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Thiem und Novak im Wien-Achtelfinale, Ofner ausgeschieden

25.10.2017 - 05:26
Dominic Thiem schlug den Russen Andrey Rublew in zwei Sätzen© APADominic Thiem schlug den Russen Andrey Rublew in zwei Sätzen

Dominic Thiem steht im Achtelfinale des ATP-Tennisturniers in Wien. Thiem schlug am Dienstagabend als Nummer zwei gesetzt den Russen Andrej Rublew 6:4,6:3. Damit stehen zwei Lokalmatadore in Runde zwei. Qualifikant Dennis Novak gewann gegen den Italiener Thomas Fabbiano 7:6(4),7:5. Der steirische Wildcard-Spieler Sebastian Ofner schied hingegen gegen den Franzosen Lucas Pouille 3:6,4:6 aus.

Dominic Thiem feierte am Dienstag seinen ersten Sieg auf der Tennis-Tour seit 2. September bzw. in seinem 25. Lebensjahr. Der seit seinem Drittrunden-Erfolg bei den US Open zumindest in ein Ergebnis-Tief gerutschte Niederösterreicher gewann sein Auftaktspiel beim Wiener Erste Bank Open gegen den Russen Andrej Rublew 6:4,6:3. Im Achtelfinale geht es gegen den Franzosen Richard Gasquet.

Thiem lieferte vor 7.800 Zuschauern im Hauptspiel des "THIEMStages" eine solide Leistung, allerdings mit Anlaufschwierigkeiten. Zu Matchbeginn war es dem 24-Jährigen anzumerken, dass er auf der Asien-Tour drei Auftakt-Niederlagen erlitten hatte. "Es war keine ideale Leistung", meinte Thiem daher auch. "Es waren einige Patzer und Fehler dabei. Ich habe seit einiger Zeit kein Match mehr gewonnen. Das Selbstvertrauen ist nicht sehr groß."

Die Erleichterung ob des dann doch recht klaren, in 80 Minuten fixierten Erfolgs gegen den aufstrebenden, seit vergangenen Freitag 20-jährigen Russen war Thiem letztlich aber anzumerken. "Es war ein gefährlicher Erstrundengegner. Ich bin froh, dass ich gewonnen habe und die Chance bekomme, mich zu steigern", meint der Weltranglisten-Sechste. Gewöhnlich ginge es bei ihm in einer zweiten Runde besser als beim Einstieg in ein Turnier.

Thiem bestimmt das Tempo in einem Match gerne selbst, gegen Offensivspieler Rublew sei das aber fast nie möglich. "Ich habe mich aber ganz gut auf ihn eingestellt, habe relativ viele Bälle zurückgebracht. Von dem her war es in Ordnung", war Thiem mit der Umsetzung seiner Taktik zufrieden. Der Druck werde für ihn deswegen aber nicht kleiner. "Meine Ansprüche sind größer als hier die erste Runde zu gewinnen. Aber das war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung."

Der Weg in sein bei acht Antreten fünftes Wien-Achtelfinale - "das war in allen Aspekten wichtig für mich" - hatte trotz eines Breaks zum 2:0 holprig begonnen. Denn Rublew nahm dem Lokalmatador dessen nächsten beiden Servicespiele ab, ging in Front. Diesmal aber konterte Thiem und breakte den US-Open-Viertelfinalisten zum 6:4 entscheidend ein drittes Mal. In Satz zwei fand Thiem seinen Rhythmus, das Break zum 1:3 gegen sich holte Rublew nicht mehr auf.

Thiem zeigte sich glücklich, sich am Donnerstag gegen Gasquet ein zweites Mal beweisen zu dürfen. "Der wird nicht so viele leichte Fehler machen, macht aber auch nicht ganz so viel Druck", wusste der Lichtenwörther. Den bisher einzigen Vergleich mit dem 31-jährigen, in der Weltrangliste auf Rang 32 liegenden Gasquet verlor Thiem vor zwei Jahren in Basel ebenfalls auf Hartplatz 6:7(1),4:6. Es geht um Thiems insgesamt zweites Wien-Viertelfinale nach 2013.

Viel Lob hatte Österreichs Nummer eins für seinen Freund Dennis Novak über, nachdem der am Nachmittag mit einem 7:6(4),7:5 gegen den italienischen "Lucky Loser" Thomas Fabbiano ins Achtelfinale gekommen war. "Ich bin überglücklich, dass er das geschafft hat. Ich weiß, wozu er fähig ist. Heute war es eine unfassbare Leistung von ihm." Novak trifft nun auf Kyle Edmund (GBR).

Novak besiegte Thomas Fabbiano auch im zweiten Duell binnen 48 Stunden. Nachdem der Niederösterreicher gegen den Italiener am Sonntag im Quali-Finale in drei Sätzen gewonnen hatte, setzte er sich gegen den als "Lucky Loser" ins Hauptfeld gerutschten Weltranglisten-72. am Dienstag 7:6(4),7:5 durch.

Es ist der bisher größte Sieg in Novaks Karriere, wie er selbst bestätigte. In der Weltrangliste bringt es ihn von Rang 280 auf etwa 215. Damit fehlt nicht viel auf die schon einmal erreichten Top 200. Die würden bei einem Sieg gegen Edmund fallen. "Ich habe Mega-Selbstvertrauen, traue mir jetzt auch die Top-100-Spieler zu", sagte Novak. Mit Fabbiano und in der ersten Quali-Runde dessen Landsmann Andreas Seppi (85.) hat er das in Wien schon dreimal gezeigt.

Österreichs aktuelle Nummer sechs bewies bei seinem zweiten Wiener Hauptfeld-Einsatz nach jenem vor zwei Jahren gegen den Tschechen Radek Stepanek (3:6,4:6), dass er nicht außerhalb die Top 200 gehört. Verletzungen warfen den 24-Jährigen aber immer wieder zurück. Auf dem mit Zuschauern voll gefüllten, kompakten Nebenplatz Next-Gen-Court zeigte er gegen Fabbiano Kämpferqualitäten und bestätigte damit seinen Erfolg vom Wochenende.

"Ich habe gewusst, wie ich gegen ihn spielen muss und habe dadurch sicher einen Vorteil gehabt", erklärte Novak, exakt sechs Tage älter als sein enger Freund Dominic Thiem. Sein Trainerteam aus der Südstadt mit Peter Znenahlik, Wolfgang Thiem und Günter Bresnik - alle drei beim Sieg hautnah dabei - hätten ihn gut eingestellt. In beiden Sätzen lag Novak mit Break zurück, schaffte aber jeweils die Wende.

Hatte er im allerersten Game noch ein Break vermieden, musste er sein zweites Servicespiel abgeben. Nach dem sofortigen Rebreak ging es ins Tiebreak, in dem Novak 0:3 in Rückstand geriet. Danach fing sich der Rechtshänder aber und holte diesen Durchgang. Auch in Satz zwei passierte Novak ein Fehlstart, bei 3:3 war aber wieder alles im Lot. Nach einem Break zum 5:4 schaffte er es noch nicht, den Sack zuzumachen, dafür aber zwei Games später.

"Unfassbar. Es sind gerade so viele Emotionen und Gedanken in meinem Kopf", meinte Novak nach seinem dritten Hauptfeld-Sieg auf der Tour. Beim 250er in Kitzbühel hatte er 2015 auch eine Runde überstanden. "Ich bin überglücklich, dass ich das über die Bühne gebracht habe." Der Druck sei wegen des selbst auferlegten Siegzwangs groß gewesen, aber die Tipps seiner Trainer hätten ihm geholfen. "Ein paar Sachen habe ich noch besser gemacht als am Sonntag."

Gegen Edmund habe er vor vielen Jahren in Mexiko bei einem Jugend-Turnier gespielt und gewonnen. "Ich muss schauen, dass ich bei ihm über die Rückhand komme", hatte Novak für die Donnerstag-Partie schon ein Rezept parat. Der Weltranglisten-63. hatte sich im ersten Match des Tages gegen den Spanier David Ferrer, Wien-Sieger 2015, 6:2,7:6(5) durchgesetzt.

Für Sebastian Ofner hat es unterdessen beim dritten Anlauf auf der großen Tennis-Tour nicht nach Wunsch geklappt. Der heuer im Juli mit der dritten Wimbledon-Runde und im August mit dem Kitzbühel-Halbfinale fast aus dem Nichts zu Österreichs Nummer zwei aufgestiegene Steirer unterlag am Dienstagabend in der Wiener Stadthalle dem Franzosen Lucas Pouille in der ersten Runde in 86 Minuten 3:6,4:6.

Pouille reichte in den Sätzen je ein Break, um sich seinen zweiten Sieg seit den US Open zu sichern. Das erste schaffte der Weltranglisten-25. bald nach Matchbeginn, das zweite zum 4:3 im zweiten Durchgang. Ofner erarbeitete sich drei Möglichkeiten, ein Servicespiel seines Gegners zu knacken, im Grunde fehlten ihm aber die Mittel dafür. Das lag auch an der schwachen Ausbeute beim ersten Aufschlag, nur zwei von fünf Versuche fanden ihr Ziel.

"Am Aufschlag muss ich noch viel arbeiten", meint Ofner dann auch in seiner Analyse. Im Training würden sich in diesem Bereich schon Fortschritte zeigen. "Aber wenn der Druck (im Match, Anm.) dazukommt, hat es noch nicht so gut funktioniert. Ich muss schauen, dass ich das vom Training in das Match umsetzen kann." Als weiteren Schwachpunkt machte Ofner den Return aus, das gelte besonders gegen einen guten Aufschläger wie Pouille.

Grundsätzlich sei der Lokalmatador mit seiner in ausverkaufter Halle Vorstellung aber nicht ganz unzufrieden gewesen. "Es war ein gutes Match, auch wenn ich noch besser spielen kann." Es sei aber etwas Anderes gegen einen wie Pouille als einen Gegner mit einem Ranking zwischen 100 und 200. Auch der große Centre Court sei für den 21-Jährigen gewöhnungsbedürftig gewesen. "Es ist da nicht so einfach zu spielen."

Abseits der Auftritte der Österreicher Thiem, Ofner und Novak brachte der Dienstag beim Erste Bank Open u.a. das Ausscheiden zweier weiterer Gesetzter. Nach dem Out von John Isner (5) am Vortag erwischte es dessen US-Landsmann Sam Querrey (6) und den Südafrikaner Kevin Anderson (7).

Dieses Trio ist damit im Kampf um Tickets für das World-Tour-Finale nächste Woche in Paris unter Siegzwang. Auffallend, dass alle drei sehr gute Aufschläger sind. Thiem führte das in einer Analyse aber nicht unbedingt auf den für diese vielleicht zu langsamen Court zurück. "Isner liegt Kohlschreiber nicht", merkte er zum Zweisatzsieg des Deutschen vom Montag an. "Und Querrey hatte Matchbälle." Und zwar bei einem 6:3,6:7(7),6:7(3) gegen Albert Ramos Vinolas.

Der Spanier trifft nun am Donnerstag auf Jan-Lennard Struff. Der 27-Jährige zog mit einem 7:5,6:1 gegen Pablo Cuevas aus Uruguay als dritter Deutscher nach dem topgesetzten Alexander Zverev und Philipp Kohlschreiber in die Runde der letzten 16 ein. Ofner-Bezwinger Lucas Pouille war der schon vierte französische Auftaktsieger, am Mittwoch könnte mit einem Erfolg gegen den Russen Karen Chatschanow auch noch 2011-Turniersieger Jo-Wilfried Tsonga folgen.

Im letzten Spiel des Tages auf dem Centre Court zog das österreichische Wildcard-Doppel Philipp Oswald/Alexander Peya gegen die US-Amerikaner Bob und Mike Bryan mit 4:6,6:2,6:10 den Kürzeren. Im letzten Mittwoch-Spiel wird der Steirer Oliver Marach mit dem Kroaten Mate Pavic um das Viertelfinale spielen. Das letzte Dienstag-Einzel zwischen US-Open-Halbfinalist Pablo Carreno Busta (ESP-4) und Guido Pella (ARG-Q) endete 6:2,7:6(7).

Der Weltranglisten-Achte Grigor Dimitrow fixierte am Tag nach seiner Absage für das Erste Bank Open als erster Bulgare sein Ticket für ein World-Tour-Finalturnier der Tennisprofis. Entscheidend dafür war die Wiener Auftakt-Niederlage von Sam Querrey. Gleiches gilt für den in Basel ins Achtelfinale gekommenen Marin Cilic. Der Kroate ist zum dritten Mal in London dabei.Cilic. Der Kroate ist zum dritten Mal in London dabei.

Das Duo gesellt sich zu Rafael Nadal (ESP), Roger Federer (SUI), Alexander Zverev (GER) und Dominic Thiem (AUT). In der Pole Position für die verbleibenden beiden Plätze sind der belgische Basel-Achtelfinalist David Goffin und US-Open-Halbfinalist Pablo Carreno Busta. Der Spanier kam in Wien am späten Dienstag durch ein 6:2,7:6(7) gegen Guido Pella (ARG-Q) ins Achtelfinale.

(APA)

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