Quelle: ZAMG

EU-Anwärter Serbien steuert auf Staatspleite zu

21.07.2014 - 11:34
Die neue Regierung Serbiens ist noch keine drei Monate im Amt. Nach dem Rücktritt des Finanzministers, wird eine Zahlungsunfähigkeit immer wahrscheinlicher.
Serbien vor Bankrott© APA (Archiv/EPA)Serbien vor Bankrott

Er wurde als Wunderkind bezeichnet und auf ihm ruhten die Hoffnungen vieler Serben. Der Harvard-Absolventen Lazar Krstić sollte als Finanzminister den Staatshaushalt des Balkanstaates in Ordnung bringen.

Nachdem Krstić harte Einschnitte bei den Pensionen und Gehältern gefordert hatte, diese in der Regierung aber ungehört blieben, ist er nun zurückgetreten. Um die finanzielle Notlage Serbiens transparent zu machen, hatte er zulezt immer deutlicher vor einem Szenario wie im Griechenland gewarnt.

Denn vollmundiger Reformversprechen im Wahlkampf von Premier Vučić sind bis dato keine Taten gefolgt. Das Budgetdefizit des EU-Anwärters erreicht währenddessen immer neue Rekordhöhen – mittlerweile liegt es bei acht Prozent.

 Dabei wären Reformen dringend nötig. So betreibt der serbische Staat noch immer 584 Großteils hoch defizitäre wenn nicht faktisch längst  bankrotte Unternehmen. Diese verbrennen jährlich 600 Millionen Euro an Subventionen. Die Lohnkosten des aufgeblähten öffentlichen Sektors sind mittlerweile für fast ein Viertel des gesamten Staatsbudgets verantwortlich.

Offensichtlich hat den Regierungschef Aleksandar Vučić der Mut verlassen. War er im Wahlkampf noch als populistischer Reformer aufgefallen, will er nun die angekündigten Maßnahmen gemächlich angehen. Den Zeitplan des abgetretenen Finanzminister Lazar Krstić bezeichnete er zuletzt als „nicht realistisch“ und sieht stattdessen einen Zeitraum von „in drei bis vier Jahren“ als realistisch an. Doch so viel Zeit werden die internationalen Geldgeber Serbien wohl nicht geben.

(relevant Redaktion)

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