Quelle: ZAMG

Festung Hohensalzburg wird barrierefrei

17.03.2011 - 15:25
Bald für alle 'eroberbar'© APA (Helmut Fohringer)Bald für alle 'eroberbar'

Nach über 900 Jahren soll die Festung Hohensalzburg auch für Behinderte "einnehmbar" werden. Derzeit können Rollstuhlfahrer nur die Stadtterrasse barrierefrei erreichen, künftig sollen sie auch in den Burghof, den Innenbereich der Festung sowie die Fürstenzimmer gelangen, kündigte der Geschäftsführer der Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsgesellschaft, Max Brunner, in einem Pressegespräch an.

Die Planungen für dieses "vorsichtige Herantasten an den Denkmalschutz" sind bereits im Laufen, so Brunner, der einräumte, dass eine vollkommene Barrierefreiheit in solch einem historischen Gebäude nie möglich sein werde. Läuft alles nach Plan, sollten die Maßnahmen 2012/13 umgesetzt sein. Genaue Kosten konnte der Burgen-Chef noch keine nennen, aber "man wird mit einer Million Euro rechnen müssen". Das Geld muss die Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsgesellschaft (SBSB) - zu ihr gehören auch die Residenz, die Burg Hohenwerfen (Pongau) und die Burg Mauterndorf (Lungau) - selbst erwirtschaften.

Änderungen wird es auch beim Eintrittssystem zur Festung geben. Zurzeit müssen Besucher ein All-inclusive-Ticket (10,50 Euro für Erwachsene) erwerben, das acht verschiedene Leistungen - von der Festungsbahn bis zu diversen Eintritten in der Festung - umfasst. Viele Gäste aus Europa würden aus Kostengründen gerne auf das eine oder andere Angebot verzichten, Urlauber aus Asien und Amerika wiederum könnten aus Zeitgründen gar nicht alles sehen. Brunner kündigte daher flexiblere Modelle ("aber keinen Bauchladen") an. Außerdem sollen künftig Eintrittskarten schon übers Internet gekauft werden, um sich lange Wartezeiten vor der Kasse zu ersparen.

Zufrieden ist der Burgen-Chef mit der Besucherentwicklung im Vorjahr. Die Festung Hohensalzburg wurde nach den Krisenjahren 2008 und 2009 wieder von über 900.000 Menschen besichtigt und ist damit hinter Schönbrunn die zweitbeliebteste Sehenswürdigkeit Österreichs. Allerdings bleiben die Besucher immer kürzer, nämlich nur mehr zwei Stunden im Schnitt - vor 20 Jahren war es noch fast eine halbe Stunde mehr. Die vier SBSB-Einrichtungen zusammen zählten im Vorjahr rund 1,2 Mio. Besucher und weitere 300.000 Veranstaltungsgäste, was einem Zuwachs von zwölf Prozent in den vergangenen zehn Jahren entspricht.

INFO: http://www.hohensalzburg.com/

(APA)

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