Quelle: ZAMG

Neopren-Anzug schützt in den Tropen vor Quallen

11.06.2010 - 12:15
Nesselkapseln mit Essig abspülen© APANesselkapseln mit Essig abspülen

In manchen australischen und tropischen Gewässern gehen Urlauber besser nur im Neopren-Anzug baden. Dieser schützt vor dem lebensgefährlichen Kontakt mit der giftigen Würfelqualle, erläutert die Allergieexpertin Margaritha Litschauer-Poursadrollah in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift".

Badende könnten mit der Qualle im Norden und Osten Australiens, in Thailand, auf den Philippinen und in der Karibik in Berührung kommen. Beim Hautkontakt explodieren die Nesselkapseln der Quallen und setzen ihr Gift aus kleinen Fäden frei. Diese sind mit Widerhaken versehen und hinterlassen auf der Haut ein charakteristisches "Strickleitermuster". Das Gift dringt dann in den Körper ein, was zu Lähmungen und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand führen kann. Ähnliche Folgen hat der Kontakt mit der ebenfalls lebensgefährlich Art Irukandji, die im Norden Australiens vorwiegend in tieferen Gewässern und in Riffnähe vorkommt, sowie der Portugiesischen Galeere, die bei starkem Wind in Küstennähe in tropischen und subtropischen Gewässern auftritt.

Wer mit Salzwasserquallen in Berührung gekommen ist, sollte sich anschließend keinesfalls unter die Dusche stellen, warnt Litschauer-Poursadrollah. Denn das Süßwasser führe erst recht dazu, dass die Nesselkapseln platzen und das Gift freigesetzt wird. Außer bei der Portugiesischen Galeere empfiehlt sie daher Essig zum Abwaschen. Auch das Einreiben mit Sand oder Rasierschaum könne helfen, um die Nesselkapseln abzuschaben. Kühlkompressen lindern den Schmerz.

Weniger gefährlich als tropische Quallen sind solche, die in Mittelmeer, Adria, Nord- und Ostsee vorkommen. Lungen-, Spiegelei-, Ohren-, Rippen- oder Kompassqualle führen nur zu einem unangenehmen, schmerzhaften Brennen auf der Haut. Die weltweit und inzwischen vermehrt auch in der Ostsee vorkommenden Leucht- und Feuerquallen bereiten dagegen mehr Pein und sollten unbedingt gemieden werden. Sie lösen einen stark stechenden Schmerz, Blasen, Übelkeit, Erbrechen und eventuell Bewusstlosigkeit aus.

(APA/dpa)

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