Quelle: ZAMG

Novak nach Sieg über Rodionov im zweiten Kitz-Achtelfinale

30.07.2018 - 20:43
Novak nach durchwachsener Leistung eine Runde weiter© APANovak nach durchwachsener Leistung eine Runde weiter

Dennis Novak hat am Montag in Kitzbühel den ersten Schritt zum möglichen Viertelfinal-Duell mit seinem topgesetzten Freund Dominic Thiem gemacht. Der 24-jährige Niederösterreicher besiegte seinen fünf Jahre jüngeren Landsmann Jurij Rodionov bei dessen ATP-Tour-Debüt nach kuriosem Match-Verlauf mit 6:4,0:6,6:1. Am Mittwoch kämpft Novak gegen Dusan Lajovic (SRB-8) um sein erstes Kitz-Viertelfinale.

Der erst 19-jährige Rodionov hatte sich erstmals für einen ATP-Tour-Hauptbewerb qualifiziert und zeigte auch gegen Novak sein Potenzial. Novak war nach einem aus seiner Sicht katastrophalen zweiten Satz happy, dass er die erste Hürde genommen hat.

Nach dem 0:6 im zweiten Satz gegen die Nummer 268 der Welt hatte er sich selbstkritisch gefragt: "Was ist eigentlich mit mir los?", erzählte der in Wimbledon aus der Qualifikation in die dritte Runde vorgestoßene Novak später. "Das war der schlechteste Satz, den ich seit Monaten gespielt habe. Aber für mich zählt nur, dass ich mich im dritten erfangen habe und ein bisserl besser gespielt habe." Eine Toilettenpause brachte den Umschwung. "Ich habe mein Gesicht mit kaltem Wasser gewaschen und gedacht: So kannst nicht weiterspielen."

Ein bisschen dachte Novak auch zurück an jenes Zweitrunden-Match in Wimbledon gegen Lucas Pouille, als er nach 2:0-Satzführung und Matchball noch in den fünften Satz musste und trotzdem noch gewann. Zudem haderte er ein bisschen mit den Licht-Schatten-Verhältnissen und seinen Kontaktlinsen. "Ich habe manche Bälle verschwommen gesehen, weil die Linsen so trocken werden." Novak hat ja für November nach weiterer ärztlicher Abklärung eine Laser-OP der Augen angedacht.

Gegen Lajovic am Mittwoch werde er sich aber deutlich steigern müssen. "Der hat heuer echt sehr gute Matches gespielt, ein enges auch gegen Dominic. Ich muss natürlich um einiges besser spielen, dass ich da ein bisserl eine Chance habe", sagte der Weltranglisten-136. Erleichtern würde es ihm aber, dass dieser im Gegensatz zu Rodionov Rechtshänder sei. "Lajovic spielt einen 'heavy' Spin, läuft viel, spielt einen guten Slice und serviert auch gut. Ich weiß, auf was ich mich einstellen muss." Gegen die Nummer 66 der Welt ist Novak im ersten Duell Außenseiter.

Für Novak ist im Saisonrückblick übrigens nicht Wimbledon der Auslöser für seinen Aufstieg. "Angefangen hat es damit, dass ich mich in Australien qualifiziert habe. Dann in der Rod-Laver-Arena gegen Grigor Dimitrow zu spielen war ein super Erlebnis, und das hilft auch für die nächsten Matches." So richtig Auftrieb gegeben hat ihm dann der Auswärts-Davis-Cup-Sieg in Moskau gegen Andrej Rublew. "Das hat mir vom Selbstvertrauen her am meisten gegeben, weil das echt eine richtig starke Leistung war."

Rodionov, der am Dienstag wie auch Novak mit Thiem im Doppel-Einsatz ist, gestand im Nachhinein doch nervös gewesen zu sein. Nach dem 6:0 im zweiten Satz musste er wegen den Toilettengangs von Novak ein paar Minuten warten. "Ich bin dann etwas kalt geworden, die Konzentration hat nachgelassen, und am Anfang war ich nicht voll da. Das war ausschlaggebend." Novak fand mit einem Doppelbreak zum 3:0 im entscheidenden Durchgang so schnell ins Spiel, dass Rodionov seinen Faden verlor.

Mit seiner bisherigen Saison, in der er seine gesteckten Ziele (Challenger-Sieg und Top 250) beinahe schon erreicht hat (Sieg in Kasachstan, aktuell 268.), ist Rodionov happy. "Wenn man bedenkt, dass ich in den ersten drei Monaten verletzt war und ich keine Turniere spielen konnte, ist es eine sehr gute Saison. Der Weg geht nur nach oben."

Sein Ziel hat er schon revidiert. Wenn er so weiterarbeite und auch spiele, dann seien noch 2018 die Top 200 drinnen. Rodionov kehrt nun in den nächsten Wochen in Pula, Meerbusch und Mallorca auf die Challenger-Ebene zurück. Ob er die erfolgte Einladung in den erweiterten Davis-Cup-Kader ("eine große Ehre") annehmen wird, ist eher unwahrscheinlich, weil er da "eher in China" bei Turnieren weilt.

(APA)

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