Quelle: ZAMG

Zwei EM-Medaillen für ÖLV am Anfang eines "großartigen Wegs"

13.08.2018 - 14:39
Weißhaidinger plädiert für sportliche Ziele und Anreize© APA (AFP)Weißhaidinger plädiert für sportliche Ziele und Anreize

Dass durch die österreichische Leichtathletik ein Ruck geht, hat sich bei den Europameisterschaften in Berlin in den Ergebnissen mit sechs Top-Ten-Ergebnissen niedergeschlagen. "Der Schwung im Team motiviert. Jeder kämpft, jeder ist begeistert, alle ziehen an einem Strang. Es ist ein großartiger Weg, den wir gerade verfolgen", sagte ÖLV-Verbandspräsidentin Sonja Spendelhofer nach der Berliner EM.

"Das ist eine geschichtsträchtige EM für uns. Man hat wirklich gesehen, dass wir zusammenhalten und alle hart arbeiten. Das gilt es, bis zu den Olympischen Spielen in Tokio weiterzutragen. Es ist der Auftrag an uns, den gesamten Verband", nahm sich Sportdirektor Gregor Högler stellvertretend für seine Funktionärskollegen in die Pflicht.

Bronzemedaillen durch Lukas Weißhaidinger im Diskuswurf und das Marathon-Team mit Lemawork Ketema, Peter Herzog und Christian Steinhammer, Rang vier für Siebenkämpferin Ivona Dadic, acht für deren Kollegin Verena Preiner und Ketema sowie zehn durch dessen Disziplingefährten Herzog gingen in die Statistik ein. Dazu kam u.a. ein 13. Platz durch Mehrkampf-Kücken Sarah Lagger.

"Unsere drei Läufer haben sich großartig geschlagen, Lukas Weißhaidinger war ein Highlight. Großartig, dass sich die harte Arbeit, die er mit seinem Team um Gregor Högler leistet, bezahlt macht. Dass diese Zielstrebigkeit dann auch belohnt wird", erklärte Spendelhofer und strich auch den ÖLV-Rekord von Dadic hervor. "Sie wird von Wettkampf zu Wettkampf besser. Mit dem vierten Platz hat sie natürlich eine kleine Träne im Auge."

Einen persönlichen Punkterekord stellte auch Preiner auf, Bestleistungen liefen über 3.000 m Hindernis Luca Sinn sowie im Marathon Ketema und Herzog. Beate Schrott erreichte souverän das Halbfinale über 100 m Hürden, für das Stephanie Bendrat vorqualifiziert gewesen war, dann aber enttäuschte. Die zweitbeste 5.000-m-Zeit seiner Karriere legte Andreas Vojta hin (19.).

Man wisse, woran man arbeiten müsse, man müsse auch mit der Wirtschaft Kontakt aufnehmen, um den Athleten noch bessere Bedingungen zu liefern, nimmt sich Spendelhofer vor. "Wir sind dabei, unsere Stützpunkte auszubauen, dass die Athleten finanzierte Trainer haben." Richtungsweisend bei der EM in Berlin war die vom ÖLV aufgestellte medizintechnische Betreuung, bei der Högler mit seinem Engagement federführend ist.

"Die Geräte wurden uns zur Verfügung gestellt, der Laser, Ultraschall, das sind Geräte im Wert von 50.000 bis 70.000 Euro, die wir noch nicht bezahlt haben", zählte Högler auf, dass die Firmen in Vorleistung gegangen waren. "Ohne den Laser wäre Lukas wegen der Fußverletzung nicht bei der EM gewesen", machte der Trainer des Diskuswerfers klar, was es braucht, um konkurrenzfähig zu sein. Weißhaidinger merkte an, dass jedes der Geräte vielleicht fünf Zentimeter ausmache. "In Summe ist das dann ein Meter, der die Medaille bringt."

Und ein besonderes Anliegen hatte der 26-jährige Werfer auch noch. "Ich möchte für den gesamtösterreichischen Sport sprechen. Gebt den olympischen Sommersportlern ein Ziel, worauf sie hinarbeiten können. Gebt ihnen ein Ziel, dass sie was gewinnen können. Dann werden die Leute anders anreißen, sie werden kämpfen dafür, jeden Tag werden sie ins Training fahren und alles geben."

Konkret ginge es um eine Sportler-Pension für - zumindest - die Medaillengewinner, wie es in vielen anderen Ländern bereits üblich ist. "Dabei muss jemand mithelfen. Es ist eine gute Zeit, dass man alles in die Richtung bringt, dass wir wieder Medaillen bei den Sommerspielen machen. Das gilt für alle Sommersportler", knüpfte Högler an. Man habe um eine Lauf-Halle in der Südstadt gekämpft und im nächsten Jahr brachte Dadic eine Medaille heim. Dann kam der Wurfplatz und nun ist das Diskus-Edelmetall im Trockenen.

Für 2019 kommen auf den ÖLV aber auch noch andere Herausforderungen zu. Das Limit-System für Großereignisse wurde abgeschafft, zur WM in Doha geht es über eine Weltrangliste, für die man Leistungs- und Bonuspunkte sammeln kann. Außerdem ist der Zeitpunkt der Weltmeisterschaften mit 27. September bis 6. Oktober sehr spät.

(APA)

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