Quelle: ZAMG

Salzburg in EL-Play-off gegen Rumäniens Meister Viitorul

04.08.2017 - 16:50
Auf die "Bullen" wartet ein Meisterduell© APAAuf die "Bullen" wartet ein Meisterduell

Fußball-Meister Salzburg trifft im Play-off um den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase auf Viitorul Constanta. Der Club wurde in der abgelaufenen Saison Rumäniens Meister. Wie die UEFA-Auslosung am Freitag in Nyon ergab, trifft außerdem die Wiener Austria auf NK Osijek aus Kroatien. Altach bekommt es mit Maccabi Tel Aviv aus Israel zu tun.

Red Bull Salzburg trifft mit Viitorul Constanta auf einen sehr jungen Verein, der Club wurde erst 2009 aus der Taufe gehoben. Sein herausragendes Merkmal ist jener Mann, der wie zu seiner aktiven Zeit nun abseits des Platzes die Fäden zieht: Gheorge Hagi ist Eigentümer, Präsident und Trainer.

Als Meister stieg Viitorul in der dritten Qualifikationsrunde ein und schlitterte nach einem 1:0-Heimsieg gegen Apoel Nikosia im Rückspiel noch in eine 0:4-Niederlage. "Viitorul kommt, so wie wir, aus der Champions League-Qualifikation, wo sie letztlich nur knapp ausgeschieden sind", meinte Salzburg-Cheftrainer Marco Rose. In der Tat war es am Mittwoch zum Ende der regulären Spielzeit noch 1:0 für den zypriotischen Vertreter gestanden, erst in der Verlängerung fing sich die Hagi-Truppe drei Treffer ein.

Der mittlerweile 52-Jährige ist der wichtigste Fußballer, den Rumänien bisher hervorgebracht hat. Als Regisseur mit dem Hang zum begnadeten Pass galt Hagi, der im Kreis Constanta unweit der gleichnamigen Kreishauptstadt geboren wurde, als einer der besten Mittelfeldspieler des Planeten.

Er kickte in seiner Karriere unter anderem bei Steaua Bukarest, Real Madrid, dem FC Barcelona und Galatasaray Istanbul. Den FC Viitorul, der aus seiner Fußballakademie hervorging, führte er 2017 zum bisher größten Erfolg, dem Meistertitel. In die neue Liga-Saison startete die vorwiegend aus jungen rumänischen Kickern bestehende Mannschaft mit einem Sieg und zwei Niederlagen.

"Mit Gheorghe Hagi hat Viitorul einen prominenten Clubchef und Trainer. Sonst ist der Club für mich noch eine Unbekannte", brachte Goalie Alexander Walke auf den Punkt, was viele im "Bullen"-Lager am Freitag nach der Auslosung dachten. "Aber wir werden uns alle Infos zum rumänischen Meister holen", ergänzte er. "Wir werden uns ab jetzt alle notwendigen Informationen holen und sie auch genau beobachten", versprach auch Rose.

Salzburg kämpft um die insgesamt sechste Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase, für Viitorul wäre es eine Premiere. Gespielt wird zunächst am 17. August zunächst auswärts beziehungsweise am 24. August 2017 daheim.

Auch die Austria bestreitet das Hinspiel (17. August) in der Fremde, das Rückspiel am 24. August dann in Österreich. Im Happel-Stadion wird das Spiel aber definitiv nicht über die Bühne gehen. Das Prater-Oval ist aufgrund des zwei Tage später stattfindenden Konzerts von Popstar Robbie Williams belegt. Als Ausweichstadion steht nun St. Pöltens NV-Arena zur Diskussion.

Austrias Gegner Osijek eliminierte in der dritten Qualifikationsrunde überraschend PSV Eindhoven. "Sie sind eine starke Mannschaft. Wir haben trotzdem das Vertrauen zu sagen, wir können sie schlagen", gab sich "Veilchen"-Coach Thorsten Fink in einer ersten Reaktion zuversichtlich. "Es ist eine schwere Aufgabe, aber lösbar."

Osijek wurde in der abgelaufenen Saison Vierter im kroatischen Oberhaus. In der Europa-League-Qualifikation überstand der Verein aus dem Osten Kroatiens aber schon drei Runden. Nach Aufstiegen gegen Santa Coloma aus Andorra und den FC Luzern düpierte Osijek auch Eindhoven. Nach einem 1:0 in den Niederlanden setzte sich NK am Donnerstag auch zu Hause mit 1:0 durch.

"Sie haben mit Eindhoven eine Topmannschaft aus dem Weg geräumt, sich auch gegen Luzern durchgesetzt. Sie sind physisch sehr gut und stehen kompakt", erklärte Fink. Als gesetztes Team hätte die Austria auch auf Maritimo Funchal, Roter Stern Belgrad, AEK Athen oder Shkendija aus Mazedonien treffen können.

Seine Heimspiele bestreitet Osijek im Stadion Gradski vrt, einer Multifunktionsarena mit rund 18.000 Sitzplätzen. Größter Erfolg der Clubgeschichte ist der Sieg im kroatischen Cup 1999.

Einen riesigen Erfolg feierte Altach am Donnerstag mit dem "Wunder" gegen KAA Gent. Nun bekommen es die Vorarlberger mit Israels Fußball-Rekordmeister Maccabi Tel Aviv zu tun. "Wir sind wieder der absolute Underdog", betonte Trainer Klaus Schmidt. Das Hinspiel steigt am 17. August auf dem Innsbrucker Tivoli, das Rückspiel dann eine Woche später im 13.600 Zuschauer fassenden Netanya-Stadion.

Dass den Vorarlbergern die Außenseiterrolle bestens liegt, sah man am Donnerstagabend beim verdienten 3:1-Heimsieg über den Vorsaison-Achtelfinalisten aus Belgien. "Das ist ein Wunder. Ein Gegner wie Gent ist eine Nummer in Europa. Altach mit 6.000 Einwohnern - wir sind wie die Gallier", betonte Schmidt, dass ihn sein Team an die berühmte Comicserie Asterix erinnere und ihm ein "unvergessliches Erlebnis" beschert habe. "Wir haben gewusst, dass wir zwei Supertage brauchen, wenn wir nur annähernd eine Chance gegen Gent haben wollen. Und unser Aufstieg war souverän und verdient."

Doch es blieb kaum Zeit diesen sensationellen Erfolg zu feiern. Auch Maccabi war vorerst "nicht mehr als eine Randnotiz", wie der 49-jährige Steirer mit Blick auf das Bundesliga-Heimspiel am Sonntagabend (16.30 Uhr) in Wolfsberg festhielt. "Natürlich freue ich mich, dass wir gegen so eine Mannschaft antreten dürfen, das ist eine interessante Aufgabe. Doch damit ist es für mich erledigt. Auf dem WAC liegt jetzt die absolute Priorität. Wir müssen weiter hackeln und am Sonntag wieder performen. In eineinhalb Wochen beschäftige ich mich dann mit Maccabi", erklärte Schmidt.

Sein Sportdirektor Georg Zellhofer hatte dafür vollstes Verständnis, freute sich aber auch über das "tolle Los. Ich war noch nie in Israel. Das ist die nächste riesige Herausforderung für uns gegen eine kompakte und eingespielte Mannschaft. Man hat aber gegen Gent gesehen, was möglich ist. Das war eine richtig gute Mannschaftsleistung von uns, wir haben die Ausfälle super kompensiert. Es ist unglaublich. Die Art und Weise, wie wir den Aufstieg geschafft haben, war beeindruckend - noch dazu, wenn man bedenkt, dass wir eigentlich zwei Auswärtsspiele hatten", betonte der 56-Jährige, weil Altach aufgrund der UEFA-Regularien ab der dritten Quali-Runde nicht mehr im Heimstadion spielen darf.

Stefan Nutz, der das 2:1 erzielt hatte, meinte indes: "Man hat gesehen, dass Marktwerte nicht Fußball spielen." Von da her wird es für Altach nun im Play-off leichter, denn das Budget und der Wert des Kaders von Maccabi liegen deutlich unter jenem von Gent. In der UEFA-Club-Rangliste ist aber der aktuelle Vizemeister aus Israel als Nummer 74 noch immer ganz weit vor Altach (185.) zu finden.

"Wir haben eine sehr gute Serie, das überrascht mich selbst ein bisschen", sagte Zellhofer, der sich natürlich auch schon Gedanken darüber machen muss, falls der SCR Altach die nächste Überraschung schaffen und tatsächlich in die Gruppenphase einziehen sollte. "Es ist noch ein weiter Weg, aber sollte das Unmögliche gelingen, müssen wir reagieren, denn wir haben einen schmalen Kader."

(APA)

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