Quelle: ZAMG

Salzburg nach 3:2 bei Rapid wieder Bundesliga-Tabellenführer

26.11.2017 - 22:05
Salzburg brachte den Sieg über die Zeit© APASalzburg brachte den Sieg über die Zeit

Fußball-Meister Red Bull Salzburg ist auch nach der 16. Runde Bundesliga-Tabellenführer. Der Titelverteidiger gewann am Sonntag einen packenden Schlager bei Rapid knapp mit 3:2 und setzte sich zwei Punkte vor Sturm Graz an die Spitze. Die Wiener Austria feierte dank eines Last-Minute-Treffers von Raphael Holzhauser (92.) einen 2:1-Erfolg beim Wolfsberger AC.

Im Spitzenspiel sorgten Hwang Hee-chan (45.+2), Andreas Ulmer (46.) und Reinhold Yabo (50.) vor 25.300 Zuschauern im Allianz-Stadion für die Entscheidung und dafür, dass Salzburg nun schon zehn Pflichtspiele gegen Rapid unbesiegt ist. Für die Wiener waren Tore von Dejan Ljubicic (28.) und Giorgi Kvilitaia (76.) zu wenig, sie gingen nach zwölf Pflichtpartien ohne Niederlage wieder einmal als Verlierer vom Platz. Der Abstand auf den Vierten Admira schmolz auf vier Punkte.

Rapids Taktik schien darauf hinauszulaufen, den schnellen Schobesberger mit weiten Bällen einzusetzen. Das ging in der siebenten Minute erstmals auf. Der durchbrechende Offensivspieler konnte von Miranda nur mit einem torraubverdächtigen Foul gestoppt werden und hatte dabei Glück, von Schiedsrichter Markus Hameter nicht ausgeschlossen zu werden. Alexander Walke parierte den verhängten Freistoß von Stefan Schwab (8.). Auf der anderen Seite musste auch Richard Strebinger bei einem Miranda-Kopfball (11.) erstmals sein Können zeigen.

Die Hütteldorfer hatten in der ersten Hälfte insgesamt etwas mehr vom Spiel und auch etwas Pech. Nach schönem Murg-Solo konnte Walke noch abwehren, beim gefühlvollen Nachschuss von Eren Keles rettete die Latte für den Deutschen (26.). Die Führung lag in der Luft und ließ nicht lange auf sich warten: Eine Schobesberger-Freistoßflanke brachten die Salzburger nicht aus dem Gefahrenbereich, Maximilian Hofmann brachte den Ball per Kopf zur Mitte, wo Ljubicic am Schnellsten reagierte und abstaubte (28.). Der 20-Jährige hat damit seine beiden bisherigen Bundesligatore gegen die "Bullen" erzielt.

Der Ausgleich der im Angriff ohne Topstürmer Munas Dabbur angetretenen Salzburger kündigte sich nicht wirklich an, wurde in der letzten Aktion vor der Pause aber Realität. Und das ausgerechnet nach einem Konter. Andreas Ulmer bediente Hwang, der aus 13 Metern einschoss. Strebinger war noch dran, der Ball landete aber via Innenstange im Tor (45.+2).

Rapid schien davon auch nach der Kabinenansprache noch geschockt zu sein, verschlief den Start der zweiten Hälfte ohne den wegen einer Kopfverletzung ausgetauschten Ljubicic völlig. Der vor der Pause noch unauffällige Yabo konnte sich auf der rechten Seite durchsetzen, und seine Hereingabe zimmerte der frei stehende Ulmer ins Netz (46.). Da war nicht einmal eine Minute gespielt. In der 50. Minute ließ Yabo die Rapid-Abwehr wieder nicht gut aussehen und schloss eine schöne Einzelleistung zum 3:1 ab. Rapid konnte vorerst nicht wirklich reagieren, gefährlicher blieben die Gäste, die viele Räume vorfanden. Strebinger verhinderte im Duell mit Hwang das 1:4 (57.).

Erst in der Rapid-Viertelstunde wachten die Hausherren noch einmal richtig auf. "Joker" Kvilitaia köpfelte nach Bolingoli-Flanke ein (76.). Für den in dieser Saison bereits oftmals glücklosen Georgier war es der erste Liga-Saisontreffer. Über seinen zweiten (81.) durfte sich der Stürmer nur wenige Augenblicke freuen. Nach Rücksprache mit dem Linienrichter und dem vierten Assistenten wurde dieser von Hameter wegen eines offensichtlichen Handspiels beim Abschluss zurecht zurückgenommen.

Bei der Wiener Austria stand in Wolfsberg erstmals seit 17. September der wiedergenesene Osman Hadzikic im Kasten, weil Trainer Thorsten Fink Patrick Pentz eine Pause geben wollte. Der FAK-Einsergoalie war nach gut einer Viertelstunde erstmals richtig gefragt, als Christopher Wernitznig einen Konter mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze abschloss (17.). Insgesamt sorgten die Hausherren vor der Pause für deutlich mehr Gefahr als die "Veilchen", die aus ihren Vorteilen beim Ballbesitz nichts machten, 45 Minuten lang keinen einzigen Torschuss zuwege brachten. Hadzikic musste hingegen später auch noch gegen Daniel Offenbacher (38./harmloser Weitschuss) und Drescher (45./Kopfball) eingreifen.

Drescher war es schließlich auch, der kurz nach Wiederbeginn die Bemühungen belohnte, völlig alleine gelassen nach Wernitznig-Flanke aus sieben Metern einköpfelte. Die Austria zeigte sich aber nur kurz geschockt, Pires hob den Ball von der Strafraumgrenze vorerst noch knapp über das Tor (55.), drei Minuten danach war Friesenbichler nach einem Standard aber aus wenigen Metern zur Stelle. Der Stürmer schoss allerdings wenig später neuerlich aus Kurzdistanz über das Tor (63.).

Selbst die Rote Karte für Innenverteidiger Kadiri wegen eines Revanchetritts gegen Offenbacher (65.) brachte die Austria nicht außer Tritt. Die verbleibende rund halbe Stunde wurde zum Duell auf Augenhöhe, in der beide Teams auch noch hätten treffen können. So fehlten etwa Ouedraogo nur Zentimeter (77.), Mihret Topcagic brachte den Ball aus wenigen Metern nicht im Tor unter (87.). In der Nachspielzeit war der von der Verteidigung völlig vernachlässigte Holzhauser dann im Strafraum mit einem Schuss ins lange Eck zur Stelle.

(APA)

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