Quelle: ZAMG

Dortmund unterlag Monaco am Tag nach dem Anschlag 2:3

12.04.2017 - 21:18
Dortmund bewies Moral© APA )dpa)Dortmund bewies Moral

Borussia Dortmund hat am Mittwoch - einen Tag nach einem Anschlag auf den Teambus mit mehreren Explosionen - in der Fußball-Champions-League gegen den AS Monaco zwar Moral bewiesen, unterlag den Monegassen aber. Im Viertelfinal-Hinspiel der Fußball-Champions-League mussten sich die Deutschen zu Hause mit 2:3 (0:2) geschlagen geben.

Matchwinner war Monacos Jungstar Kylian Mbappe mit einem Doppelpack (19., 79.). Dortmunds Sven Bender erzielte ein Eigentor (35.). Dem BVB gelang durch Ousmane Dembele (57.) und Shinji Kagawa (84.) zweimal der Anschlusstreffer. Das Rückspiel geht kommenden Mittwoch in Monaco über die Bühne.

Das Hinspiel war von Dienstag auf Mittwoch verlegt worden, nachdem kurz vor dem ursprünglichen Beginn in der Nähe des Dortmund-Busses drei Sprengsätze explodiert waren. Der Tatverdacht führt in die Islamistenszene. Scheiben gingen zu Bruch, Verteidiger Marc Bartra verletzte sich schwer an der Hand und am Arm. Der Spanier wurde wegen eines Speichenbruches operiert.

Dortmund-Trainer Thomas Tuchel hatte es seinen Spielern freigestellt, so kurz nach dem Schock vom Vorabend anzutreten. Keiner seiner Spieler sah sich dazu nicht in der Lage. Tuchel kritisierte allerdings die rasche Neuansetzung des Spiels durch die UEFA. "Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, damit umzugehen", erklärte der Coach.

Tatsächlich wirkte sein Team in der ersten Hälfte nicht vollends bei der Sache. Nach einem Foul von Sokratis Papastathopoulos an Mbappe hätte Monaco bereits in Führung gehen können, Fabinho schoss den Elfmeter aber links am Tor vorbei (17.). Zwei Minuten später stellte Mbappe selbst nach Vorarbeit von Thomas Lemar mit dem Oberschenkel auf 1:0. Der 18-Jährige war dabei aber klar im Abseits gestanden.

Dann avancierte Sven Bender zum Unglücksraben. Der frühere deutsche Teamspieler war statt des nach dem Anschlag vom Vorabend im Spital weilenden Bartra in die Startformation gerückt. Eine Flanke von Andrea Raggi köpfelte der 27-Jährige ins eigene Netz, nachdem ihm Monaco-Stürmer Radamel Falcao auf die Ferse gestiegen war.

Nach Seitenwechsel fand sich Dortmund - angetrieben von 65.000 sehr disziplinierten Zuschauern, die im Vorfeld enorme Sicherheitskontrollen über sich ergehen ließen - besser zurecht. Ein erster Schuss von Dembele wurde noch geblockt (52.), die zweite Großchance des Franzosen saß aber. Nach einer sehenswerten Kombination über Pierre-Emerick Aubameyang und Shinji Kagawa traf Dembele aus kurzer Distanz.

Die Dortmunder dominierten die zweite Hälfte zusehends, es war aber Mbappe, der noch einmal zuschlug. Der Wunderknabe nutzte einen Abspielfehler von Lukasz Piszczek und knallte den Ball aus vollem Lauf ins Kreuzeck. Es war sein 21. Pflichtspieltor in dieser Saison. Schon im Achtelfinale gegen Manchester City hatte Mbappe zweimal getroffen.

Dortmund steckte aber nicht auf - und darf dank Kagawa weiter auf den Aufstieg hoffen. Der Japaner traf nach Vorarbeit von Nuri Sahin und schöner Körpertäuschung im Strafraum. Für die ersatzgeschwächten Dortmunder war es die zweite Pflichtspielniederlage infolge nach dem 1:4 im Ligaschlager bei Bayern München. Frankreichs Tabellenführer Monaco hat von seinen jüngsten zehn Partien neun gewonnen.

Lob für die Leistung seiner Elf gab es von Thomas Tuchel. "Die Sache ist nicht vergessen oder verarbeitet. Wir haben das Beste daraus gemacht. Die Mannschaft hat Mut und Courage gezeigt", sagte Dortmunds Trainer. Der Spielverlauf sei aber nie auf Dortmunder Seite gewesen.

Mittelfeldmann Nuri Sahin meinte: "Bis zum Anpfiff war bei mir alles im Kopf, nur kein Fußball. Was gestern passiert ist, wünsche ich niemandem. Wir haben erst Zuhause realisiert, wie viel Glück wir hatten. Ich weiß, dass der Fußball wichtig ist, aber wir sind auch nur Menschen."

Nach Abpfiff des Spiels sperrte die Polizei zeitweise Ausgänge, um verdächtige Gegenstände im Stadion zu überprüfen. Beamten waren zwei Rucksäcke und ein Roller aufgefallen, wie die Dortmunder Behörde am Abend über Twitter mitteilte. Spezialisten gaben nach kurzer Zeit aber Entwarnung.

(APA)

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