Quelle: ZAMG

Falsch abgebogen - Stadlober gab Medaille aus der Hand

25.02.2018 - 10:39
Ein ganz bitteres Rennen für Theresa Stadlober© APAEin ganz bitteres Rennen für Theresa Stadlober

Teresa Stadlober schien auf dem Weg zu einer Medaille - nur die souveräne Marit Björgen war vor ihr. Doch rund neun Kilometer vor dem Ziel des olympischen 30-km-Rennens in Pyeongchang bog die Salzburgerin falsch ab. Das Blackout kostete rund eine Minute, Stadlober kam nur als Neunte (+4:14,1 Min.) ins Ziel. Björgen avancierte nach ihrer achten Goldmedaille zur erfolgreichsten Winter-Olympionikin.

Stadlober hatte große Hoffnungen in ihren Lieblingsbewerb gesetzt. Auf der längsten Distanz, in der bevorzugten klassischen Technik und mit Massenstart glaubte sie ihre besten Chancen zu besitzen, nachdem sie im Skiathlon Siebente und über 10 km Skating Neunte geworden war.

Das Rennen begann denn auch perfekt. Die Ski waren bestens präpariert und als sich Björgen schon nach einem Drittel der Distanz von den Rivalinnen absetzte, bildete die 25-jährige Radstädterin gemeinsam mit Charlotte Kalla, der später zweitplatzierten Krista Pärmäkoski und Kerttu Niskanen (beide Finnland) die Verfolgergruppe. Kalla fiel nach einem Skiwechsel zurück und Stadlober erhöhte das Tempo an der Spitze der Verfolgerinnen.

Plötzlich fand sie sich ganz alleine, die Verfolgerinnen schienen abgeschüttelt. Stadlober schaute ungläubig zurück - und erkannte wenig später ihren Fehler. Die Zusatzschleife, um wieder auf den richtigen Kurs zurückzufinden, kostete viel Zeit, die mögliche Medaille war außer Reichweite. "Jetzt bin ich schon drei Wochen da, wenn ich da die Strecke nicht kenne ..." ärgerte sich die aktuelle Weltcup-Fünfte.

"Ich habe mich so gut gefühlt. Als die Finninnen nachgelassen haben, habe ich geglaubt, dass eine Medaille möglich ist", erklärte die von ihrem Vater Alois trainierte Athletin. Sie wusste, welch große Chance sie ausgelassen hatte. "Es ist bitter, dass das an so einem Tag passiert, an dem alles zusammenpasst hätte." Der Sportliche Leiter im ÖSV, Markus Gandler, war sicher, dass die erste Damen-Medaille im Skilanglauf bei Olympia möglich gewesen wäre. "Für mich war Teresa klar auf Silberkurs", sagte der Tiroler.

Die 37-jährige Björgen lief ab Kilometer 10 ein einsames Rennen an der Spitze. Sie hält nach dem jüngsten Erfolg bei acht Gold-, vier Silber und drei Bronzemedaillen und ist nun vor Biathlet Ole Einar Björndalen (8-4-1) die erfolgreichste Winter-Olympionikin. Im Ziel sprudelte es aus ihr nur so heraus:

"Wenn ich zurückblicke und sehe, was ich geschafft habe, dann ist das unglaublich. Meine letzten Olympischen Spiele so zu beenden, das ist unglaublich. Ich hatte einen herausragenden Tag. Die letzten 100 Meter waren besonders, als ich da alleine war und realisierte, dass ich die Goldmedaille gewinnen werde. Natürlich bin ich sehr stolz auf all das, was ich erreicht habe. Ich hatte eine unglaublich Karriere. Nachdem ich Mutter geworden war, war es sehr hart für mich, diese drei Wochen von meinem Sohn zu Hause weg zu sein. Ich weiß nicht, was ich nach dieser Saison machen werde. Mein ganzer Fokus war nur auf dieses Jahr gerichtet."

Pärmäkoski, die lange Zeit gemeinsam mit Stadlober gelaufen war, rettete den zweiten Platz ins Ziel (+1:49,5 Min.). Es war ihre dritte Medaille in Südkorea nach Bronze im Skiathlon und über 10 km Skating. Die Schwedin Stina Nilsson (1:58,9), die mit Ingvild Flugstad Östberg im letzten Drittel nach vorne gestürmt war, sicherte sich im Sprint Bronze.

(APA)

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