Quelle: ZAMG

Neymar sucht in Paris "noch größere Herausforderung"

04.08.2017 - 23:55
Neymar mit PSG-Präsident Nasser al-Khelaifi© APA (AFP)Neymar mit PSG-Präsident Nasser al-Khelaifi

Fußballprofi Neymar hat sich seinen Rekord-Wechsel von Barcelona zu Paris St. Germain nicht leicht gemacht. "Das war eine der schwierigsten Entscheidungen meines Lebens", sagte der 25-Jährige am Freitag im Rahmen seiner offiziellen Vorstellung beim Vizemeister der abgelaufenen Saison. Ausschlaggebend sei die sportliche Aufgabe gewesen. "Ich strebe immer nach einer noch größeren Herausforderung."

"Der Club ist genau so ehrgeizig wie ich", konstatierte der 222-Millionen-Euro-Mann, der für die kommenden fünf Jahre unterschrieben hatte. Mit seinem Abgang aus Barcelona verbindet der brasilianische Olympiasieger keine negativen Gefühle. "Zu keinem Zeitpunkt hat es mir an Respekt vor Barcelona gemangelt", betonte Neymar, dem die Umstände seines Wechsels von enttäuschten Barca-Fans als "Verrat" ausgelegt worden waren.

Der Stachel dürfte auch bei den Vereinsverantwortlichen von Barcelona tief sitzen. Der ehemalige Arbeitgeber des Angreifers hat bekanntgegeben, eine Prämie von 26 Millionen Euro einzubehalten, die bei der Vertragsverlängerung im Oktober 2016 vereinbart worden war. Die Prämie sollten der Profi sowie dessen Vater und Manager Neymar Senior bekommen. Die seinerzeit erzielten Vereinbarungen seien aber ganz offensichtlich nicht eingehalten worden, so Vereinssprecher Josep Vives. Neymar habe unter anderen zugesichert, vor dem 31. Juli mit keinem anderen Club zu verhandeln.

PSG-Präsident Nasser al-Khelaifi freute sich hingegen über die Verpflichtung des "besten Spielers der Welt". Dass die Ablöse überteuert sein könnte, befürchtete der katarische Geschäftsmann nicht. "Es gibt keinen zweiten Neymar auf dieser Welt. In zwei Jahren wird sich sein Wert mindestens verdoppeln!" Al-Khelaifi widersprach zudem Gerüchten wonach sich Neymar zwecks Umgehung der finanziellen UEFA-Richtlinien selbst aus seinem Vertrag bei Barcelona freigekauft hätte.

Zudem beteuerten sowohl Neymar als auch Al-Khelafi, dass Geld in diesem Transfertheater nicht die entscheidende Rolle gespielt hätte. "Falls ich dem Geld folgen würde, wäre ich vielleicht irgendwo anders in einem anderen Team, in einem anderen Land", so der Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft.

Schon am ersten Tag nach dem Rekordtransfer war die Nachfrage nach Trikots mit dem Namen des Brasilianers enorm. Nach Angaben von PSG hätten Fans am Freitag über 10.000 Stück um durchschnittlich 100 Euro erworben. Am Samstag werde lediglich ein Trikot pro Person abgegeben, kündigte der Club an.

Unterdessen hat die Spielergewerkschaft FIFPro von der EU-Kommission eine Überprüfung der Transferregeln gefordert. "FIFPro bittet die Europäische Kommission um eine umfassende Untersuchung der Transferregeln aus dem Jahr 2001, die nun dringend geprüft werden müssen", sagte FIFPro-Generalsekretär Theo van Seggelen laut einer Mitteilung vom Freitag. Die Kommission müsse den Geldfluss von Transfergebühren in der EU untersuchen und ihren Einfluss bewerten.

"Eine Reform der bisherigen Transferregeln anzuregen, ist eine Priorität von FIFPro, um die Rechte von Spielern als Arbeitnehmer und die Interessen des Spiels zu schützen." Der "überhöhte und verzerrte Markt" und die eskalierenden Summen hätten die Balance des Wettbewerbs zerstört. "Die Transferregeln der FIFA sind wettbewerbsfeindlich, ungerecht und illegal", kritisierte van Seggelen.

(APA/dpa/ag.)

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