350.000 Menschen haben im Vorjahr den Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich besucht. Das ist ein Rekord im 14-jährigen Bestehen des Schutzgebietes. Landeshauptmann Josef Pühringer, der "bei den Geburtswehen dabei war", Naturschutzlandesrat Manfred Haimbuchner, der sich als "Patenonkel" sieht, und Direktor Erich Mayrhofer zogen im Vorfeld des 15. Geburtstages im heurigen Sommer zufrieden Bilanz.
Rund drei Viertel des 209 Quadratkilometer großen Nationalparks sind Wildnisfläche. Dort wird keine Forstwirtschaft betrieben und es findet keine Bekämpfung des Borkenkäfers statt. Auf Jagd und Wildfütterung wird derzeit auf 60 Prozent der Fläche verzichtet. Ziel sind 75 Prozent, wie Mayrhofer erklärte. Probleme mit Touristen im Schutzgebiet gebe es kaum: "99,8 Prozent verhalten sich vorbildlich." 111.000 Besucher nahmen an den Angeboten des Nationalparks wie geführten Wanderungen oder dem Bildungsprogramm für Jugendliche teil.
Neu sind zwei Luchse aus der Schweiz, die 2011 angesiedelt wurden und möglichst bald für Nachwuchs sorgen sollen. Insgesamt gibt es "drei oder wahrscheinlich sogar vier" Pinselohren in dem Gebiet, erklärte Mayrhofer. Ein Exemplar ist bereits ein 14-jähriger Senior, der erst vor wenigen Tagen wieder in eine Fotofalle getappt ist und so ein Lebenszeichen gegeben hat. 2012 könnte ein Wolf den Park durchstreifen, denn es sei einer von Süden nach Norden quer durch Österreich unterwegs, so der Direktor. Ein Wolfsrudel gibt es aber nicht.
Der ökologische Wert zeigt sich auch bei weitaus kleineren und unscheinbareren Lebensformen: So kommen 17 von 24 in Österreich lebenden Fledermausarten im Nationalpark vor. 1.560 Schmetterlings-Spezies wurden bisher nachgewiesen, eine sogar erstmals in Österreich. 30 verschiedene Waldgesellschaften sind in dem Areal zu finden.
(APA)

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