Quelle: ZAMG

Bayern wies Leipzig in die Schranken - Winterkönig nach 3:0

21.12.2016 - 22:23
Lewandowski fixierte den 3:0-Sieg Bayern per Elfmeter© APA (AFP)Lewandowski fixierte den 3:0-Sieg Bayern per Elfmeter

Bayern München hat sich am Mittwochabend eindrucksvoll die Winterkrone in der deutschen Fußball-Bundesliga aufgesetzt. Der Titelverteidiger gewann den Schlager der 16. Runde in der Allianz Arena gegen Verfolger RB Leipzig hochverdient 3:0 (3:0) und geht mit einem Drei-Punkte-Polster auf den starken Aufsteiger ins Jahr 2017. Der Dritte Hertha BSC hat neun Zähler Rückstand auf Platz eins.

Die Münchner rückten die Kräfteverhältnisse in der Liga früh zu ihren Gunsten zurecht. Thiago Alcantara (17.), Xabi Alonso (25.) und Robert Lewandowski (45./Elfmeter) mit seinem zwölften Saisontor trafen schon vor der Pause. Die Leipziger schwächten sich durch eine gerechtfertigte Rote Karte von Emil Forsberg (30.) noch dazu selbst und schlitterten auch aufgrund einiger unnötiger Eigenfehler in ihre erst zweite und zugleich höchste Saison-Niederlage.

Davor hatte der Liga-Neuling, der neun der jüngsten elf Partien gewinnen konnte, nur in Ingolstadt (0:1) verloren. Die Bayern fixierten ihren sechsten Pflichtspielsieg in Folge, den fünften in der Liga. Nach dem 5:0 gegen Wolfsburg und dem 1:0 bei Darmstadt gab es neuerlich keinen Gegentreffer für den 26-fachen Meister, der zu Hause in der Meisterschaft nun 14 Partien unbesiegt ist.

Österreichs Fußballer des Jahres 2016, David Alaba, spielte bis zur 67. Minute als Linksverteidiger, bei Leipzig war der als Innenverteidiger aufgebotene Stefan Ilsanker über die volle Distanz im Einsatz. Offensivspieler Marcel Sabitzer wurde in der 82. Minute ausgetauscht.

Der von Ralph Hasenhüttl gecoachte RasenBallsport-Club konnte vor den Augen von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz nur in den ersten Augenblicken des Spiels mutig auftreten und mithalten. Nach wenigen Minuten nahmen die Gastgeber das Heft in die Hand und wiesen den Gegner auch durch hohe Aggressivität und Zweikampfstärke in die Schranken.

Ex-Salzburg-Tormann Peter Gulacsi, der schon bei einer Costa-Hereingabe seine Mühe gehabt hatte (13.), musste sich nach 17 Minuten erstmals geschlagen geben. Der von Ilsanker nicht genug bedrängte Lewandowski scheiterte zwar noch an der Stange, per Abstauber war aber Thiago erfolgreich.

Gleich darauf traf Douglas Costa die Stange (18.). Das 2:0 ließ aber nicht lange auf sich warten. Der Ex-Salzburger Naby Keita verlor im Mittelfeld den Ball, über Lewandowski und Thiago kam der Ball zu Alonso, der ins lange Eck einschoss (25.). Leipzig wurde nur einmal gefährlich, Manuel Neuer war bei einem Orban-Kopfball auf dem Posten (29.). Unmittelbar danach verloren die Leipziger Forsberg, der Philipp Lahm von hinten auf die Achillessehne trat und des Feldes verwiesen wurde (30.).

Für Leipzig kam es aber noch schlimmer: Gulacsi kam unmotiviert aus seinem Tor und brachte Costa zu Fall, den verhängten Elfmeter verwertete Lewandowski souverän (45.). Mit seinem 133. Ligator ist der Pole nun gemeinsam mit Giovane Elber (BRA) der zweitbeste ausländische Torjäger in der Bundesliga-Geschichte hinter dem Peruaner Claudio Pizarro (190).

Nach dem Seitenwechsel schalteten die Münchner einen Gang zurück, verwalteten vor allem das Ergebnis. Chancen waren daher eher Mangelware. Lewandowski scheiterte zweimal (52., 65.) an Gulacsi, Franck Ribery hatte bei einem Lattenpendler (87.) großes Pech. Bayern-Coach Carlo Ancelotti durfte sich über ein perfektes 25. Pflichtspiel in seiner Ära freuen.

Für Leipzig gibt es trotzdem keinen Grund Trübsal zu blasen. "2016 war sportlich grandios, es hätte besser nicht sein können", hatte Sportchef Ralf Rangnick schon vor der Partie bilanziert. Leipzig stellte einen Liga-Startrekord als bester Aufsteiger auf und überwintert als Zweiter im Windschatten der Bayern.

Dritter ist Hertha BSC nach einem 2:0-Heimsieg gegen Darmstadt. Der Fünfte Hoffenheim musste sich aufgrund eines späten Gegentors von Serge Gnabry (87.) mit einem 1:1 gegen Werder Bremen begnügen, ist damit aber weiter als einziges Ligateam ungeschlagen. Beim 15. Bremen fehlte der verletzte Florian Grillitsch weiterhin, Zlatko Junuzovic spielte durch, Florian Kainz saß nur auf der Bank.

Ein 1:1 gab es auch im Duell des 1. FC Köln mit Bayer Leverkusen. Die Truppe von Trainer Peter Stöger, für die der 13-fache Saison-Torschütze Anthony Modeste traf, ist damit zum Jahresende Siebenter, Leverkusen vier Punkte dahinter nur Neunter. Bei der Werkself verteidigte Aleksandar Dragovic, Julian Baumgartlinger fehlte aufgrund eines Magen-Darm-Infektes, Ramazan Özcan fungierte wie gewohnt als Ersatzgoalie.

Nur ein persönliches Erfolgserlebnis gab es für Markus Suttner. Bei der 1:2-Niederlage von Abstiegskandidat Ingolstadt gegen Freiburg erzielte der Ex-Austrianer aus einem Freistoß aus 17 Metern den Anschlusstreffer in der 53. Minute. Auch in der 13. Runde in Bremen hatte er einen Freistoß direkt verwandelt. Zwei direkte Freistoßtore hat sonst noch niemand diese Saison geschafft. Fast wäre noch eines dazu gekommen, sein Versuch aus 25 Metern ging aber knapp vorbei (56.). Lukas Hinterseer spielte bei den Verlierern bis zur 73. Minute. Das Frühjahr startet am 20. Jänner 2017.

(APA)

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