Quelle: ZAMG

Siege für Salzburg und den LASK - Rapid nur remis

22.07.2017 - 21:02
Stefan Maierhofer erzielte den verdienten Ausgleich© APAStefan Maierhofer erzielte den verdienten Ausgleich

Der LASK hat bei seiner Rückkehr in Österreichs Fußballoberhaus am Samstag einen idealen Einstand gefeiert. In der ersten Runde fertigte die Elf von Oliver Glasner in Pasching die Admira mit 3:0 (2:0) ab und führt nun vorläufig die Tabelle an. Punktegleich mit den Oberösterreichern lag dahinter Titelverteidiger Salzburg nach einem 2:0 (1:0) beim WAC. Rapid spielte gegen Mattersburg nur 2:2.

Zwar führte Grün-Weiß nach Joelintons Ausschluss (23.) nach fast einer Stunde 2:0, konnte dem Druck der Burgenländer in Unterzahl aber nicht ganz standhalten und kassierte in der Schlussphase noch zwei Gegentreffer. Abgeschlossen wird die erste Runde am Sonntag mit den Partien Altach - Austria Wien (16.30 Uhr/live ORF eins) und Sturm Graz - St. Pölten (19.00).

Sechs Jahre und zwei Monate nach dem bis dato letzten Bundesligaauftritt überrollte die Elf von Oliver Glasner den Gegner in Pasching in der ersten Hälfte regelrecht, führte durch Neuzugang Bruno (10.) und Maximilian Ullmann (31.) 2:0. Peter Michorl machte mit dem 3:0 (64.) den Sack zu. Der ehemalige Ried- und nunmehrige LASK-Coach Glasner vertraute Großteils jenen Spielern, die den Aufstieg geschafft hatten, brachte mit Offensivmann Bruno und Ex-Rieder Gernot Trauner lediglich zwei Neuzugänge. Auch die Admira präsentierte sich in bekanntem Gewand, aber naturgemäß ohne den zur Austria abgewanderten Stürmer Lukas Monschein.

Das Tempo gab ein mit hörbar großem Rückhalt auf den Tribünen gestarteter LASK vor. Samt Dreierkette und aggressivem Pressing ließen Rene Gartler und Co. vor 5.277 Zuschauern den Gästen keine Luft, die Admira fand vor der Pause offensiv praktisch nicht statt. Und die Niederösterreicher machten es den selbstbewussten Hausherren auch beim Toreschießen zu einfach.

Beim 1:0 bugsierte der überraschte Goalie Andreas Leitner einen Freistoß von Michorl auf die erste Stange selbst ins Tor, Bruno berührte den Ball wohl noch mit den Haarspitzen. Das 2:0 entsprang einem Einwurf, Ullmann köpfelte schließlich nach Flanke des völlig unbedrängten Reinhold Ranftl ein. Schon in der Vorbereitung hatte der LASK für viel Gefahr aus Standards gesorgt.

Erst nach der Pause zeigte die Admira deutlich mehr Gegenwehr, ein Stangenschuss von Grozurek kurz nach Wiederbeginn (48.) taugte letztlich aber nicht als echter Weckruf. Die Partie verlief in der Folge zwar auf Augenhöhe, das Tor machte aber neuerlich der LASK - wieder nach einem ruhendem Ball. Nach gut einer Stunde war Michorl mit einem gefühlvoll über die Mauer gezirkelten Freistoß zur Stelle.

Immerhin zwang Christoph Knasmüllner LASK-Goalie Pavaro Pervan zu Beginn der Schlussphase noch zu einer Parade (73.), Minuten später vereitelte der beste Tormann der vergangenen Erste-Liga-Saison mit einer Fußabwehr einen Treffer. Dazwischen hatte Alexander Riemann nach einem Konter die Riesenchance auf das 4:0 liegen gelassen (76.). Ex-Austrianer James Holland, prominente Neuverpflichtung, kam beim LASK erst in der 84. Minute, Emanuel Pogatetz saß nur auf der Bank.

Serienmeister Salzburg hatte zum Saisonauftakt beim Wolfsberger AC keine Probleme, Reinhold Yabo (29.) brachte die "Bullen" in Führung, Takumi Minamino (90.) sorgte kurz vor Schluss nach einem Konter für den 2:0-Endstand. Das Team von Neo-Coach Marco Rose gewann damit auch das vierte Pflichtspiel in dieser Saison ohne Gegentor. Der Deutsche veränderte seine Startelf bei seinem Bundesliga-Debüt im Vergleich zum 3:0-Erfolg in der Champions-League-Qualifikation am Mittwoch gegen Hibernians auf sechs Positionen. Die beiden Außenverteidiger Valentino Lazaro, der vom deutschen Bundesligisten Hertha BSC umworben wird und für nicht matchfit befunden wurde, sowie Andreas Ulmer waren nicht im Kader. Dafür standen Neuzugang Patrick Farkas in seinem 175. Bundesliga-Spiel und Stefan Stangl in der Startaufstellung.

Vor 4.320 Zuschauern in der Lavanttal-Arena dominierte Salzburg die Anfangsphase, klare Chancen konnte sich der Meister aber nicht erarbeiten. Die Elf von WAC-Coach Heimo Pfeifenberger hielt gut dagegen, bis zur 29. Minute gab es keinen einzigen Torschuss auf beiden Seiten. Mit der ersten gefährlichen Chance im Spiel gingen die "Bullen" aber prompt in Führung. Der 18-jährige Hannes Wolf, der als jüngster Salzburger mit einem eigenen Rauch-Trikot spielte, bediente Yabo, der aus 14 Metern flach ins rechte Eck traf.

Die Wolfsberger wirkten geschockt, Munas Dabbur (32.) hatte kurz darauf das 2:0 auf dem Fuß. Der Schuss des Israelis wurde aber von Hüttenbrenner vor der Linie geklärt. Auch in der zweiten Spielhälfte verzeichneten die Salzburger ein leichtes Übergewicht, WAC-Goalie Alexander Kofler konnte sich bei einem Paulo-Miranda-Flugkopfball (60.) nach einem Eckball auszeichnen. Mit der Führung im Rücken schalteten die Salzburger einige Gänge zurück und ermöglichten damit ein offenes Spiel.

Die Gastgeber blieben aber vor dem Tor ungefährlich, der Sieg des Meisters war kaum gefährdet. Kurz vor Schluss sorgte Minamino (90.) für die Entscheidung. Dabbur bediente den Japaner nach einem Konter mustergültig, der 22-Jährige blieb allein vor Kofler eiskalt und netzte ins rechte Eck ein.

Die Kärntner kassierten damit ihre erst zweite Bundesliga-Heimniederlage im Kalenderjahr 2017, beide gegen Salzburg. Die Mozartstädter durften sich indes über eine gelungene Generalprobe für das Heim-Hinspiel in der dritten Qualifikationsrunde für die Champions League am Mittwoch gegen den kroatischen Meister HNK Rijeka freuen.

Rapid startete mit einem 2:2 (1:0) gegen Mattersburg in die "Saison der Wiedergutmachung" gestartet. Zwar schoss Grün-Weiß nach Joelintons Ausschluss (23.) durch Stephan Auer (25.) und Maximilan Wöber (57.) ein 2:0 heraus, konnte dem Druck der Burgenländer in Unterzahl aber nicht ganz standhalten: Smail Prevljak (74.) und Stefan Maierhofer (79.) sicherten den Gästen noch einen Punkt. Erstmals seit fünf Partien gewannen die Hütteldorfer damit nicht ihr Saison-Auftaktspiel vor eigenem Publikum.

Im Vergleich zum Cup nahm Rapid-Coach Goran Djuricin drei Änderungen vor. Mario Sonnleitner wurde in der Innenverteidigung statt Maximilian Hofmann aufgeboten, im offensiven Mittelfeld kam Debütant Eren Keles anstelle von Louis Schaub zum Einsatz. Und Rekord-Rapidler Steffen Hofmann spielte im Zentrum für Tamas Szanto, der an Leistenproblemen laboriert.

Bei hohen Temperaturen und vor 17.800 Zuschauern agierten die Gäste in den ersten 20 Minuten recht ambitioniert, attackierten mit mehreren Spielern früh und machten es Rapid schwer. Chancen waren auf beiden Seiten aber Mangelware, Keles gab einen eher harmlosen Schuss ab (7.), auf der anderen Seite ging ein Jano-Freistoß in die Arme von Richard Strebinger (4.). In der 21. Minute prüfte Thomas Murg mit einem satten Schuss Mattersburg-Goalie Markus Kuster.

Die entscheidende Szene spielte sich bald danach ab. Michael Novak foulte Joelinton an der Strafraumgrenze gelbwürdig, doch die Karte sah der unbeherrschte Brasilianer - und das in Rot. Für ein leichtes Nachtreten mit beiden Füßen stellte ihn Schiri Markus Hameter ohne zu zögern vom Platz. Den Freistoß bekam dennoch Rapid zugesprochen, Auer schoss erst in die Mauer, verwertete aber unter Mithilfe von Kuster den Nachschuss. Der ÖFB-Teamkaderspieler ließ den Aufsitzer über die Finger gleiten.

Die etwas kuriose Entwicklung, die das Match innerhalb weniger Minuten genommen hatte, spielte Rapid in die Karten. Grün-Weiß zeigte sich spielerisch etwas besser, Keles gab einen weiteren Schuss knapp über die Latte ab (32.). Mattersburg hingegen tauchte bis zur Pause ab und konnte die Überzahl mangels Ideen auch nach Wiederbeginn vorerst nicht nutzen - obwohl mit Neuzugang Smajl Prevljak und in der 51. Minute mit Markus Pink weitere Stürmer kamen.

Als Wöber nach Maßflanke von Thomas Schrammel zum 2:0 einköpfelte, schien Rapid auf dem Weg zum Sieg. Doch Mattersburg steckte nicht auf. Noch zischte zwar Stefan Maierhofers strammer Kopfball knapp über die Latte (65.), in der 74. Minute war es dann aber soweit: Cesar Ortiz hebelte die Abwehr mit einem schönen Lochpass auf Prevljak aus, der Bosnier schlenzte den Ball vorbei an Strebinger ins lange Eck.

Es kam für die Hausherren noch dicker: Just in der Rapid-Viertelstunde schlug Ex-Rapidler Maierhofer nach einem Eckball aus Kurzdistanz zu und sicherte der Truppe von Trainer Gerald Baumgartner einen verdienten Punkt. Im Finish hatten Pink (87.) und der eingewechselte Schaub (88.) jeweils noch Möglichkeiten auf den Sieg.

(APA)

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