Quelle: ZAMG

Petraeus sagte vor Kongress zu Bengasi-Angriff aus

16.11.2012 - 18:26
Der Ex-CIA-Chef hatte seinen Hut genommen© APA (EPA)Der Ex-CIA-Chef hatte seinen Hut genommen

Beim ersten Auftritt seit seinem Rücktritt als CIA-Chef hat David Petraeus vor dem Kongress in Washington zum tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi ausgesagt. Nach Angaben von Teilnehmern erklärte Petraeus am Freitag, dass er von Beginn an einen Terror-Hintergrund vermutet habe. Die CIA leitete eine Untersuchung des Skandals um Petraeus' außereheliche Beziehung ein.

Petraeus beantwortete zunächst Fragen vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, anschließend erschien er vor dem Geheimdienstausschuss im Senat. Beide Anhörungen fanden hinter verschlossenen Türen statt. Der republikanische Abgeordnete Peter King sagte, dass Petraeus' Aussage abgewichen sei von den Angaben, die dieser kurz nach der Attacke in Bengasi vom 11. September dieses Jahres vor dem Kongress gemacht habe. Damals hatte Petraeus den Angriff mit spontanen Protesten gegen einen islamfeindlichen Film in Verbindung gebracht.

Laut King erklärte der zurückgetretene CIA-Chef nun, dass es zwar widersprüchliche Informationen gegeben habe. "Von Beginn an" sei aber die Verwicklung von Terroristen klar gewesen. Warum der Geheimdienstchef offenbar seine Version der Ereignisse änderte, war unklar.

Die CIA war wegen ihres Umgangs mit der Bengasi-Attacke, bei der Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden waren, in die Kritik geraten. Der Geheimdienst soll der Regierung von Präsident Barack Obama fehlerhafte Informationen über die Hintergründe geliefert haben. Die Republikaner sehen in der Bengasi-Attacke ein außenpolitisches Versagen des Präsidenten.

Petraeus war vor einer Woche wegen einer außerehelichen Beziehung mit seiner Biografin Paula Broadwell von der CIA-Spitze zurückgetreten. Dabei untersuchten die Behörden auch, ob der einstige Vier-Sterne-General vertrauliche Dokumente an Broadwell weitergegeben haben könnte. Beide wiesen dies zurück.

Bei der Anhörung am Freitag vor dem Repräsentantenhaus sagte Petraeus nach Angaben von King, dass er die Situation "bedauert". Die CIA teilte am Donnerstagabend mit, eine interne Untersuchung des Skandals um Petraeus eingeleitet zu haben. Die Untersuchung schließe sich ähnlichen Ermittlungen der Bundespolizei FBI und des Verteidigungsministeriums an, sagte CIA-Sprecher Preston Golson.

(APA/ag./dpa)

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