Der israelische Botschafter in den USA, Michael Oren, hat der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon eine massive Aufrüstung gegen sein Land vorgeworfen. Die Hisbollah habe "ganze Dörfer in bewaffnete Lager verwandelt" und "rund 15.000 Raketen entlang der Grenze zu Israel" postiert, sagte Oren in Washington.
Die schiitische Miliz verfüge mittlerweile über vier Mal so viele Raketen wie während der israelischen Offensive gegen die Hisbollah im Sommer 2006. Mit den Raketen könne die Hisbollah nicht nur den an den Libanon grenzenden Norden Israels erreichen, sondern alle Städte des Landes bis hin zu Eilat in der Südspitze Israels.
Die Hisbollah habe mittlerweise viele Raketen "unter Krankenhäusern, Wohnungen und Schulen" postiert, kritisierte Oren. Damit ziele sie darauf ab, "dass wenn wir versuchen, uns gegen sie zu verteidigen, wir ein weiteres Mal als Kriegsverbrecher behandelt werden". Nach der im Dezember 2008 gestarteten Gaza-Offensive waren der israelischen Armee in einem Bericht einer UN-Kommission unter Leitung des südafrikanischen Ex-Verfassungsrichters Richard Goldstone Kriegsverbrechen und mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen worden.
Anfang August waren bei einem Gefecht zwischen israelischer und libanesischer Armee an der Grenze zwischen beiden Ländern zwei libanesische Soldaten und ein libanesischer Journalist sowie ein israelischer Offizier getötet worden. Die Nummer zwei von Hisbollah, Naim Kassem, hatte am nächsten Tag erklärt, die Hisbollah habe die militärischen Kapazitäten, Israel ins Herz zu treffen und werde dazu "den passenden Moment" wählen. Seit dem Libanon-Konflikt hat die Hisbollah mehr als 4000 Raketen auf den Norden Israels abgefeuert.
(APA/ag.)

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