Wenige Tage vor der nächsten Etappe im Vorwahl-Rennen der US-Republikaner in Florida haben sich die beiden aussichtsreichsten Bewerber auf die Präsidentschaftskandidatur, Romney und Gingrich, einen heftigen Schlagabtausch geliefert.
Romney verteidigte sich am Donnerstagabend in einer TV-Debatte gegen den Vorwurf seines Rivalen, er lehne Einwanderer ab. "Mein Großvater kam in Mexiko zur Welt, der Vater meiner Frau in Wales. Sie kamen in dieses Land. Zu sagen, ich sei gegen Einwanderer, ist abscheulich." Gingrich verwehrte sich inzwischen dagegen, Spanisch als "die Sprache des Ghettos" bezeichnet zu haben. Das habe er nicht gesagt. Er halte es nur allgemein für besser, wenn Kinder Englisch lernten und die Beschäftigungsfrage geklärt sei.
Romney hatte zuvor vorgeschlagen, dass alle Illegalen freiwillig ausreisen und einen offiziellen Wiedereinreiseantrag stellen. In Florida, wo viele Einwanderer aus Lateinamerika leben und eine große Wählergruppe stellen, ist Einwanderung ein wichtiges Thema. Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Romney und Gingrich in dem Staat an. Bei den bisherigen drei Vorwahlen konnten sie je einen Sieg einfahren.
Auch die persönlichen Finanzen der Kandidaten waren erneut Thema. Romney hielt Gingrich vor, er habe für die großen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae Lobbyarbeit betrieben, der mitverantwortlich für die schwere Finanzkrise 2008 war. Im Gegenzug kritisierte der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses, Romney stehe als Multimillionär auf der Seite der Reichen. Man solle "keine Leute bestrafen, weil sie wohlhabend sind. Ich bin stolz darauf, erfolgreich zu sein", konterte Romney bei der Debatte in Jacksonville. Über ihre privaten Investitionen stritten beide derart heftig, dass Mitbewerber Rick Santorum intervenierte und forderte, die Debatte wieder auf die wichtigen Themen zu lenken.
(APA/dpa)

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