Die US-Militärs machen mit dem Sparen ernst. Bereits in den nächsten fünf Jahren sollen gut 90.000 Soldaten eingespart werden. Dennoch betonte Verteidigungsminister Leon Panetta: "Wir wollen weiterhin die stärksten Streitkräfte in der Welt bleiben." Die US-Militärs seien weiterhin in der Lage, "jeden Gegner überall und jederzeit" zu besiegen.
Das aktive Heer werde um rund 70.000 auf 490.000 Mann verringert, kündigte Panetta am Donnerstag in Washington an. Zudem würden die Marines um 20.000 auf 182.000 Mann verringert. Zugleich werde die amerikanische Militärpräsenz in Europa drastisch heruntergefahren. Von den Streichungen ist mit Sicherheit Deutschland betroffen, denn dort sind drei der vier europäischen US-Brigaden stationiert.
Panetta bekräftigte die neue Militärstrategie, die Präsident Obama vor einigen Wochen bekanntgegeben hatte. Demnach sollten die US-Streitkräfte kleiner, zugleich aber flexibler werden. Das Augenmerk liege künftig stärker in Asien und im Nahen Osten.
Insgesamt 525 US-Milliarden Dollar (399 Mrd. Euro) sollen demnach im Haushaltsjahr 2012 für reguläre Ausgaben der US-Armee verwendet werden. Hinzu kämen 88 Milliarden Dollar für Kampfeinsätze wie beispielsweise in Afghanistan.
Allein in den nächsten fünf Jahren seien Einsparungen in Höhe von 259 Milliarden US-Dollar (197 Mrd. Euro) vorgesehen, sagte Panetta. Bis 2022 seien es 487 US-Milliarden. Unklar blieb zunächst, wie sich die Stärke des Heeres nach 2017 entwickeln soll. Zudem sollten etwa Programme zum Bau von Tarnkappen-Flugzeugen gestreckt werden.
Als ernste Bedrohung bezeichnete Panetta vor allem die Atomprogramme im Iran und in Nordkorea. Außerdem betonte er die Gefahr von Cyberattacken. Die Opposition der Republikaner kritisierte den neuen Kurs. Eine Zustimmung des US-Kongress zu den Sparplänen gilt darum als unsicher.
(APA/dpa/ag.)

15.3°C
13.4°C

