Quelle: ZAMG

Tsonga eliminierte topgesetzten Zverev im Wien-Viertelfinale

28.10.2017 - 09:14
Der Franzose war an diesem Abend der bessere Spieler© APADer Franzose war an diesem Abend der bessere Spieler

Jo-Wilfried Tsonga hat am Freitagabend in der Wiener Stadthalle den angeschlagenen Topstar Alexander Zverev im Viertelfinale aus dem Bewerb genommen. Der als Nummer acht gesetzte Franzose besiegte den Tennis-Weltranglistenvierten mit 7:6(6),6:2 und trifft nun im Halbfinale des Erste Bank Open am Samstag auf Kitzbühel-Champion Philipp Kohlschreiber.

Zverev wirkte im Finish des zweiten Satzes etwas lustlos und musste auch Pfiffe des Publikums über sich ergehen lassen. Eine Erklärung dafür gab der 20-jährige Deutsche in der Pressekonferenz: "Ich war ein bisschen krank und habe in den letzten zwei Tagen Magen-Darm-Probleme gehabt. Ich habe das letzte Mal vor dem Simon-Match etwas gegessen, deswegen waren meine Kräfte irgendwann zu Ende", sagte Zverev. Die Partie gegen Simon war am Mittwochabend.

Eine Aufgabe sei ebenso wie gar eine Absage des Spiels kein Thema gewesen. "Ich wollte heute auf gar keinen Fall absagen. Vor allem wollte ich dann auch im Match nicht aufgeben, weil das habe ich noch nie gemacht in meiner Karriere. Das war ein bisschen blöd für die Zuschauer, das kann ich auch verstehen", zeigte der fünffache Saison-Sieger Verständnis für manch Unmutsäußerung. Er habe aber fertig gespielt, weil er sowohl dem Turnier als auch dem Gegner Respekt zeigen wollte.

Im ersten Satz war das Match noch offen, doch danach übernahm Tsonga immer mehr das Kommando. "Ich habe den zweiten ganz gut angefangen, aber dann hatte ich das Gefühl, als hätte mir jemand den Strom aus der Steckdose gezogen", so Zverev. Ehe es auf der Tour für Zverev beim Masters-1000-Turnier

Zuvor hatte der 34-jährige Kohlschreiber den Argentinier Diego Schwartzman nach 1:54 Stunden mit 7:5,7:6(6) besiegt. Der zweifache Kitzbühel-Sieger war froh, dass er gegen den starken Südamerikaner in zwei Sätzen erfolgreich war. "Wir hatten tolle Ballwechsel, wir beide sind ja für unser Grundlinienspiel bekannt. Vielleicht hatte ich heute auch das Quäntchen Glück", sagte der Deutsche, der seit Jahren in Kitzbühel lebt.

Von einem möglichen Österreich-Double will Kohlschreiber noch nicht träumen. "Das ist noch weit weg, da will ich auch nicht daran denken. Aber ich bin natürlich happy wie meine Performance in Österreich ist. Wahrscheinlich ist es das doch etwas bessere Essen als in Deutschland", scherzte der Weltranglisten-34. Nicht nur, weil er Wahl-Tiroler ist, sondern auch, weil er seit einigen Monaten vom Oberösterreicher Markus Hipfl gecoacht wird, ist ein starker Bezug zu Österreich da.

"Markus sagt, ich darf in Österreich nicht verlieren, er baut da Druck auf", erzählte Kohlschreiber lachend. "Ich freue mich natürlich auch für ihn. Wir arbeiten ein paar Monate zusammen und es läuft hervorragend. Man weiß, es kommen auch wieder schwierigere Zeiten. Wir sind auf eine gutem Weg, haben viel Spaß und ergänzen uns gut."

Bereits zuvor hatte sich Dennis-Novak-Bezwinger Kyle Edmund als erster Spieler für das Halbfinale qualifiziert. Der Brite besiegte den Deutschen Jan-Lennard Struff 6:2,7:5 und verhinderte damit die Chance auf ein Semifinale beim Erste Bank Open mit dreifacher deutscher Beteiligung. Edmund trifft am Samstag (14.00 Uhr) auf den Franzosen Lucas Pouille. Letzterer schaltete Thiem-Bezwinger und Landsmann Richard Gasquet mit 7:6(5),6:1 aus.

(APA)

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