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Britische Queen Elizabeth II. ist 60 Jahre im Amt

03.02.2012 - 13:09
60 Jahre regiert Queen Elizabeth bereits© APA (epa)60 Jahre regiert Queen Elizabeth bereits

Sie ist 85 Jahre alt und bereits 60 Jahre lang im Amt: Die britische Regentin Queen Elizabeth II. feiert am 6. Februar ein Dienstjubiläum, für das es kaum ein Vorbild gibt. Nur ihre Ururgroßmutter Victoria war von 1837 bis 1901 noch drei Jahre länger im Amt.

Wenn Queen Elizabeth II. am 6. Februar den 60. Jahrestag ihrer Thronbesteigung feiert, ist die kleine Frau mit den pastellfarbenen Kostümen auf dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Popularität angekommen. Inzwischen 85 Jahre alt, ist die Queen in Großbritannien und weltweit zur Kultfigur gereift. Nach dem thailändischen König Bhumipol ist sie die Nummer zwei unter den dienstältesten aktiven Monarchen der Welt. "Kontinuität" ist das Wort, das den meisten Briten über die Lippen kommt, wenn sie über ihre Königin reden. Noch vor zehn Jahren waren die Hälfte der Menschen im Vereinigten Königreich für die Abschaffung der Monarchie.

Für einen solchen Vorschlag kann sich heute noch höchstens ein Drittel erwärmen. Die Königin hat dem Nachkriegs-England ihren Stempel aufgedrückt - ein neues elizabethanisches Zeitalter begründet. Wenn sie gesund bleibt, wird sie in gut drei Jahren ihre Ururgroßmutter Victoria überholen und die längste regierende Königin Großbritanniens aller Zeiten werden. Dass die Queen vor ihrem Tod abdanken und ihrem ältesten Sohn Charles (63) den Weg auf den Thron freimachen könnte, hält unter den Hofberichterstattern in London kaum jemand für möglich. Abgesehen von verfassungsmäßigen Verwerfungen: Es würde nicht zu ihrem Lebensinhalt der Pflichterfüllung passen.

Die Queen hat es geschafft, die altbackene, tausend Jahre alte Monarchie als Staatsform ins 21. Jahrhundert zu führen - so modern wie nötig, so konservativ wie möglich. "Wandel zum Machterhalt" heißt dieses Prinzip. Schon Victoria hatte es exzellent beherrscht. Heute kolportiert der Palast, die Königin arbeite am Laptop und verbreitet ihre Botschaften über Facebook und Twitter. Niemand außerhalb des Buckingham Palastes weiß, wie viel davon geschickte PR-Strategie ist.

Die Königin, die Pferde liebt und bodenständige Küche schätzt, ist zur einen Hälfte eine gesellschaftliche Figur. Die britische Boulevardjournaille stürzt sich auf alles was die Monarchin und ihre teils ehrenwerte Familie - die "Firma" und ihre Chefin - öffentlich und auch privat so treiben. Zum anderen Teil ist Elizabeth politisches Oberhaupt von 16 Staaten - neben dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland auch noch die sogenannten Realms - von Kanada bis Tuvalu.

Schon als Prinzessin war die junge Elizabeth das Pflichtbewusstsein in Person. Als ihr Onkel Edward VIII. noch vor seiner Krönung wegen einer Frauengeschichte vom Thron stieg und ihr Vater als Georg VI. zum König proklamiert wurde, war es geschehen: Elizabeth war in Ermangelung eines Bruders die Thronfolgerin. Vom Tod ihres Vaters erfuhr sie in einem Baumhaus während eines Urlaubs in Kenia - am 6. Februar 1952. Sie flog sofort zurück nach London. Ein gutes Jahr später wurde sie in der Westminster Abbey gekrönt - erstmals live im Fernsehen.

Zwölf Premierminister haben ihr gedient. Sie hat vier Kinder, acht Enkel und eine Urenkelin. Als Mutter und Familienoberhaupt hat sie Skandale und bittere Stunden erleben müssen - allen voran den Tod von Prinzessin Diana im Jahr 1997, der die Monarchie für einen Moment ins Wanken brachte. Zu den Höhepunkten ihres privaten Glücks zählt neben der Hochzeit mit Prinz Philip, mit dem sie inzwischen 64 Jahre verheiratet ist, auch die Trauung ihres Enkels William im vergangenen Jahr. Die Eheschließung Williams mit Kate Middleton in der Westminster Abbey hatten Hunderte Millionen Menschen in aller Welt live im Fernsehen gesehen. Die Hochzeit wurde zu einem Fest der britischen Monarchie, die auf einem neuen Höhepunkt ihrer Beliebtheit angekommen ist. Wenn im Juni in London die offiziellen Feierlichkeiten zum Thronjubiläum steigen, werden mehr als eine Million Schaulustige erwartet.

(APA/dpa)

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