des Öfteren in wichtigen Spielen gegenüber. In den zwei jüngsten K.o.-Duellen mit Hin- und Rückspiel hat dabei die "Alte Dame" die Oberhand behalten. Zuletzt gewannen die Italiener das Champions-League-Semifinale 2014/15 - es war das bisher letzte Mal, dass Real in der "Königsklasse" eliminiert wurde.

Bayern und Sevilla treffen erstmals in einem europäischen Wettbewerb aufeinander. "Erstmals gegen Sevilla. Gespannt auf eine weitere große Aufgabe gegen einen starken Gegner", verlautete ÖFB-Star David Alaba auf Twitter. Angesichts der übrigen Namen in der Verlosung war bei den Münchnern nach der Auslosung in Nyon grundsätzlich eine gewisse Erleichterung spürbar. Seit inklusive 2013 sind die Bayern in der Champions League stets an einem spanischen Club gescheitert.

Auch im Lager von Barcelona entspannten sich die Gesichter etwas, nachdem Ex-Milan-Stürmer Andrej Schewtschenko Roma aus dem Topf zog. Vor allem Real Madrid wollten die Katalanen aus dem Weg gehen - das ist vorerst geschehen. Gegen die Roma gibt es eine ausgeglichene Champions-League-Bilanz: beide Teams haben je einmal gewonnen, zwei Partien endeten unentschieden. Das bisher letzte Aufeinandertreffen gewann Barcelona in der Gruppenphase 2015/16 zu Hause 6:1.

Nachdem die Premier League mit fünf Vertretern in die K.o.-Runde gestartet war, steht fest, dass ein Team im Halbfinale stehen wird. Das Duell Manchester City gegen Liverpool ist auf europäischer Ebene eine Premiere. In britischen Bewerben haben insgesamt die "Reds" die Nase vorne, auch das jüngste Kräftemessen in der Premier League ging am 14. Jänner mit 4:3 an Liverpool. Überhaupt hat Manchester von den jüngsten acht Begegnungen bewerbsübergreifend nur eine gewonnen, wenn man den Sieg nach Elfmeterschießen im Liga-Cup-Finale 2016 nicht mitrechnet.

(APA)

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