Quelle: ZAMG

Sturm verteidigte Führung - Rapid vorerst Dritter

30.09.2017 - 20:48
Drei Tore, kein Gegentreffer, ein leichter Auswärtssieg für die Grazer© APADrei Tore, kein Gegentreffer, ein leichter Auswärtssieg für die Grazer

Sturm Graz hat mit einem 3:0-Sieg bei Schlusslicht St. Pölten die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga erfolgreich verteidigt und dabei den ersten Sieg nach drei sieglosen Spielen gefeiert. Rapid hat sich mit einem umkämpften 1:0 in Mattersburg vorübergehend auf Platz drei vorgeschoben. Admira drehte beim 4:2 gegen den LASK zweimal einen Rückstand und ist punktegleich mit Rapid (16) Vierter.

Sturm ließ von Anpfiff weg keinen Zweifel am Ausgang des Spiels, auch wenn zunächst noch das Glück aufseiten von St. Pölten war. Philipp Huspek stand früh gleich doppelt im Fokus. Zunächst vergab er völlig frei stehend aus bester Position, nachdem er von Marvin Potzmann ideal bedient worden war (6.). Nur eine Minute später lief Huspek allein auf das Tor zu, Schiedsrichter Oliver Drachta erkannte im Kontakt mit St. Pöltens Babacar Diallo knapp außerhalb des Strafraums zur Überraschung der 3.463 Zuseher keinen Torraub und ließ weiterspielen.

Nur Augenblicke später wechselte Fortuna die Seiten. Nach einer Potzmann-Flanke rutschte Peter Zulj der Ball unter der Sohle durch und sprang dem hinter ihm postierten David Stec auf den Oberschenkel, der das Spielgerät unhaltbar für Christoph Riegler ins eigene Tor ablenkte (10.). Die Grazer waren nun drückend überlegen. Charalampos Lykogiannis traf bei einem Freistoß noch das Lattenkreuz (16.). Goalgetter Deni Alar machte es nach einem Zuspiel von Stefan Hierländer zwei Minuten später besser: Er schob den Ball überlegt ins Eck.

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gastgeber zwar deutlich besser organisiert und präsenter in den Zweikämpfen und fanden auch die ein oder andere Halbchance vor. Wirklich fordern konnte man Jörg Siebenhandl jedoch nicht. Die Steirer verwalteten das Ergebnis mit langen Ballbesitzphasen. Huspek wurde nach etwas mehr als einer Stunde für seine starke Leistung mit einem Tor belohnt, nachdem Daniel Petrovic eine Lykogiannis-Flanke zu kurz geklärt hatte (63.). Die "Blackys" halten damit bei 22 Punkten und können vom ersten Verfolger Salzburg (18) am Sonntag selbst bei einem Heimsieg gegen den WAC nicht überholt werden.

Rapid setzte den Aufwärtstrend auch in Mattersburg fort. Die Hütteldorfer gewannen im Pappelstadion mit 1:0, sind damit seit sechs Pflichtspielen ungeschlagen. Die Burgenländer hingegen sind schon acht Runden sieglos und haben die jüngsten neun Duelle mit den Grün-Weißen nicht gewonnen.

Das Gold-Tor für Rapid war allerdings höchst umstritten - Stefan Schwab beförderte den Ball nämlich in der 29. Minute mit der Hand ins Netz. Bei der entscheidenden Szene spielte Louis Schaub den Ball in den Rückraum, Jano wollte klären und traf aus kurzer Distanz die weit vom Körper weggestreckte Hand Schwabs, von der das Spielgerät den Weg ins Tor fand. Schiedsrichter Manuel Schüttengruber ließ den Treffer dennoch gelten, weil er offenbar keine absichtliche Aktion des Rapid-Kapitäns erkennen konnte.

Mattersburg-Trainer Gerald Baumgartner brachte diese Aktion zur Weißglut. Als dann vier Minuten später noch ein Tor von Thorsten Mahrer wegen Abseits aberkannt wurde, fielen die Proteste des Betreuers so heftig aus, dass er von Schüttengruber auf die Tribüne verbannt wurde. Auch Andreas Gruber (14.) und Patrick Bürger (37.) versenkten den Ball im Netz, doch auch diese Treffer wurden zurecht wegen Abseits nicht gegeben.

Obwohl das Tor auf kontroversielle Art und Weise fiel, so war die Führung der Hütteldorfer nicht unverdient. Die Gäste hatten deutlich mehr vom Spiel, wurden aber nur selten gefährlich. In der 26. Minute musste sich SVM-Goalie Markus Kuster bei einem Schuss von Boli Bolingoli strecken, in der 42. Minute setzte Thomas Murg den Ball ans Außennetz.

Auch nach dem Seitenwechsel kontrollierte Rapid das Geschehen, doch wieder gab es nicht allzu viele Topchancen, obwohl mit der Einwechslung des unter der Woche an Muskelproblemen laborierenden Philipp Schobesberger mehr Schwung in die Partie kam. Am gefährlichsten wurde es bei einem Schlenzer von Stephan Auer, der knapp am Tor vorbeiflog (71.) und einem von Kuster parierten Schobesberger-Lupfer (90.).

Die Admira konnte ihre Cupschlappe höchst erfolgreich verarbeiten. Mann des Abends war Christoph Knasmüllner, der mit einem Triple (37., 75./Foulelfer, 84.) eine eindrucksvolle Trendwende herbeiführte. Der LASK, der durch Peter Michorl (8./1:0) und Rene Gartler (34./2:1) zweimal in Führung lag, bleibt damit auswärts weiter ohne Sieg und ist nach seiner dritten Saisonniederlage erstmals in der unteren Tabellenhälfte zu finden.

Zu Beginn einer über weite Strecken zerfahrenen, spielerisch schwachen Partie jubelte noch der LASK. Michorl scherzelte eine Hereingabe von Mergim Berisha aus wenigen Metern mit dem Außenrist ins Netz. Bei der Admira gab Cup-Torschütze Sasa Kalajdzic sein Startelfdebüt, er fand in der 14. Minute nach einem Eckball auch vorerst die beste Chance auf den Ausgleich vor, köpfelte nach einer Ecke aber neben den Kasten von Pavao Pervan.

Rund zehn Minuten später war Pervan dann geschlagen: Eine Grozurek-Flanke fand zwar keinen Abnehmer, landete schließlich aber im langen Eck (24.), der sichtlich irritierte ÖFB-Neo-Teamgoalie konnte nicht mehr eingreifen. Der LASK fand dank Gartler, eines schönen Steilpasses von Michorl und einer passiven Admira-Abwehrreihe zwar eine schnelle Antwort, musste aber noch vor der Pause den neuerlichen Ausgleich hinnehmen: Berisha brachte Maximilian Sax mit einer ungeschickten Aktion ins Stolpern, Knasmüllner verwertete den Elfer souverän.

Es war der Auftakt für einen Gala-Auftritt des ehemaligen FC-Bayern-Amateure-Spielers, der gegen Ende der Partie zweimal nach Vorarbeit des 20-jährigen Kalajdzic alles klar machte. Davor hatte es wenige echte Chancen gegeben, der LASK gab überhaupt nur zwei Weitschüsse ab und wurde für seine Passivität schließlich bestraft. Die besten Möglichkeiten fanden im Finish Gartler (88.) und Bruno (91.) vor, beide scheiterten aber an Goalie Andreas Leitner.

(APA)

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