Quelle: ZAMG

Interviews

Lotte und Hans Hass trafen ihre Darsteller

08.09.2010 - 14:54
Sadler und Catterfeld mimen die Tauchpioniere Hass© APA (Herbert Neubauer)Sadler und Catterfeld mimen die Tauchpioniere Hass

Den österreichischen Tauchpionieren Lotte und Hans Hass wird derzeit in Wien ein "filmisches Denkmal", so Produzent Sigi Kamml, gesetzt. Die ORF/ZDF-Koproduktion "Das Mädchen auf dem Meeresgrund" über das Leben der beiden Wiener und ihre ersten Expeditionen an das Rote Meer wird seit vergangenem Sonntag in Wien gedreht.

Als Regisseur wurde der Niederländer Ben Verbong verpflichtet, der begeistert ist, "wie lebend diese Legende" rund um das Ehepaar Hass noch ist. Beim Set-Besuch im Metro Kino waren die heute 81-jährige Lotte Hass und ihr zehn Jahre älterer Mann das Highlight für die versammelte Presse. "Für mich ist es nichts Außergewöhnliches, einen Film über mein Leben zu sehen", meinte Lotte Hass im Gespräch mit der APA. "Ich habe mein ganzes Leben vor Kameras verbracht." Der Dreh im Metro Kino, wo die Filmpremiere von "Abenteuer im Roten Meer" (1968) inszeniert wird, ist für das Ehepaar Hass zeitgleich Gelegenheit, jene Schauspieler kennenzulernen, die ihre Wegbegleiter von damals verkörpern. Besonders angetan scheint Hans Hass von Harald Krassnitzer, der sich als seine Figur, den 1981 verstorbenen Alfons "Xenophon" Hochhauser, vorstellt: "Ah, jetzt sehe ich ihn endlich wieder, den Xenophon, nach der langen Zeit. Sehr schön!"

Der mittlerweile 91-jährige Meeresforscher und Dokumentarfilmer meinte gegenüber der APA, er sei "wahnsinnig neugierig" auf den Film und war von Anfang an "begeistert von dem Skript", weil Drehbuchautor Christoph Silber "so viele neue Ideen eingebracht hat". Der Fernsehfilm, der "Liebe, Abenteuer und Exotik vereint", so Kamml von Producers at Work, startet beim Beginn der mehr als 60 Jahre zurückliegenden Liebesgeschichte von Lotte und Hans Hass. Yvonne Catterfeld und Benjamin Sadler, die im Film die beiden Tauchpioniere verkörpern, haben das Ehepaar Hass im Vorfeld der Dreharbeiten in ihrer Wohnung in Wien getroffen. "Es war ein sehr emotionaler und rührender Moment, die beiden kennenzulernen", so Catterfeld zur APA. Einen Druck, der Legende Lotte Hass gerecht zu werden, verspürt sie nicht. "Ich habe mich intensiv mit ihrem Wesen auseinandergesetzt, kann mittlerweile sogar wie Lotte zwei Minuten unter Wasser bleiben."

Innerhalb einer Woche hatte Catterfeld im Vorfeld den Tauchschein gemacht, erste Erfahrungen mit Haien in einem Aquarium gesammelt. Mit echten Haien werden sie und Sadler beim Dreh nicht zu tun haben, viel wichtiger aber sei, "sich wie ein Fisch im Wasser zu fühlen, das hat auch Lotte immer gesagt". Benjamin Sadler hatte bereits zuvor Tauch-Erfahrungen gemacht, war immer "sehr fasziniert von der Unterwasserwelt". Er zeigte sich nicht nur von der Pioniertätigkeit, sondern auch vom Wesen des heute 91-Jährigen beeindruckt: "Dieser Mann weiß ganz genau, was er will, ist zeitgleich aber sehr bescheiden und charmant." Weiters ist sich Sadler sicher, "dass es Hans Hass, wie wir ihn heute kennen, ohne Lotte nie gegeben hätte". Diese intensive Liebesgeschichte mit Yvonne Catterfeld darzustellen, fällt Sadler leicht: "Yvonne gern zu haben, fällt nicht schwer."

Harald Krassnitzer, der im Film als Hans Hass bester Freund, Xenophon, zu sehen ist, feiert inmitten der Dreharbeiten am Freitag (10.9.) seinen 50. Geburtstag. Glückwünsche will er im Vorfeld nicht hören, "dazu bin ich zu abergläubisch". In "den nächsten 50 Jahren" werde er "dasselbe machen wie die vergangenen 50 Jahre, nur besser". Den Anfang macht er in der Rolle des Xenophon - "einer Aufgabe, der man kaum gerecht werden kann". "Ich verbinde mit Hans Hass Kindheitserinnerungen", so Krassnitzer im Gespräch mit der APA. "Für mich war es immer unglaublich spannend, durch seine Filme Einblick in eine andere Welt zu bekommen." Bis heute hat er großen Respekt vor dem Ehepaar Hass, die selbst am Ende des Films die Verbindung in die Gegenwart herstellen werden. "Es ist berührend, zwei Menschen zu sehen, die durch eine unsichtbare Schnur in Liebe miteinander verbunden sind."

An verschiedenen Orten in Wien, darunter am Oberlandesgericht und in der Mölkerbastei, wurde bereits gedreht - "bisher nur Kleinkram und Kleckerzeug", wie Krassnitzer sagt. Ab Sonntag wird in Marokko gedreht, danach folgen bis 17. Oktober Ibiza und Köln; voraussichtlich 2011 soll "Das Mädchen auf dem Meeresgrund" ausgestrahlt werden.

(APA)

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