Eine Gruppe fundamentalistischer Christen in den USA fordert mit einer geplanten Koran-Verbrennung zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 die muslimische Welt heraus. Das Weiße Haus in Washington und die NATO, die rund 150.000 Soldaten in Afghanistan stationiert hat, warnten vor einer zusätzlichen Gefährdung der Truppen. Unter anderem aus Kabul, Jakarta und Teheran kamen Proteste.
Der Sprecher von US-Präsident Obama warnte: "Jede solche Aktion, die unsere Soldaten in Gefahr bringt, stellt für die Regierung eine Besorgnis dar." Die Verbrennung des Heiligen Buchs der Muslime könne das Leben von Soldaten in Afghanistan gefährden, sagte der NATO-Oberbefehlshaber in Afghanistan, Petraeus. "Das ist genau die Art von Aktion, die den Taliban nutzt."
Das Dove World Outreach Center in Gainesville in Florida hatte angekündigt, am Samstag anlässlich des 9/11-Jahrestags ein Exemplar des Koran zu verbrennen. Der Pastor der 50 Mitglieder zählenden evangelikalen Gruppe, Terry Jones, sagte, er werde an dem Vorhaben festhalten. Die Gemeinde nehme die Bedenken von Petraeus zwar "ernst", sei aber "fest entschlossen". Ziel sei eine "klare Botschaft" an radikale Islamisten, dass ihre Drohungen nicht toleriert würden.
In der afghanischen Hauptstadt Kabul waren bereits am Montag rund 200 Menschen aus Protest gegen die Pläne auf die Straße gegangen. In Indonesien löste die geplante Bücherverbrennung Angst vor Vergeltung durch Muslime aus. Der Iran warnte vor einer "unkontrollierten" Reaktion des muslimischen Welt. Auch in der katholischen Kirche formierte sich Protest.
(APA/dpa/ag.)

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