Simbabwe hat ein schlechtes Image, vor allem wegen der politischen Lage. Für Reisende ist das Land aber relativ sicher. Und es bietet große Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise traumhafte Wasserfälle, mittelalterliche Ruinenstätten und viele wilde Tiere.
Simbabwe war einmal ein Vorzeigestaat, bis Präsident Robert Mugabe mehr und mehr Macht und Besitz an sich riss. Seit der Enteignung der weißen Farmer ab 1990 stürzte das Land immer tiefer ab. 2008 kollabierte die Währung, eine Hyperinflation machte den Simbabwe-Dollar wertlos. Die aus der Not heraus gebildete Koalitionsregierung blieb brüchig. So kommen die meisten Touristen nur kurz über die Grenze in den Ort Victoria Falls. Das Wasser des viertlängsten Stroms in Afrika stürzt hier über eine 1.700 Meter breite Bruchkante in die Tiefe.
Kaum jemand reist ins Landesinnere. Dabei ist das Land für Touristen relativ sicher. Mit dem Minibus können Touristen vor dem Morgengrauen losfahren, er braucht für die 440 Kilometer nach Bulawayo sieben Stunden. In der Stadt im Zentrum des Landes verschwimmt der Blick auf die instabile politische Lage. Viktorianische Häuser säumen die Straßen, es gibt Shopping-Malls, Internetcafés und Restaurants. Am Gehweg parken teure Geländewagen aus Europa. Fast schizophren erscheinen einem solche Eindrücke beim Flanieren durch die Straßen - Simbabwe belegt den sechsten Platz auf dem "Failed States Index 2011" der US-Organisation The Fund For Peace. Das Risiko, dass der Staat zerfällt, ist höher als im Irak.
Von Bulawayo aus können Reisende zwei Unesco-Welterbestätten besichtigen: die Ruinen von Khami und die Höhlenmalereien im Matopo-Gebirge, in dem der britische Kolonialpolitiker Cecil John Rhodes begraben liegt. Nach ihm war Süd-Rhodesien benannt, das heutige Simabwe. Die "Ruinen von Simbabwe" ist die bedeutendste archäologische Fundstätte des Landes rund 280 Kilometer weiter im Osten nahe der Stadt Masvingo.
Die sandfarbenen Ruinen von Groß-Simbabwe, eine verfallene Stadt, ist mehr als 500 Jahre alt. Bevor die ersten Europäer ins heutige Simbabwe kamen, existierte dort bereits das mächtige Mutapa-Reich. Groß-Simbabwe war Hauptstadt und Sitz seiner Könige. Ein Pfad führt nun hinauf zur Burgruine, von der man auf die große Einfriedung und die Hügelruine sehen kann. Die Erbauer schichteten die Granitblöcke ohne Mörtel aufeinander. Am Abend fällt der Blick von Groß-Simbabwe über die Ebene. Die untergehende Sonne verpasst den Konturen der Landschaft einen warmen Rotstich.
Die Gegend lässt sich am See mit einem Motorboot erkunden. Elefanten, Zebras und Giraffen grasen am Ufer. Im Wasser bekommt man Nilfpferde, aber auch Krokodile zu sehen. Kariba liegt an der Grenze, der Abschied ist nicht ohne Wehmut. Viele in Simbabwe wären froh, wenn der Despot Mugabe endlich verschwindet, aus der Politik und aus den Köpfen der Menschen im Westen. Doch die Zukunft ist unsicher: Simbabwe ist ein Land im Dämmerzustand. Noch ist nicht klar, ob es bald hell wird oder sich endgültig verfinstert.
(APA/dpa)

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