Quelle: ZAMG

TU Wien: Tempo 30 schlecht für die Umwelt

02.06.2014 - 13:37
TU Wien: Tempo 30 ist keine sinnvolle Maßnahme zur Hebung der Luftqualität oder der Verbrauchsverringerung - Verkehrsberuhigungen erhöhen sogar deutlich den Emissionsausstoß gegenüber Tempo 50.
TU Wien Studie zu Tempo 30© iv-net.atTU Wien Studie zu Tempo 30

Speziell die Wiener Grünen fordern seit Jahren die Einführung genereller Tempo-30-Zonen flächendeckend in allen Wohngebieten Wiens. Im Auftrag des Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt (MFU), das der Industriellenvereinigung nahe steht, hat die TU Wien in einer Studie nun mögliche Auswirkungen einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h auf 30 km/h im Stadtgebiet untersucht.

Prof. Bernhard Geringer mit seinem Team der TU Wien hat dabei Fahrmuster bei Tempo-30 detailliert untersucht und mit jenen von Tempo-50 verglichen. Im Fokus der Betrachtung stand dabei die Emission von CO2 und damit direkt auch der Kraftstoffverbrauch. Zusätzlich wurden Partikel, NOx, als auch NO2 analysiert, da diese von Verbrennungsmotoren ausgestoßenen Chemikalien hohe Klimarelevanz bezüglich des Immissionsschutzes zugeschrieben wird.

„Tempo-30 ist keine sinnvolle Maßnahme zur Hebung der Luftqualität oder der Verbrauchsverringerung in Städten - bauseitige Verkehrsberuhigungen erhöhen sogar deutlich den Emissionsausstoß gegenüber Tempo-50", fasste Prof. Bernhard Geringer von der TU Wien das Studienergebnis zusammen. „Schwellen machen Abgas" ergänzte er kritisch und sprach damit bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsbeschränkung an, wie sie Vielfach in Wien und anderen Städten derzeit gerade gebaut werden.

„Die Effizienz ist bei Tempo 30 sogar deutlich geringer, weil mit niedrigerem Tempo und gleichen Emissionen in derselben Zeit weniger Weg zurückgelegt wird. Auf die Dauer des Weges gerechnet, fallen bei Tempo 30 also höherer Treibstoffverbrauch und mehr Emissionen an, als bei Tempo 50. Der geringfügige Vorteil des niedrigeren Energieaufwandes beim Erreichen der Geschwindigkeit geht dadurch verloren", erklärte Dr. Felix Clary,  Initiator des MFU. Der Sprecher des MFU, Burkhard Ernst ergänzte: „Selbst unter den günstigsten Annahmen hinsichtlich Emissionssenkung zur Ausgestaltung von "30-er" Zonen, nämlich einem möglichst gleichmäßigen Verkehrsfluss, konnten insgesamt keine schlüssigen Emissionsvorteile für Tempo 30 gefunden werden."

Werden 30er-Zonen wie in Wien üblich durch Schwellen, Fahrbahnversetzungen oder bewusst gesetzten Engstellen ergänzt, fällt der Emissions-Nachteil bei Tempo 30 sogar noch eklatanter aus, ergab die Studie. Für die Treibhausgase bedeutet dies eine Erhöhung um sechs Prozent bei Tempo 30 für das heurige Jahr.

 (relevant Redaktion)

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