Quelle: ZAMG

Kongress verlangt Aufklärung von Petraeus-Affäre

12.11.2012 - 05:44
FBI-Untersuchungen liefen schon monatelang© APA (Archiv/epa)FBI-Untersuchungen liefen schon monatelang

Der Skandal um den wegen einer außerehelichen Beziehung zurückgetretenen CIA-Chef Petraeus hat möglicherweise ein politisches Nachspiel. Geheimdienst-Experten des Kongresses fordern Aufklärung darüber, warum das Weiße Haus erst am Mittwoch informiert wurde. Der "Washington Post" zufolge hatten Untersuchungen, bei denen die Affäre aufgedeckt wurde, bereits vor "mehreren Monaten" begonnen.

Der pensionierte Vier-Sterne-General Petraeus ist seit 37 Jahren verheiratet. Er hatte am vergangenen Donnerstag sein Rücktrittsgesuch im Weißen Haus eingereicht, Präsident Obama akzeptierte es dann einen Tag später. In einem Abschiedsschreiben an seine Mitarbeiter beim Geheimdienst CIA räumte Petraeus die außereheliche Affäre ein, die nach Medienberichten seit einigen Monaten vorbei ist.

Nach einem Bericht der "Washington Post" gab es hinter den Kulissen ein heimliches Drama, während Obama in der Wahlnacht von Dienstag auf Mittwoch die Ergebnisse der Präsidentenwahl verfolgte. Kurz vor Schließung der Wahllokale habe das Justizministerium den nationalen Geheimdienstdirektor Clapper, der die Arbeit aller 16 US-Spionageaffären koordiniert, über Petraeus' Affäre informiert. Die Zeitung berief sich dabei auf einen hochrangigen Geheimdienstvertreter. Clapper habe dann mit Petraeus gesprochen und ihm einen Rücktritt nahegelegt.

Aufgeflogen war die Affäre nach Angaben der "Washington Post", nachdem eine "Petraeus nahe stehende" Frau aus Florida E-Mails mit Drohungen von der Petraeus-Biografin Paula Broadwell erhalten hatte. Demnach hatte die als Jill Kelley identifizierte Frau, deren Beziehung zu Petraeus zunächst unklar blieb, so große Angst, dass sie sich an das FBI wandte und um Schutz bat. Im Zuge der Nachforschungen sei die Bundespolizei dann auf E-Mails zwischen Broadwell und Petraeus gestoßen, die auf eine Beziehung zwischen diesen beiden hingewiesen hätten.

(APA/dpa)

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