Quelle: ZAMG

Salzburg im EL-Sechzehntelfinale - Austria verlor

23.11.2017 - 23:09
Munas Dabbur traf zum 1:0© APAMunas Dabbur traf zum 1:0

Red Bull Salzburg hat schon eine Runde vor dem Abschluss der Gruppenphase das Ticket für das Sechzehntelfinale der Fußball-Europa-League gelöst. Der österreichische Doublegewinner besiegte Vitoria Guimaraes vor eigenem Publikum mit 3:0 und steht damit in der K.o.-Phase dieses Bewerbs. Die Wiener Austria kassierte hingegen in Gruppe D eine klare 1:5-Auswärtsniederlage gegen AC Milan.

Da Olympique Marseille auswärts gegen Konyaspor nur ein 1:1 erreichte, ist den seit mittlerweile 16 Pflichtspielen ungeschlagenen Salzburgern bereits vor dem letzten Match in zwei Wochen beim französischen Spitzenclub Platz eins in Gruppe I nicht mehr zu nehmen. Die Salzburger Treffer erzielten Munas Dabbur (26.), Andreas Ulmer (45.+1) und Hwang Hee-chan (67.) Dadurch tankten die "Bullen" auch Selbstvertrauen für den Liga-Schlager am Sonntag in Wien gegen Rapid.

Der Sieg der Mozartstädter stand in keiner Phase der Partie wirklich infrage. Die Gastgeber bestimmten von Beginn an das Tempo, Guimaraes zog sich weit zurück und war vor allem auf das Verhindern von Toren aus. Das gelang jedoch nur bis zur 26. Minute - nach einem Angriff über Valon Berisha und Amadou Haidara schlug Stefan Lainer eine Maßflanke auf Munas Dabbur, der den Kopfball via Innenstange des kurzen Ecks versenkte.

Fünf Minuten später verfehlte Ulmer nur knapp das Tor, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte der ÖFB-Teamspieler sein Visier dann besser eingestellt. Der 31-Jährige traf mit einem sehenswerten Flachschuss von knapp außerhalb des Strafraums ins lange Eck.

Von den Portugiesen war vor der Pause mit Ausnahme eines Latten-Kopfballs von Martins (41.) praktisch nichts zu sehen. Auch nach dem Seitenwechsel konnte Guimaraes nicht wirklich zusetzen, obwohl es die Salzburger ruhiger angehen ließen. Obwohl im Schongang-Modus, reichte es für die Hausherren in der 67. Minute noch zum 3:0. Nach einer optimalen Vorarbeit von Dabbur netzte der kurz zuvor eingewechselte Hwang Hee-chan, dessen Vertragsverlängerung bis 2021 unmittelbar vor dem Anpfiff bekanntgegeben worden war, mit einem satten Schuss ins Kreuzeck ein.

Die Gäste traten in der zweiten Hälfte nur noch bei einem von Salzburg-Goalie Alexander Walke parierten Raphinha-Freistoß in Erscheinung. Dennoch würden sie mit einem abschließenden Heimsieg über Konyaspor und einem Salzburg-Erfolg in Marseille den "Bullen" ins Sechzehntelfinale folgen.

Für die Mozartstädter hingegen hat die Partie in Südfrankreich nur noch relativ geringen Wert, der Aufstieg ist bereits fixiert - sehr zur Freude von Ex-"Bullen"-Goalgetter Jonatan Soriano, der in der Pause einige Monate nach seinem China-Transfer vom Salzburger Publikum verabschiedet wurde.

In Mailand brachte Christoph Monschein die Gäste zwar in Front (21.), doch Treffer von Ricardo Rodriguez (27.), Andre Silva (36., 70.) und Patrick Cutrone (42., 93.) sorgten für klare Verhältnisse und Milans Aufstieg, der auch für die Austria noch möglich ist.

Dass dieser in Gruppe D noch in Reichweite ist, verdankt das ersatzgeschwächte Team von Thorsten Fink nicht zuletzt dem Ex-Austrianer Alexander Gorgon, der mit seinem Doppelpack (8., 26.) für eine 2:0-Führung von HNK Rijeka beim Auswärtsmatch gegen AEK Athen sorgte. Die Partie endete schließlich 2:2, womit die Austria bei einem Heimsieg am 7. Dezember gegen die Griechen im Sechzehntelfinale wäre.

Nachdem die Austria bei der Heimniederlage gegen Milan bereits nach 20 Minuten 0:3 zurückgelegen war, durfte sie in Mailand vor 17.932 Zuschauern - darunter 2.000 Fans der Wiener - in der 21. Minute über die Führung jubeln: Nach Idealpass von Raphael Holzhauser ließ Monschein zunächst Schlussmann Gianluigi Donnarumma aussteigen und traf aus spitzem Winkel ins kurze Eck, da der zurückgeeilte Abwehrchef Leonardo Bonucci das Kunststück zuwege brachte, dass ihm der Ball im Rutschen genau zwischen die Beine sprang und dadurch über die Linie kullerte. Es war das erste Tor einer österreichischen Mannschaft im San Siro seit Dezember 1983, als die Austria gegen Inter ein 1:1 erreicht hatte.

Danach drehten die in dieser Europa-League-Saison noch ungeschlagenen Gastgeber aber auf, wobei der Ausgleich aus einem Abwehrschnitzer der Austria resultierte: Nach einer noch vom Kopf von Andre Silva verlängerten Flanke von Fabio Borini kam der am langen Eck von der Verteidigung vollkommen vernachlässigte Schweizer Teamspieler Rodriguez aus kurzer Distanz zum Schuss. Nicht einmal zehn Minuten später hieß es schon 2:1: Ein eigentlich schlecht geschossener Freistoß von Rodriguez landete ungewollt im Strafraumzentrum genau beim Portugiesen Andre Silva, der sich diese Chance nicht entgehen ließ.

Eine weitere Unsicherheit der Austria-Abwehr führte dann zum dritten Gegentreffer, auch weil Schlussmann Patrick Pentz zu zögerlich agierte. Dadurch ermöglichte er eine Flanke von Borini, der den Ball noch knapp vor der Outlinie erwischte und den in der Mitte lauernden Cutrone ideal bediente. Und Italiens 19-jähriger U21-Teamspieler köpfelte sicher ins verwaiste Tor.

Nach der Pause verabsäumte es Mailand zunächst, weitere Tore zu schießen. So zischte nach einem Eckball etwa ein Schuss von Bonucci knapp über die Latte (48.). In der 53. Minute klärte Abdul Kadiri nach einem Schnitzer von Ibrahim Alhassan im letzten Moment noch vor Andre Silva, der dann aber nach Cutrone-Assist aus der Drehung zum 4:1 traf. Es war bereits der fünfte Treffer des im Sommer für 40 Millionen Euro verpflichteten Portugiesen gegen die "Veilchen". Und nach einer blitzschnellen Kombination erzielte Cutrone in der Nachspielzeit noch das 5:1.

Der Austria gelang dagegen fast gar nichts, obwohl die Mailänder phasenweise deutlich zurückschalteten. So ging ein Schuss von Felipe Pires nach einem Konter über Monschein klar am langen Eck vorbei (56.). Die Austria, die am Sonntag in der Meisterschaft in Wolfsberg gastiert, kassierte damit die bereits siebente Niederlage in den jüngsten neun Pflichtspielen (bei je einem Sieg und Remis).

(APA)

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