Quelle: ZAMG

Austria-Fehlstart in Altach - Sturm schlägt St. Pölten 3:2

24.07.2017 - 08:45
Perfekter Auftakt für die Vorarlberger© APAPerfekter Auftakt für die Vorarlberger

Siege für Altach und Sturm hat es zum Abschluss der 1. Bundesliga-Runde gegeben. Im ersten Sonntagsspiel schlitterte die Austria im Duell zweier Europa-League-Qualifikanten in Vorarlberg in eine 0:3-Niederlage und muss bei der Jagd auf Titelverteidiger Salzburg einen ersten Dämpfer hinnehmen. Ein Last-Minute-Elfertor krönte die Aufholjagd von Sturm Graz im Abendspiel gegen St. Pölten.

Die Austria legte einen veritablen Fehlstart in die neue Saison hin. Im ersten Sonntagsspiel schlitterten die Wiener im Duell zweier Europa-League-Qualifikanten in Altach in eine 0:3-(0:2)-Niederlage und mussten bei der Jagd auf Titelverteidiger Salzburg einen ersten Dämpfer hinnehmen. Ein frühes 0:2 nach neun Minuten wurde den Gästen dabei zum Verhängnis. Ein Abseitstor von Hannes Aigner nach nur 47 Sekunden sowie Kristijan Dobras (9.) sorgten für einen Anfangsschock, von dem sich die Elf von Trainer Thorsten Fink nicht mehr erholte. Ohne den gesperrten Raphael Holzhauser und den weiterhin noch nicht matchfitten Larry Kayode misslang vor 5.243 Zuschauern die Generalprobe für den EL-Heimauftritt am Donnerstag gegen AEL Limassol völlig. Finks persönliche Bilanz gegen Altach bleibt zudem bescheiden: In neun Ligaspielen holte die Austria unter Verantwortung des Deutschen nur zehn von 27 möglichen Punkten.

Die aggressiveren, bissigeren Altacher, die bereits vier Partien mehr als die Austria in den Beinen hatten, bauten unter Neo-Coach Klaus Schmidt ihre gute Bilanz weiter aus, sind in sechs Pflichtspielen der aktuellen Saison bei vier Siegen noch ungeschlagen. Die Vorarlberger dürfen am Donnerstag mit breiter Brust ins EL-Spiel KAA Gent gehen.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Vom Altacher Pressing unter Druck gesetzt, wagte Petar Filipovic im Sechzehner einen gefährlichen Pass zu Tarkan Serbest, dem der lauernde Kristijan Dobras den Ball abnahm und auf Aigner passte. Der wiederum setzte sich gegen den nacheilenden Serbest durch und schoss aus wenigen Metern ein. Schönheitsfehler: Der Routinier stand im Abseits, Schiedsrichter Manuel Schüttengruber befand den Treffer aber für korrekt. Damit war das schnellste Bundesligator der Altacher Vereinshistorie perfekt.

Und Altach gab der Austria keine Zeit zum Verschnaufen. Nur acht Minuten später zappelte der Ball nach einem gefühlvollen 25-Meter-Schuss von Dobras erneut im Netz, die unfreiwillige Vorlage lieferte Neo-"Veilchen" Heiko Westermann, dessen Klärungsversuch zu schwach ausgefallen war. Nicolas Ngamaleu (Kopfball neben das Tor/20.) und Aigner (verfehlte eine Flanke vor dem Tor nur um Zentimeter/26.), hätten sogar noch erhöhen können, die Austria wiederum verzeichnete vorerst nur einen Grünwald-Schuss von der Strafraumgrenze über die Querlatte (19.).

Nach rund einer halben Stunde schienen sich die Wiener vom frühen Schock erholt zu haben, gefällige Spielzüge führten aber bis zur Pause nicht zu Gefahr. Das wurde freilich auch nach dem Seitenwechsel trotz kurzer Drangphase kaum besser. Ein Köpfler des für Dominik Prokop eingewechselten Kevin Friesenbichler in die Arme von Goalie Martin Kobras (53.) und ein strammer Freistoß von Ismael Tajouri (60./Kobras hielt) blieben lange Zeit die einzigen "heißen" Szenen in Violett. Neo-Stürmer Christoph Monschein trat kaum in Erscheinung.

Und Altach versuchte nachzusetzen. Vorerst verhinderte Osman Hadzikic mit einem guten Reflex gegen Andreas Lienhart das 0:3 (61.), wenig später scheiterte Adrian Grbic nach Konter aus schrägem Winkel (67.). Eine Minute darauf war der "Joker" dann nach einer Flanke aber per Kopf aus Kurzdistanz zu Stelle und fixierte so den verdienten Sieg.

Ein Last-Minute-Elfertor von Neuzugang Peter Zulj krönte die Aufholjagd von Sturm Graz gegen St. Pölten. Nach einem Doppelpack von Lukas Thürauer (2., 12.) früh hinten, gelang den Steirern zum Ligaauftakt dank Philipp Zulechner (16.), Stefan Hierländer (60.) und Zulj ein letztlich verdienter 3:2-Sieg, der Selbstvertrauen für das Europa-League-Duell mit Fenerbahce Istanbul bringt. Mit dem dritten Pflichtspielsieg en suite setzte Sturm seine Erfolgsserie fort, empfängt am Donnerstag im Schlager "Fener" mit breiter Brust. St. Pölten hingegen wurde für eine vor allem in der ersten Hälfte mutige Vorstellung nicht belohnt, ging fünf Tage nach der Cup-Blamage gegen Austria Klagenfurt neuerlich als Verlierer vom Platz.

Ähnlich wie die Austria beim Gastspiel in Altach musste Sturm einen frühen 0:2-Rückstand verdauen. Kurz nach Anpfiff war Thürauer nach verlängertem Eckball aus Kurzdistanz zur Stelle, zehn Minuten später senkte sich ein von James Jeggo abgefälschter Thürauer-Weitschuss über den Kopf des chancenlosen Jörg Siebenhandl: Ein Schock für die "Blackys", eine Belohnung für den mutigen Auftritt der Gäste.

Doch die Hausherren zeigten sich relativ unbeeindruckt, wenig später staubte Philipp Zulechner nach gutem Schuss von Zulj aus wenigen Metern ab und gab damit das Signal zur Aufholjagd. Zur Halbstundenmarke vereitelte St.-Pölten-Goalie Christoph Riegler mit einer starken Parade gegen Thorsten Röcher das 2:2, wenig später klärte Babacar Diallo in höchster Not vor Deni Alar (35.), dann war es neuerlich Riegler, der einen Zulechner-Kofpball entschärfte (37.). Schließlich bereinigte er im Herauslaufen außerhalb des Strafraums per Kopf (39.).

Sturm drängte nach der Pause gegen die immer tiefer stehenderen Gäste weiter vehement auf den Ausgleich, hatte aber auch Glück bzw. Siebenhandl. Der Neo-Goalie glänzte bei einem Kopfball Lonsana Doumbouyas mit einer Fußparade (50.). Nach genau einer Stunde wurde das Engagement der Grazer aber belohnt: St. Pölten konnte sich nicht befreien, der Ball kam zu Hierländer, der selbigen mit links unter die Latte hämmerte.

Sturm schienen im Finish die Kräfte zu schwinden, während St. Pölten sporadische Konter lancierte. Bei der besten Möglichkeit auf das 3:2 verstolperte Alar den Ball allein vor dem Tor (63.). Als niemand mehr damit rechnete, kam der Auftritt von Sturm-Youngster Romano Schmid. Der 17-jährige "Joker" holte gegen Diallo einen Elfer heraus, den Zulj mit einem Schuss in die Mitte eiskalt verwertete.

(APA)

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